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Katastrophenvorsorge

Lebensrettende Vorbereitungen für den Notfall treffen

Haiti nach Hurrikan Matthew, Haiti after Hurricane Matthew
Das Ziel unserer Katastrophenvorsorge ist: Menschen, die von einer Krise oder Katastrophe betroffen sind, schneller und effizienter zu unterstützen. © Thomas Rommel
Katharina Hamed Team Humanitarian Directorate

Immer dann, wenn das Leben von Menschen durch Krisen und Katastrophen bedroht ist, ist ein voll funktionsfähiges Nothilfesystem überlebenswichtig. Eine vorab entwickelte solide Katastrophenvorsorge- und Nothilfeplanung ist deshalb von entscheidender Bedeutung.

Was ist Katastrophenvorsorge?

In Notsituationen muss Hilfe schnell bei der betroffenen Bevölkerung ankommen. In der humanitären Katastrophenvorsorge werden auf Grundlage von umfassenden Risikoanalysen unter anderem Pläne für den Notfall entwickelt, so dass die überlebenssichernden Maßnahmen im Falle einer Krise oder Katastrophe direkt umgesetzt werden können. Das Ziel ist: Auf zukünftige Krisen und Katastrophen besser vorbereitet zu sein. Dazu gehört zum Beispiel auch die strategische Vorratshaltung von Hilfsgütern - damit sie immer in den optimalen Mengen und an den optimalen Orten gelagert werden. Im Notfall kommen sie so schneller bei der betroffenen Bevölkerung an.

Das Ziel unserer Katastrophenvorsorge ist: Menschen, die von einer Krise oder Katastrophe betroffen sind, schneller und effizienter zu unterstützen. Dafür erstellen wir in den Ländern, in denen wir arbeiten, vorab landesspezifische Katastrophenvorsorge- und Nothilfepläne, auf die wir im Krisenfall zurückgreifen können. Die Welthungerhilfe hat einen Sieben-Schritte-Prozess entwickelt, mit dem eine rechtzeitige, angemessene und koordinierte Reaktion auf humanitäre Bedarfe vorbereitet wird. Die Gegebenheiten im jeweiligen Land werden dabei detailliert analysiert:

Ein Mann mit seiner Tochter vor den Ruinen eines Hauses in Grand Anse.
Landesspezifische Katastrophenvorsorge- und Nothilfepläne ermöglichen schnelle Hilfe bei Notsituationen wie zum Beispiel Naturkatastrophen. © Nicolo Lanfranchi

In sieben Schritten zum landesspezifischen Nothilfeplan

Strategische Vorratshaltung garantiert schnelle und bedarfsgerechte Hilfe

Die schnelle und bedarfsgerechte Versorgung der von Krisen und Katastrophen betroffenen Menschen mit entsprechenden Hilfsgütern ist überlebenswichtig. Um in Krisensituationen zeitraubende Beschaffungsprozesse zu vermeiden, kommt der Vorratshaltung von Hilfsgütern im Vorfeld von Krisen und Katastrophen eine besondere Bedeutung zu, und ist daher ein wichtiger Bestandteil der Katastrophenvorsorge- und Nothilfeplanung.

Ein Mann inmitten von großen roten Wassertanks.
Eine koordinierte Vorratshaltung kann Leben retten. In einer Notsituation können die lebenswichtigen Hilfsgüter schnell an die betroffenen Menschen verteilt werden. © ACTED

Die Vorratshaltung von lebenswichtigen Hilfsgütern (wie Decken, Zelte, Hygieneartikel usw.) in Vorbereitung auf humanitäre Einsätze auf nationaler, regionaler und globaler Ebene ist bereits gängige Praxis. Wenn eine Katastrophe eintritt, können sie schnell an die betroffenen Menschen verteilt werden. Allerdings gibt es noch großes Potenzial, ihre Umsetzung zu verbessern. Aufgrund mangelnder Koordination berücksichtigen die humanitären Organisationen und Akteure oft nicht, was und wo andere in ihrem Gebiet bereits lagern. Zur Verminderung dieser Mängel engagiert sich die Welthungerhilfe in der sogenannten strategischen Vorratshaltung.

Damit dringend benötigte Hilfsgüter schnell bei den Betroffenen ankommen

Emergency Preparedness and Response Planning

Die Notfallvorsorge- und -reaktionsplanung ist eine Voraussetzung für eine wirksame, effiziente und rechtzeitige humanitäre Hilfe für die von einer Krise betroffenen Regionen.

Zur Unterstützung des internationalen humanitären Systems in der strategischen Vorratshaltung von Hilfsgütern ist die Welthungerhilfe in Zusammenarbeit mit dem UN Humanitarian Response Depot (UNHRD), dem Britischen Roten Kreuz, der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), der internationalen Organisation für Migration (IOM), Save the Children, USAID/OFDA, Pennsylvania State University (PSU) und PLAN International an dem Projekt ESUPS (Emergency Supply Pre-positioning Strategy) beteiligt, und bewerkstelligt das ESUPS Projektmanagement.

Ziel des Projekts ist es, die Ausarbeitung einer koordinierten strategischen Bevorratung zu unterstützen, um eine effektive und effiziente Lagerung von Hilfsgütern im regionalen und nationalen humanitären System zu gewährleisten. Der akademische Partner von ESUPS, die Penn State University, entwickelte ein mathematisches Modell. Mit diesem soll eine bessere kollektive und koordinierte Organisation und Nutzung der Vorratshaltung erreicht werden. Damit dringend benötigte Hilfsgüter immer in den optimalen Mengen und an den optimalen Orten gelagert werden und sie schnell bei der betroffenen Bevölkerung ankommen.

Katastrophenrisiko mindern – Resilienz fördern

Frau steht in der Mitte einer Gruppe von Schülern Resilienz: Gewappnet für die nächste Krise

Mit durchdachten Maßnahmen besser auf Krisen vorbereitet sein.

Die Forschung erkennt zunehmend an, dass Katastrophen nicht naturgegeben sind, auch wenn sie oft auf Naturereignisse folgen. Verschiedene Faktoren wie Armut, Ungleichheit, schlecht geplante und verwaltete Stadt- und Regionalentwicklung, sowie Umweltzerstörung und die Auswirkungen des Klimawandels tragen dazu bei, dass aus einem Extremwetterereignis eine humanitäre Krise wird. Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung verfolgen wir daher auch das Ziel, ihre Anfälligkeit gegenüber den Folgen von Krisen und Katastrophen zu verringern. Dazu gehört zum Beispiel: Schutzdämme zu bauen in Gebieten, die regelmäßig von Überschwemmungen heimgesucht werden; oder Gebäude beim Wiederaufbau sturm-, flut- oder erdbebensicher zu konstruieren, um sie bei einer erneuten Naturkatastrophe vor dem Einsturz zu sichern; und gemeinsam mit der Bevölkerung Evakuierungsrouten zu entwickeln und zu sichern. Zudem muss die Resilienz der Bevölkerung gegenüber Krisen und Katastrophen gestärkt werden.

Ausgewählte Projekte in der Katastrophenvorsorge

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