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Wie wird Entwicklungszusammenarbeit finanziert?

Wie hoch ist der staatliche Entwicklungshilfebeitrag wirklich? Wie sind die Zusammenhänge?Welthungerhilfe schaut der Regierung auf die Finger.

Richard Haep Team Politik und Außenbeziehungen (bis 2017)

Geld allein schafft noch keine Entwicklung. Aber ohne Geld sind Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe unmöglich. Die Vereinten Nationen haben sich deshalb schon vor Jahrzehnten darauf geeinigt, dass alle Staaten 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens für Entwicklung aufbringen. So weit so gut.

Bundespressekonferenz 2008
Bundespressekonferenz 2008 © Welthungerhilfe
Grafikkarte mit der Aufschrift: Leave no one behind! Hintergrund

Kompass 2030 - Wirklichkeit der Deutschen Entwicklungspolitik

Wo steht Deutschland diesbezüglich im internationalen Vergleich? Welche anderen Zusagen und Verpflichtungen bestehen? Wer bekommt es? Und wofür wird das Geld ausgegeben? Und am wichtigsten: wird dann damit auch die gewünschte Wirkung erzielt?

Diesen und anderen Fragen geht die Welthungerhilfe systematisch und mit kritischem Auge nach. Seit vielen Jahren analysiert sie die Entwicklungspolitik der jeweiligen Bundesregierung;, deckt Lücken und Fehler auf und schlägt konkrete Verbesserungen. Im persönlichen Gespräch, in öffentlichen Debatten und in dem jährlich erscheinenden „Kompass 2030“. Darin fordert sie den Bund zum Beispiel auf, endlich die Entwicklungshilfe auf ehrliche 0,7% aufzustocken, also ohne die Ausgaben für Geflüchtete in Deutschland einzurechnen, denn die machen davon mehr als ein Viertel aus. Denn nur das Geld, das vor Ort auch ankommt, hilft dabei die Landwirtschaft anzukurbeln, tragfähige Gesundheits- und Bildungssysteme in armen Ländern zu schaffen oder Hungersnöte zu beseitigen.

Ernährungssicherheit auf die politische Tagesordnung bringen

Zudem kritisieren wir, dass immer weniger Geld in die ärmsten Länder fließt oder den verwundbarsten Bevölkerungsgruppen zugutekommt. Und wenn die Regierung sagt „wir geben jedes Jahr 1,5 Milliarden Euro für die Ernährungssicherung aus“, dann wollen wir das auch nachprüfen können: die dazu notwendige Transparenz muss weiter verbessert werden. Und wir bringen unsere eigenen Erfahrungen bei der Hungerbekämpfung aus der Projektarbeit in die Debatte ein.

Nachhaltige Entwicklungshilfe muss ausreichend finanziert werden. © Alexej Getmann/Justfilm/Welthungerhilfe

Damit bringt die Welthungerhilfe das Thema Hunger und Ernährungssicherheit immer wieder auf die Tagesordnung des deutschen Bundestags, der Ministerien oder auch der entsprechenden internationalen Organisationen. Veranstaltungen, Gespräche und Aktionen in der Bevölkerung schaffen Aufmerksamkeit und Bewusstsein und damit die öffentliche Unterstützung für unser Anliegen: „Zero Hunger“.

Oft mit Erfolg: So hat z.B. die Bundesregierung mit ihrer Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“viele Positionen und Vorschläge der Welthungerhilfe übernommen. Für uns ein Ansporn auch weiterhin ein wachsames Auge auf Anspruch und Realität der deutschen Entwicklungspolitik zu haben: für eine Welt ohne Hunger!

Letzte Aktualisierung 06.09.2018

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