WASH: Wasser, Hygiene & Sanitärversorgung

WASH: Mit Wasser und Hygiene Hunger bekämpfen

Junge trinkt Wasser an Brunnen.
Hygiene-Projekt an einer Schule im Dzenza-Distrikt: Ein Junge trinkt frisches Wasser vom Brunnen. © Kai Loeffelbein
Stephan Simon Team Sector Strategy, Knowledge & Learning

Menschen, die keinen Zugang zu Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene (WASH) haben, werden häufig krank und sind deshalb von Armut bedroht. Sie geben Geld für Medikamente aus, das für gesundes Essen fehlt. Die Mangelernährung macht sie anfällig für Krankheiten, und bei schwindender Arbeitskraft drohen eine finanzielle Notlage, Hunger und Elend. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen und die Ziele #ZeroHunger und nachhaltige ländliche Entwicklung zu erreichen, ist WASH ein zentraler Projektschwerpunkt der Welthungerhilfe.

Was ist eigentlich WASH?

Mit WASH erfolgreich gegen Armut und Hunger

Die Welthungerhilfe führt derzeit 61 Projekte im Bereich WASH, vorrangig in Afrika und Asien, durch und ermöglicht damit rund einer Million Menschen ein besseres Leben. Als besonders erfolgreich hat sich die Verknüpfung wirkungsvoller Maßnahmen erwiesen:

Malawi: Sanitäre Grundversorgung verbessert die Chancen von Schülern

Zwei Beispiele aus Malawi und Madagaskar verdeutlichen die sichtbaren Erfolge. In Malawi hat die Hälfte der rund 15 Millionen Einwohner keinen Zugang zu sauberem Wasser und Toiletten. Jährlich sterben Tausende an den Folgen von Durchfall- und Infektionskrankheiten. Die Welthungerhilfe sieht gute Chancen, dies zu ändern und unterstützt ein Projekt zur Wasserversorgung, sanitärer Grundausstattung und Hygiene in den Städten Liwonde, Mangochi und Zomba.

Dort werden insgesamt 100 Brunnenanlagen saniert oder neu errichtet und das Abwasser- und Abfallentsorgungssystem ausgebaut. Außerdem entstehen "Wasserkioske", an denen sich die Menschen versorgen können. Auch die katastrophalen Zustände an den 26 Schulen der Projektstädte verbessert die Welthungerhilfe grundlegend:

Eine saubere Toilette und Hygiene-Schulungen für 60 Schulkinder kosten umgerechnet sechs Euro. Dadurch bleiben sie gesünder, verpassen weniger Unterricht und verbessern ihre Chancen für die Zukunft.

Definitionen

Quelle: WHO/UNICEF

Madagaskar: Abwasserentsorgung schafft Arbeitsplätze

In Madagaskar leben mehr als drei Viertel der Bevölkerung in extremer Armut, besonders hoch ist der Anteil auf dem Land. Daher wandern viele Familien in die Städte ab, in der Hoffnung, sich dort eine Existenz aufbauen zu können.

So eine Stadt ist Tuléar im Südwesten Madagaskars. Etwa ein Drittel ihrer 226.000 Einwohner ist zugewandert, und in den letzten zehn Jahren hat sich die Bevölkerung mehr als verdoppelt. Dadurch nehmen auch die Probleme zu: Müllberge und Abwasser verseuchen das Oberflächen- und Grundwasser, Fliegen übertragen Keime auf Lebensmittel, Infektionskrankheiten haben leichtes Spiel. Auch weil zwei von drei Bewohnern ihre Notdurft im Freien verrichten.

Mitfinanziert durch das BMZ unterstützt die Welthungerhilfe die Stadtverwaltung in Tuléar, Madagaskar beim Aufbau einer funktionierenden Müllsammlung und Müllabfuhr. © Haddad Toni
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Spielende Kinder auf einer Mülldeponie in Tuléar, Madagascar. © Haddad Toni
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Die Welthungerhilfe fördert Straßenreinigung, Müllentsorgung und Recycling in Madagaskar. © Haddad Toni
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Mit Unterstützung der Welthungerhilfe entsteht in Tuléar ein System der Müllentsorgung und -wiederverwertung. Daneben verbessert der Bau von Latrinen die Lebensbedingungen entscheidend. Geplant ist, ein Netz von Dienstleistern aufzubauen, die für die Entleerung der Gruben sorgen. So entstehen Arbeitsplätze, die Lebensqualität der Menschen steigt, und der Kreislauf aus Krankheit, Hunger und Elend wird durchbrochen.

Erfolge von WASH durch vorausschauende Planung langfristig sichern

Damit die Menschen dauerhaft von den Fortschritten profitieren, plant die Welthungerhilfe ihre WASH-Projekte so, dass sie auch funktionieren, wenn die Helfer sie nicht mehr begleiten. Daher ist es wichtig, die Nutzer an der Konzeption und Umsetzung zu beteiligen. Das beginnt bereits mit der Beachtung von Eigentumsrechten, Land-, Wasser- und Wegerechten, damit am Ende niemand vom Zugang ausgeschlossen wird. Zusammenarbeit auf Augenhöhe und Hilfe zur Selbsthilfe sind die beste Garantie, dass das Ziel #ZeroHunger näher rückt.

Letzte Aktualisierung 19.12.2017

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