Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Seiteninhalt springen Zum Footer springen

04.04.2019 | Blog

Kompass 2019: Deutschland verfehlt Entwicklungshilfe­ziel

Deutschland hat das ODA-Entwicklungshilfeziel erneut verfehlt. Die Welthungerhilfe und terre des hommes fordern im Kompass 2019, dem Bericht zur "Wirklichkeit der Entwicklungshilfe", von der Bundesregierung mehr Engagement im Kampf gegen Hunger und Armut und eine stärkere Unterstützung der Least Developed Countries.

Feldarbeiter in Sodo, Äthiopien
Erfolge von Entwicklungszusammenarbeit: Dank neuer Anbaumethoden sprießt ein Feld im trockenen Sodo in Äthiopien. © Stephanie Glinski / Welthungerhilfe
Marion Aberle Team Policy & External Relations

Zum 26. Mal haben die Welthungerhilfe und terre des hommes ihren Bericht „Zur Wirklichkeit der deutschen Entwicklungspolitik“ veröffentlicht. Die Untersuchung macht klar: Die Bundesregierung ist ein wichtiger Akteur in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Die Studie zeigt aber auch: Deutschland kommt im Kampf gegen Hunger und Armut nach wie vor internationalen Verpflichtungen nicht nach und muss sein Engagement quantitativ und qualitativ verbessern.

Kompass 2019

Der Kompass 2019 analysiert die öffentlichen Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit.

22,18 Milliarden Euro hat Deutschland im Jahr 2017 für Entwicklungszusammenarbeit ausgegeben. Viel Geld, aber nicht genug. Denn die Bundesrepublik hat sich vor 47 Jahren zusammen mit anderen Industriestaaten dazu verpflichtet, 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens (BNE) für die Verbesserung der Lebensbedingungen in Schwellen- und Entwicklungsländern auszugeben. Bislang ist Deutschland dieser Verpflichtung erst ein einziges Mal nachgekommen – und zwar im Jahr 2016. Mit 0,67 Prozent wurde dieses Ziel nun erneut verfehlt.

Wohin fließt das Geld und wie wird es eingesetzt?

Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland hinter Schweden, Norwegen, Luxemburg, Dänemark und Großbritannien zwar gut ab. Das liegt jedoch vor allem daran, dass die Ausgaben für Geflüchtete in Deutschland angerechnet werden. Mit 5,37 Milliarden Euro machen sie immerhin knapp ein Viertel der Aufwendungen aus. Da diese Ausgaben in den nächsten Jahren voraussichtlich deutlich zurückgehen werden, ist davon auszugehen, dass Deutschlands Beitrag zur Entwicklungszusammenarbeit in den nächsten Jahren weiter sinken wird.

Doch es geht nicht nur darum, wieviel Geld fließt, wichtig ist auch, wohin es fließt. Die Bundesregierung hat sich vor acht Jahren dazu verpflichtet 0,15 bis 0,2 Prozent des BNE für die am wenigsten entwickelten Länder auszugeben. Im Jahr 2017 flossen jedoch nur rund 0,11 Prozent an diese besonders bedürftigen Länder. 

Über den Bericht

Zum 26. Mal veröffentlichen Welt­hunger­hilfe und terre des hommes Deutschland den Bericht „Zur Wirklichkeit der deutschen Ent­wick­lungs­politik“. Der Kompass 2019 analysiert die öffentlichen Ausgaben für Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit. Fokus­themen sind die deutsche Afrika­politik und die Strategie der Bundes­regierung zum Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten.

Entwicklungszusammenarbeit wirksamer gestalten

Und schließlich geht es natürlich auch darum, wie die Gelder verwendet werden. Deutschland hat sich deshalb im Jahr 2011 der Partnerschaft für effektive Entwicklungszusammenarbeit angeschlossen. Internationale Untersuchungen weisen jedoch auf Nachholbedarf der deutschen Programme in Sachen Wirksamkeit hin. Deutsche Entwicklungszusammenarbeit könnte noch effizienter bereitgestellt, Partner stärker entlastet sowie die Institutionen der Partnerländer stärker gefördert werden.

Doch Hunger kann nicht alleine durch Entwicklungszusammenarbeit bekämpft werden. Damit die ambitionierten Nachhaltigen Entwicklungsziele – die unter anderem vorsehen, Armut bis zum Jahr 2030 weltweit zu beenden – noch erreicht werden können, muss die Bundesregierung auch in der Finanz-, Technologie-, Umwelt-, Handels-, Sicherheits- und Migrationspolitik endlich eine kohärente Politik betreiben, die dazu beiträgt, Lebensbedingungen in ärmeren Ländern zu verbessern. 

Ärmste Länder profitieren nicht

Grafik: Die ärmsten Länder profitieren nicht von Deutschlands Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit
Die ärmsten Länder profitieren nicht von Deutschlands Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit. © Welthungerhilfe
Forderungen an die Bundesregierung

Um Hunger und Armut weltweit noch effektiver zu bekämpfen, fordert die Welthungerhilfe die Bundesregierung deshalb auf:

Kompass 2019 - Kapitel II: Bewertung der deutschen Afrikapolitik

Schlagworte
Letzte Aktualisierung 05.04.2019

Das könnte Sie auch interessieren

Deutsche Welthungerhilfe e. V., Sparkasse KölnBonn IBAN DE15 3705 0198 0000 0011 15, BIC COLSDE33
Newsletter abonnieren

Alle Informationen zu Katastrophen, Projekten und Veranstaltungen aus erster Hand erhalten.