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Ideen und Tipps gegen Lebensmittelverschwendung

Gemeinsam lässt sich viel erreichen: Dies können Schulen, Unis und Unternehmen gegen Lebensmittelverschwendung tun.

Eine Frischhaltebox mit drei Äpfeln
Jeder kann etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun - wir hätten da ein paar Ideen! © Matthias Jung/Welthungerhilfe

Ob in der Mensa, der Schulkantine oder der Cafeteria: Wo Essen in großen Mengen über die Theke geht, landet leider auch viel im Müll. Doch das muss nicht sein. Gerade Orte, an denen viele Menschen zusammen kommen, können eine Vorbildfunktion übernehmen und Lebensmittel vor der Tonne retten. Universitäten, Schulen und Unternehmen finden auf dieser Seite jede Menge Ideen gegen Lebensmittelverschweundung.

Tipps für Schüler/innen und Studierende

Lernen fürs Leben – mit diesen Ideen könnt ihr an Schule und Uni gegen Lebensmittelverschwendung aktiv werden.

Lebensmittel retten an Schulen und Unis:

Was können Unternehmen gegen Lebensmittelverschwendung tun?

Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2030 die Lebensmittelverschwendung zu halbieren. Damit dieses Ziel erreicht wird, sind nicht nur die Endverbraucher gefragt, sondern ein nachhaltiger Umgang mit unserer Nahrung entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist erfoderlich. Vom Landwirt über die Konservenfabrik bis hin zur Gastronomie – alle Akteure haben ihren Anteil an der gigantischen Lebensmittelverschwendung und jeder kann seinen Teil dazu beitragen, um sie einzudämmen. Eine erste Bewertung, wie das eigene Unternehmen in Sachen Lebenmittelverschwendung abschneidet, gibt der Unternehmens-Check.

Wir haben ein paar kleine, aber wirkungsvolle Tipps zusammengetragen, die zeigen, was Unternehmen aus der Foodbranche konkret tun können, um die Verschwendung von Lebensmitteln zu reduzieren.

7 Tipps für Unternehmen

Best-Practices gegen Lebensmittelverschwendung

Diese drei Unternehmen zeigen beispielhaft, wie es auf vorbildliche Weise gelingt, effektive Maßnahmen im Alltagsbetrieb zu verankern, um Lebensmittelabfälle erst gar nicht entstehen zu lassen:

Gertrudenhof: Wertschätzung für Lebensmittel lernen

Der Gertrudenhof in Hürth ist ein Erlebnisbauernhof für Kinder und setzt sich ganz besonders für die Wertschätzung von Lebensmitteln in der Landwirtschaft ein. Auf über 130 Quadratmetern Anbaufläche bauen die Betreiber 30 Obst- und Gemüsesorten an und verfolgen dabei den Bildungsansatz, bereits Kindern den Wert von Lebensmitteln nahe zu bringen.

Nicht normgerechtes Gemüse und Obst, das der Großhandel wegen Form und Optik nicht akzeptiert, findet im Hofladen Abnehmerinnen und Abnehmer. Zusammen mit Überschüssen aus der Produktion werden die „Krummen Dinger“ auch kurzfristig über einen „Pop-up“-Stand verkauft. 3.000 bis 4.000 Besucher/innen zählte der Gertrudenhof dort bereits. Gezahlt wird für das Obst und Gemüse soviel, wie es den Kund/innen wert ist. Geschäftsführer Peter Zens betont, die besondere Bedeutung des Pop-Up-Stands liege darin, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Oft würden die Leute freiwillig sogar mehr bezahlen.

Zwei Hände bilden ein Herz vor einer Ackerfläche des Gertrudenhofs in Hürth.
Ackerfläche des Gertrudenhofs in Hürth. © Gertrudenhof

Regionalacker vermittelt Wissen über Obst- und Gemüseanbau

Ein mittlerweile neu entwickeltes Projekt auf dem Hof ist der Regionalacker. Hier werden auf rund 2.000 Quadratmetern – das entspricht der Fläche, welche statistisch jedem einzelnen Menschen auf der Erde als Anbaufläche zur Verfügung steht – 50 bis 70 Kulturen angebaut. Der Regionalacker dient als Schulprojekt und kann jeden Tag von Kindern aber auch Erwachsenen in den offenen Gartenstunden besucht werden. In Gewächshäusern und auf Hochbeeten werden den Besucherinnen und Besuchern zahlreiche regionale, saisonale und natur- und umweltverträglich angebaute Gemüsesorten aus der Region gezeigt, Anbaumethoden und Möglichkeiten der Lagerung und Aufbewahrung von Lebensmitteln. Zudem dient der Regionalacker dem Hof auch als „Laborküche“, um im Kleinen verschiedene neue Kulturmethoden auszutesten.

Die Philosophie des Gertrudenhofs hat Landwirt Peter Zens verinnerlicht. Bezüglich Lebensmittelverschwendung solle ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden, so der Geschäftsführer des Hofs. Denn allein über Verbote lasse sich die Verschwendung schwer eindämmen, dafür brauche es vielmehr einen inneren Antrieb, die richtige Motivation. Um den Menschen das zu geben, spricht der Gertrudenhof Kinder an. Sie lernen hier nicht nur den Anbau kennen, sondern auch die Wertschätzung für jedes einzelne Obst und Gemüse. Dieses Gefühl brächten die Kinder dann in ihre Familien. „Wenn man etwas selbst entdeckt, dann geht es nicht am einen Ohr rein und zum anderen raus“, sagt Peter Zens. „Man behält das Gefühl im Herzen.“

Bio-Bäckerei cibaria: Brot-"Recycling" und "gerettete" Bananen

Verschwenderischer Ressourceneinsatz rechnet sich nicht. Deshalb hat die Bio-Bäckerei cibaria nicht verkaufte Ware als wichtigste Stellschraube zur Effizienzsteigerungen in der Produktion identifiziert. Retouren werden systematisch erfasst und die Belegschaft regelmäßig geschult. Nicht verkaufte Brote und Brötchen werden zu Paniermehl verarbeitet und mittels überarbeiteter Rezepturen wieder in Backwaren eingearbeitet. Weitere Überschüsse  gehen als Spende an Bahnhofsmissionen oder an die Versorgung der Nachtschicht.

Cibaria bezieht die Hauptrohstoffe zum Backen Dinkel, Weizen und Roggen von Bauernhöfen aus dem Münsterland. Die Bäckerei ist Gründungsmitglied des BioFair-Vereins und hat sich verpflichtet, sämtliche Zutaten, Produktions- und Vertriebsschritte bezüglich ihrer Umwelt- und Sozialverträglichkeit unter die Lupe zu nehmen und ressourcenschonend zu handeln.

Eine Mitarbeiterin der cibaria Bio-Bäckerei beim Backen.
Eine Mitarbeiterin der cibaria Bio-Bäckerei beim Backen. © Ralf Emmerich

Nachhaltiges Projekt: Kuchen aus "geretteten" Bananen

Bananen stehen im Fokus eines Projekts von cibaria. Warenlieferanten können der Bio-Bäckerei Bananen zu schicken, die sie nicht verkaufen konnten. Die geretteten Bananen werden püriert, eingefroren und dann zur Herstellung des Kleinkuchens "vegane Banane" verwendet.

Die nachhaltige Philosophie der Bäckerei setzt bei den begrenzten Ressourcen weltweit an. Cibaria setzt sich für einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln und allen anderen Gütern ein, da diese einen Wert an sich haben. Dieser Wert motiviere, Verschwendung wo es geht zu vermeiden. Das aktuell steigende Interesse an den Themen Bio und Nachhaltigkeit bestärkt die Bio-Bäckerei darin, dass diese Herangehensweise die Richtige ist.

Neue Rezepturen inklusive Resteverwertung im Schneider Bräuhaus München

Die im Schneider Bräuhaus München in der Küche verwendeten Rohstoffe werden von regionalen Partnern bezogen. Aber wie schafft es das Bräuhaus mit traditioneller Münchner Küche, Abfälle zu vermeiden?

Fassade des Schneider Bräuhaus München.
Fassade des Schneider Bräuhaus München. © Schneider Bräuhaus München

2015 gelang es dem Schneider Bräuhaus München, die Lebensmittelverschwendung gegenüber 2008 um 70% zu reduzieren. Dieser Wert habe sich nun stabilisiert, sagt Geschäftsführer Otmar Mutzenbach. Bei einem gastronomischen Konzept wie dem Bräuhaus liege dort vermutlich die Sättigungsgrenze. Zu Beginn des Jahres 2019 wurde die Speisekarte noch einmal umgestellt. Noch jahreszeitlicher und mit einem einheitlicheren Angebot könnten vielleicht sogar weitere Lebensmittelabfälle reduziert werden.

Geschäftsführer Mutzenbach bleibt motiviert, sich weiterhin gegen Lebensmittelverschwendung einzusetzen. „In Zeiten in denen nach wie vor wöchentlich Zeitungsartikel rund um dieses Thema erscheinen, kann man doch nicht aufhören, diesbezüglich die Werbetrommel zu rühren“, sagt er. Jeder habe seinen Beitrag zu leisten. „Durch politische Aktionen kann sich bei diesem Thema nichts ändern, es ist eine Frage, ob sich die Grundeinstellung vieler Menschen ändert und das geht nur durch Vorleben, Bewusstsein schaffen und Motivation.“  

10 Ideen gegen Lebensmittelverschwendung

Bewusst einkaufen, achtsam Schnibbeln und Essen teilen: So muss niemand mehr gut erhaltene Lebensmittel wegschmeißen!

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Letzte Aktualisierung 19.09.2019

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