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Hurrikan − Ursachen, Folgen und Maßnahmen

Hurrikans sind gigantische tropische Wirbelstürme. Insbesondere für Menschen in Entwicklungsländern stellen sie eine enorme Gefahr dar, denn dort fehlen oft Mittel und Möglichkeiten, um sich ausreichend vor den Naturgewalten zu schützen.

Ein Mann mit seiner Tochter vor den Ruinen eines Hauses in Grand Anse.
Haiti ist nach dem Hurrikan zerstört. © Nicolo Lanfranchi

Tropische Wirbelstürme wüten immer zerstörerischer. Jedes Jahr zur Hurrikan-Saison machen die Sturm-Giganten ganze Landstriche dem Erdboden gleich und fordern hunderte Todesopfer. Besonders arme Länder treffen diese Wetterextreme hart. Dort nehmen sie oft die Ausmaße einer Naturkatastrophe an und verschärfen die Armut- und Hungersituation in vielen Regionen.

Zyklon Amphan in Bangladesch und Indien

Millionen von Menschen mussten ihre Häuser verlassen und wurden in Notunterkünfte evakuiert

Laut Klimaforschern müssen wir uns in Zukunft auf mächtigere Wirbelstürme und mehr Zerstörung einstellen. Der menschengemachte Klimawandel spielt hier eine entscheidende Rolle, indem er die Wahrscheinlichkeit für größere Hurrikans erhöht. Das jüngste Beispiel ist Hurrikan „Dorian“, der im September 2019 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 354 Kilometern pro Stunde an der Südostküste der USA entlangfegte. Dorian war so stark, dass Expert*innen darüber diskutierten, ob die Kategorie 6 für Hurrikans eingeführt werden soll. Bisher werden die Stürme in Kategorien von 1 bis 5 eingeordnet. Dorian hätte Stufe 6 erreicht, wenn es sie gegeben hätte.

Für Menschen in ärmeren Ländern bedeutet das eine enorme Gefahr. Ihnen fehlen oft die Mittel, um sich ausreichend vor den Naturgewalten zu schützen. Die Welthungerhilfe arbeitet vor Ort in betroffenen Ländern und hilft den Menschen sowohl akut als auch nachhaltig. Ob mit schneller Nothilfe im Katastrophenfall oder Resilienz-Projekten zur Katastrophenverhütung: Unsere Maßnahmen sichern das Überleben und die Zukunft vieler Betroffener. 

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Titelseite des WeltRisikoBerichts 2019 WeltRisikoBericht

Erdbeben, Hurrikans oder Krisen – der WeltRisikoBericht untersucht global, welche Länder und Bevölkerungsgruppen in Gefahr sind.

Was ist ein Hurrikan?

Als Hurrikans werden große rotierende Tropenstürme bezeichnet, die in der Regel zwischen Juni und November im Atlantik, jedoch auch in anderen Ozeanen entstehen können. Sie entwickeln dabei Windgeschwindigkeiten von über 119 Stundenkilometern.

Die Drehrichtung des Sturmes wird von der Erdrotation beeinflusst. Wirbelstürme auf der Nordhalbkugel drehen sich gegen, jene auf der Südhalbkugel im Uhrzeigersinn. Ein Hurrikan besteht immer aus einem Zentrum, dem sogenannten Auge, und den von dort ausgehenden Wolkenbändern. Das Auge ist ein wolkenfreier und im Vergleich relativ ruhiger Bereich. Die wahre Kraft setzt der Sturm im Wolkenband frei, also dem Außenbereich, der sich um das Auge herum befindet. 

Es gibt mehr als eine Bezeichnung für Wirbelstürme. Vom Hurrikan ist meist die Rede, wenn der Sturm an den Küsten von Nord- und Südamerika auftritt. Taifune hingegen entstehen im asiatischen Raum, genauer im Nordwestpazifik. Einen Wirbelsturm im indischen Ozean kennt man unter der Bezeichnung Zyklon.

Oft werden diese Bezeichnungen synonym zum Begriff Tornado verwendet. Allerdings gibt es hier einen entscheidenden Unterschied: Hurrikans, Taifune und Zyklone entstehen über dem Wasser, während Tornados immer über flachem Festland auftauchen.

Wie entstehen Hurrikans?

Die genaue Kombination der Bedingungen, die für die Entstehung von Hurrikans erforderlich sind, ist noch wenig bekannt. Ein wesentlicher Schlüsselfaktor ist warmes Ozeanwasser. Damit ein Hurrikan entstehen kann, muss die Sonne das Meerwasser auf mindestens 26,5 Grad Celsius erwärmen. Dadurch verdunstet das Meerwasser und bildet eine Wolke aus warmer und feuchter Luft, die kontinuierlich nach oben steigt. Die bereits aufsteigende Luft zieht mehr Luft von unten an, die sich über dem Meer ebenfalls erwärmt und ebenfalls aufsteigt. So bildet sich eine riesige Gewitterwolke über dem Ozean, die durch weiter einströmende warme Luft anwächst. Schließlich bildet sich ein Tiefdruckgebiet und durch die Erdrotation beginnt sich das Konstrukt aus Wolken zu drehen. Ozeanwinde tragen den Sturm über das Wasser, aus dem er während der Bewegung weiter Energie bezieht. Sobald der Sturm auf kaltes Wasser oder Land trifft, verliert er seine Energiequelle und beginnt sich aufzulösen.

Wie wirkt sich der Klimawandel auf Hurrikans aus?

Klimawissenschaftler*innen prognostizieren zwar nicht zwingend eine Zunahme tropischer Stürme, allerdings erwarten sie in Zukunft schwerere Stürme mit einem erhöht zerstörerischen Ausmaß. Laut Analysen haben die weltweit stärksten Hurrikans in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten an Intensität zugenommen. 

Doch welchen Einfluss übt der Klimawandel genau aus?

Grafik einer schmelzenden Weltkugel symbolisch für den Klimawandel. Klimawandel: Eine Bedrohung für Umwelt und Menschen

Während ihn in Europa bisher vor allem die Landwirt*innen durch Ernteeinbußen spüren, verlieren Millionen Menschen im Süden ihre Lebensgrundlage.

Einerseits haben die weltweit erhöhten Temperaturen eine stärkere Erwärmung des Meerwassers an der Meeresoberfläche zur Folge. Stärke und Ausmaß eines Sturmes hängen unmittelbar mit der Temperatur des Wassers zusammen, über dem er sich bildet. Denn aus dem warmen Wasser bezieht der Sturm seine Energie. Wissenschaftler*innen erwarten einen Anstieg der maximalen Windgeschwindigkeit von bis zu 11 Prozent. Die Niederschlagswerte könnten dazu um bis zu 20 Prozent ansteigen. 

Auch der durch den Klimawandel bedingte Anstieg des Meeresspiegels wird die Auswirkungen von Hurrikans sehr wahrscheinlich verstärken. Besonders Küstenregionen werden dadurch anfälliger für schwere Sturmfluten, die eine Hauptbedrohung für die ansässigen Menschen darstellt. Eine Studie aus dem Jahr 2014 zeigt: Die vom Wirbelsturm landeinwärts gedrückten Wassermassen sind für fast die Hälfte der Todesfälle durch Tropenstürme von 1963 bis 2012 verantwortlich. 

Hurrikan: Besonders arme Länder haben lange mit den Folgen zu kämpfen

Frau steht in der Mitte einer Gruppe von Schülern Resilienz: Gewappnet für die nächste Krise

Mit durchdachten Maßnahmen hilft die Welthungerhilfe Menschen, besser auf Katastrophen vorbereitet zu sein.

Maßnahmen der Welthungerhilfe

Die Welthungerhilfe steht den Betroffenen von Hurrikans mit verschiedenen Maßnahmen zur Seite. Wir nutzen die Ruhe vor dem Sturm zur Katastrophenvorsorge und reagieren im Extremfall mit akuter Nothilfe. Zentraler Bestandteil der Arbeit ist Resilienz, also „die Fähigkeit von Personen, Gemeinden oder Institutionen, sich von extremen Belastungen rasch zu erholen und Strategien zu entwickeln, mit wiederkehrenden Herausforderungen umzugehen.“ Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass Vorsorge auf lange Sicht effektiver als Nachsorge ist. 

Weitere Stichworte lauten Early Warning und Early Action. Für jede Region werden akute Risiken identifiziert und das Gefahrenpotenzial evaluiert. Im Anschluss treffen wir zusammen mit lokalen Partnern und Regierungsstellen vorausschauende Maßnahmen zur Katastrophenverhütung.

Bei aller Vorsorge gilt: Naturgewalten schlagen mit extremer Kraft zu und sind unberechenbar. Wir können Katastrophen nicht verhindern, jedoch können wir die Zerstörung begrenzen.

Vorsorge- und Wiederaufbau-Projekte

Fallbeispiel Haiti − Hurrikan „Matthew“

Bevor der Hurrikan Haiti erreichen sollte, traf die Welthungerhilfe gemeinsam mit anderen Partnern Vorkehrungen zum Katastrophenschutz. Besonders gefährdete Gebiete wurden großräumig evakuiert und Notunterkünfte für bis zu 340.000 Menschen errichtet. Dazu wurden morsche Bäume vorsorglich abgeholzt, die Infrastruktur gesichert und leicht zu zerstörende Bauten, wie beispielsweise Marktstände, vorübergehend abgebaut. Auch Abwasserkanäle wurden ausgepumpt und gesäubert, um bei Überschwemmung das Trinkwasser nicht zu kontaminieren.

Ohne diese Vorkehrungen wäre das letztendliche Ausmaß des Hurrikans in der Karibik noch größer gewesen. Denn der Hurrikan traf Haiti hart: Hunderte Menschen verloren ihr Leben, über 200.000 Häuser an der Zahl wurden beschädigt oder vollständig zerstört und die Infrastruktur in vielen Regionen brach zusammen. Besonders im Süden der Insel vernichtete der Sturm dazu rund 80 Prozent der erwarteten Ernte. Für das ärmste Land der westlichen Hemisphäre bedeutete das eine riesige Katastrophe. 

Die Welthungerhilfe stellte nach der Katastrophe 100.000 Euro an Soforthilfe zur Verfügung. Die Betroffenen wurden schnell und effektiv mit Nahrungsmitteln, Decken, Wasser, Hygieneprodukten und Wasserreinigungstabletten versorgt. Obdachlose fanden Zuflucht in einer der vielen vorher eingerichteten Notunterkünften. Nach dem Sturm halfen wir auch mit Cash-for-Work Projekten beim Wiederaufbau der ländlichen Infrastruktur des Inselstaates.

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Letzte Aktualisierung 18.08.2020

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