Hilfe für Flüchtlinge im Irak

Überleben sichern im Irak

Nahrung, Wasser, Unterkünfte und Hoffnung für Vertriebene und Flüchtlinge im Irak

Die junge Mutter konnte im Oktober 2016 mit ihrer Tochter aus dem eingekesselten Mossul in ein Flüchtlingslingslager fliehen. © Krupar
Absperrband und neue Matratzen: Die Flüchtingscamps wachsen von Tag zu Tag.
Absperrband und neue Matratzen: Die Flüchtingscamps wachsen von Tag zu Tag. © ACTED
Die Versorgung mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln ist im Grenzgebiet schwer.
Die Versorgung mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln ist im Grenzgebiet schwer. © ACTED
Lebensmittellieferungen der Welthungerhilfe erreichen den Nordirak.
Lebensmittellieferungen der Welthungerhilfe erreichen den Nordirak. © ACTED

+++ Aktuelles +++

(25.08.2017) Nach Angaben der irakischen Regierung haben die beteiligten Streitkräfte Mossul zurückerobert. Ein Ende der humanitären Krise im Irak ist jedoch nicht in Sicht. Die Versorgungslage im Umland und in der Stadt selbst ist für die Rückkehrer weiter extrem schwierig. Seit Beginn der Offensive im Oktober 2016 gegen den so genannten Islamischen Staat (IS) sind mehrere Hunderttausend Menschen aus Mossul geflohen; aktuell sind es ca. 841.000 verifizierte Binnenflüchtlinge.

Auf der Flucht vor Krieg und Gewalt

Der Irak ist weiterhin ein Land im Krieg. Seit der "Islamischer Staat" (IS) im August 2014 seinen Vormarsch im Nordwesten des Landes begann, wurden 3,2 Millionen Menschen vertrieben. Viele sind bei Gastfamilien untergekommen, andere leben in Camps oder in Kellern und Hinterhöfen. Die Belastung der Bevölkerung ist hoch. Den Menschen, die noch auf der Flucht sind, fehlt es häufig an Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Sanitäranlagen, medizinischer Grundversorgung, Kleidung und Decken. Sie brauchen Bildung und Arbeit. Die Welthungerhilfe unterstützt vor Ort mit der Verteilung der am dringendsten benötigten Güter.

Nach den Entwicklungen des Jahres 2017 können jedoch wieder zigtausende Menschen in die vom IS zurückeroberten Gebiete zurückkehren, wie z.B. in die Gegenden um Niniveh und das Umland von Mossul. Nun muss die zerstörte Infrastruktur, Energieversorgung, Schulen und Straßen wieder aufgebaut werden. Bereits jetzt sind viele Hilfsmaßnahmen unterfinanziert. Die Aufgaben sind gewaltig.

Perspektiven schaffen für Rückkehrer

Wenn Flüchtlinge sich dazu entscheiden, in ihren Heimatort zurückzukehren, stehen sie oftmals vor dem Nichts. In der Ninewa-Provinz unterstützt die Welthungerhilfe gemeinsam mit der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit Rückkehrer und die verbliebene Bevölkerung mit "Cash for Work"-Maßnahmen. Die Teilnehmer des Projektes werden in den Wiederaufbau der Infrastruktur miteinbezogen, während sie gleichzeitig ein Einkommen von umgerechnet rund 236 Euro pro Arbeitseinsatz erhalten.

Verschiedene Bevölkerungsgruppen werden aktiv in die Planung der Aktivitäten miteinbezogen und können so ihre individuellen Bedürfnisse einbringen. Das durch Spannungen gekennzeichnete Zusammenleben verschiedener lokaler Bevölkerungsgruppen soll dadurch verbessert werden.

Die Welthungerhilfe unterstützt Geflüchtete und Rückkehrer mit folgenden Aktivitäten

Die Arbeit der Welthungerhilfe im Irak (Stand: Juli 2017).

 

  • Verbesserung der Lebensumstände von Rückkehrern, Vertriebenen und syrischen Flüchtlingen im Norden der Provinz Niniveh, die 2015 vom IS befreit wurde: Unterstützung beim Wiederaufbau durch Rehabilitierung von Basisinfrastruktur mit Hilfe von Cash for Work Aktivitäten, Fokus auf Förderung und Wiederherstellung des sozialen Friedens zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen

  • Mossul: Verteilung von Hilfspaketen mit Decken, Matratzen, Trinkwasserkanistern, Koch- und Essgeschirr, Waschmittel, Seife und weiteren Hygieneartikeln sowie einem Kerosinofen und einer Lampe in den vom IS zurückeroberten Gebieten östlich von Mossul. Familien mit Kindern erhalten „Baby-Kits“ mit Handtüchern, Windeln, Seife, Baby-Shampoo und Creme.

  • Der Zugang zu sauberem Wasser in den vom IS rückeroberten Gebieten ist ein großes Problem. In einem vom Auswärtigen Amt finanzierten Projekt setzt die Welthungerhilfe sich daher in folgenden Bereichen ein: Bereitstellung von Wasser mit Hilfe von Wassertrucks, Reparatur und Instandsetzung von Wasserleitungen, Bereitstellung von Nottoiletten, Duschen und sanitären Einrichtungen in Schulen, Bereitstellung von Generatoren, Kerosin, Chlorin und Wasserfiltern, Hygiene-Aufklärungskampagnen, Verbesserung der Abfallwirtschaft.

  • Die Welthungerhilfe bereitet sich außerdem auf eine mögliche Flüchtlingswelle aus dem ebenfalls umkämpften Telefar vor. Dafür wurde bereits ein Lager für Hilfsgüter in Zummar, Ninewa Governorate angemietet, um schneller und besser Zugang zu den Menschen zu bekommen.

  • Ein anderes vom BMZ finanziertes Projekt zielt auf den verbesserten Zugang zu Wasser und die Verminderung von Gesundheitsrisiken durch Verschmutzung ab – Reparatur und Instandsetzung von Wasserleitungen und Abwassersystemen, Trainings im Bereich Wartung und Management von Wasserinfrastrukturen und Hygiene


Geber: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ), Auswärtiges Amt, World Food Programme (WFP)

Jetzt spenden!