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Wo die Zukunft der Kleinbauern wächst

Wer sät, der erntet. Aber nicht immer reicht das, um den Hunger einer ganzen Familie zu stillen. Gerade in ländlichen Gebieten des Globalen Südens ist die Situation paradox: Wo auf Feldern Gemüse und Getreide gedeihen, leben die meisten der mehr als 800 Millionen Menschen, die weltweit an Unterernährung leiden.

Ein Mann präsentiert sein Maisfeld
Ein Famer präsentiert das zusammen mit der Welthungerhilfe gepflanzte Maisfeld in seiner Heimat Simbabwe © Grossmann. © Grossmann
Dr. Heinz Peters Team Sector Strategy, Knowledge & Learning

Daher unterstützt die Welthungerhilfe gezielt Kleinbauern - jedoch nicht nur mit neuen Anbaumethoden. Denn Standortgerechte Landwirtschaft hat viele Dimensionen: für Mensch und Natur.

Ländliche Entwicklung als Motor

Nach dem Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe wird standortgerechte Landwirtschaft gefördert. Eine gesicherte Ernährung und Reduzierung von Armut stehen dabei im Fokus. Die Verwendung von effektiven Anbaumethoden sind dabei entscheidend. Doch müssen diese an lokale, klimatische Gegebenheiten und gelebte, kulturelle Gepflogenheiten angepasst sein. Ernährungssicherheit schaffen bedeutet einerseits, reale Möglichkeiten wie Saatgut, Bewässerung und Vermarktung bereitzustellen. Sie kann aber nur nachhaltig gewährleistet sein, wenn Kleinbauern auch in ihren Kenntnissen und Fähigkeiten gestärkt werden, damit sie als selbstbestimmte Akteure Einkommen erwirtschaften.

Aber die größten Erträge helfen nicht, wenn kein gerechter, funktionsfähiger, ökonomischen Kreislaufs existiert, der Arbeitsplätze und Beteiligung am Wohlstand erschaffen lässt. Der Arbeit der Welthungerhilfe liegt die Vision zugrunde, dass alle Menschen die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben in Würde, Gerechtigkeit und frei von Hunger und Armut zu haben.

Effiziente Anbaumethoden und optimiertes Saatgut sind wichtig für gute Erträge. © Constanze Bandowski

Gesund – vom Saatgut bis zur Mahlzeit

Effiziente Anbaumethoden und optimiertes Saatgut steigern die Erträge. Doch der Ausbau ökonomischer Potenziale in Zeiten des globalen Klimawandels funktioniert nicht ohne den Erhalt natürlicher Ressourcen wie Luft, Boden und Wasser sowie der Biodiversität. Im Welthungerhilfe-Projekt in Simbabwe ist das schon zur Praxis geworden: Viele Kleinbauern nutzen organische Abfälle als nachhaltigen Dünger für ihre Felder. Mais und Süßkartoffeln gedeihen prächtig und ernähren die Familien ausreichend und gesund. Andernorts führen Maßnahmen zum Erosionsschutz, effiziente Bewässerung und biologischer Pflanzenschutz zur nachhaltigen Sicherung produktiver Böden. So finden auch Hühner und Vieh genügend Futter.

Das Land gehört allen

Neben dem Schutz von Forst-, Acker- und Weideflächen ist ein gerechter Zugang notwendig. Um im Bezug auf Besitz und Nutzung Interessenskonflikte, die z.B. im Zuge von großflächigen Agrarinvestitionen, sogenanntem Landraub, einzudämmen, setzt sich die Welthungerhilfe für eine armutsorientierte partizipative Flächennutzungsplanung ein und fordert die Politik zum Handeln auf.

Eine Ausbildung durch die "Green Colleges" führt zu beruflicher Unabhängigkeit der kleinbäerlichen Familien. © Christina Felschen/Welthungerhilfe

Gemeinsam stark

Für 250.000 Kleinbauern im Westen Sierra Leones hat sich das Leben in den letzten Jahren zum Positiven gewendet: Heute agieren sie in Kooperativen, die hochwertigen Bio-Kakao exportieren. Ein erfolgreicher sozi-kultureller Strukturwandel, bei dem auch die  Geschlechtergleichstellung einen deutlichen Schritt nach vorne getan hat. Gestärkt im Mitspracherecht tragen Frauen zum Erfolg der Betriebe bei.

Ein weites Feld für Arbeit

Landwirtschaft eröffnet ebenso Voraussetzungen für gewerbliche Einkommensquellen. So schaffen die Weiterverarbeitung von Agrarprodukten, ihre Lagerung und Vermarktung Arbeitsplätze. Das nötige Wissen vermitteln bspw. die von der Welthungerhilfe unterstützen Green Colleges. 15 der Bildungseinrichtungen – gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit – gibt es bereits in Indien. Bis Ende 2016 wurden 8.000 Jugendliche in Landwirtschaft und ländliche Berufe ausgebildet, 5.500 von ihnen haben bereits eigene Betriebe gegründet. Die Maßnahmen tragen also Früchte.

Letzte Aktualisierung 06.09.2018

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