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Interviewpartner

Mitglieder aus Präsidium und Vorstand sowie Fachleute zu speziellen Themen und Ländern stehen als Interviewpartner*innen zur Verfügung.

Gerne vermitteln wir Ihnen kompetente Interviewpartner*innen, die zu aktuellen Themen der Welthungerhilfe im In- und Ausland Auskunft geben können. In vielen der rund 40 Projektländer arbeiten deutschsprachige Mitarbeiter*innen.

Leitung der Organisation

Marlehn Thieme (Präsidentin)

Zur Person

Marlehn Thieme hat seit November 2018 das Ehrenamt der Präsidentin der Welthungerhilfe inne.

Sie ist außerdem Vorsitzende des ZDF-Fernsehrates (seit 2016) und Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung (seit 2012).

Seit 2003 ist Marlehn Thieme Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Von 2003 bis 2012 war sie Mitglied des Rates des Diakonischen Werkes der EKD, und von 1998 bis 2005 Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages.

1986 begann Marlehn Thieme ihre Karriere bei der Deutschen Bank AG, wo sie mehr als 20 Jahre in unterschiedlichen Positionen tätig war. Von 1995 bis 2001 begleitete sie beispielsweise den Posten als Geschäftsführerin der DB Stiftung „Hilfe zur Selbsthilfe“ und von 2005 bis 2013 war sie Direktorin Corporate Social Responsibility. Von 2008 bis 2013 war sie außerdem Arbeitnehmervertreterin im Aufsichtsrat der Deutschen Bank AG.

Marlehn Thieme hat Rechts- und Sozialwissenschaften in Freiburg und Bonn studiert. Das erste Staatsexamen legte sie am Oberlandesgericht Düsseldorf ab, das zweite am Oberlandesgericht Hamburg.

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Mathias Mogge (Generalsekretär und Vorstandsvorsitzender)

Zur Person

Mathias Mogge wurde im September 2018 zum Generalsekretär der Welthungerhilfe berufen. Der Agraringenieur und Umweltwissenschaftler (MSc) arbeitet seit 1998 in verschiedenen Positionen für die Organisation, zuletzt seit März 2010 als Programmvorstand. Von 2005 bis 2010 war er als Leiter der Fachgruppe „Wissen, Innovation, Beratung“ zuständig für das Wissensmanagement, die fachlich-konzeptionelle Beratung der Auslandsprogramme, die Vertretung der Welthungerhilfe in Fachgremien, die Entwicklung von strategischen Sektorvorhaben sowie die Erarbeitung fachlich strategischer Leitlinien.

Von 2001 bis 2005 verantwortete er als Regionaldirektor in Bamako (Mali) die Entwicklung und Steuerung der Programme in Mali, Burkina Faso, Liberia und Sierra Leone. Als Ländergruppensprecher und Programm Manager trug er zuvor von 1998 bis 2001 die Verantwortung für die Projektarbeit in Uganda, Äthiopien und im Sudan.

Nach seinem Studium 1993 begann er mit der praktischen Entwicklungszusammenarbeit beim Deutschen Entwicklungsdienst als Entwicklungshelfer im Natural Resource Management Project in Kutum, Region Darfur/Sudan.

Mathias Mogge ist seit 2013 ehrenamtliches Vorstandsmitglied des Verbands Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e. V. (VENRO). Seit 2018 ist er zudem Mitglied im Kuratorium der Aid by Trade Foundation.

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Susanne Fotiadis (Vorstand Marketing & Kommunikation)

Zur Person

Susanne Fotiadis ist seit November 2019 Vorstand Marketing & Kommunikation der Welthungerhilfe. Zuvor war sie 13 Jahre Mitglied der Geschäftsleitung bei UNICEF Deutschland und seit 2012 Leiterin Marketing und Fundraising. Sie beschäftigte sich mit der strategischen Weiterentwicklung und Digitalisierung des Marketings und der Erschließung neuer Marketingkanäle. Auch die Gewinnung neuer Partner war ihr ein wichtiges Anliegen. Während ihrer Tätigkeit bei UNICEF besuchte sie verschiedene Programmländer, u.a. Vietnam und Malawi.  

Vor ihrem Wechsel in den NGO-Bereich hat sie in der freien Wirtschaft in verschiedenen Führungspositionen im nationalen und internationalen Konsumgütermarketing gearbeitet. 

Susanne Fotiadis hat einen Abschluss als Diplom-Kauffrau. 

Christian Monning (Vorstand Finanzen)

Zur Person

Christian Monning ist seit Februar 2018 Finanzvorstand der Welthungerhilfe.

Der Wirtschaftswissenschaftler hat zuvor in verschiedenen Führungspositionen in der freien Wirtschaft gearbeitet und kehrt nach über 15 Jahren im Ausland nach Deutschland zurück. Als Geschäftsführer und CFO für amerikanische Unternehmen hat er die meiste Zeit in Kansas City, Los Angeles, New York City und Miami verbracht, war aber auch in Italien und Belgien tätig.

Neben den klassischen Bereichen des Finanzmanagements deckt er auch die Bereiche Personalwesen, Information Technology, Internal Audit, Compliance und die Logistik ab.   

Bettina Iseli (Programmdirektorin, erweiterter Vorstand)

Zur Person

Bettina Iseli wurde 2019 zur Leiterin Programme der Welthungerhilfe ernannt. Ihre Ernennung folgt einer 15-jährigen Karriere in der humanitären und Entwicklungshilfe, davon sieben Jahre in der Welthungerhilfe: Zwischen 2014 und 2018 war sie Head of Institutional Donor Relations. Davor war sie als Länderreferentin für Haiti und zuletzt als stellvertretende Leiterin der Regionalgruppe Lateinamerika/Karibik tätig.

Ehe sie zur Welthungerhilfe kam, arbeitete sie in verschiedenen Funktionen im Nothilfe-Bereich der Caritas Schweiz in zahlreichen Post-Katastrophen Kontexten. Von 2005 bis 2010 war sie in den Tsunami-Not- und Wiederaufbauprogrammen sowohl in Sri Lanka als auch in Indonesien tätig. Während dieser Zeit war sie parallel verantwortlich für die Leitung von weiteren Nothilfe- und Wiederaufbauprogrammen in Java (2006) und Sumatra (2009) in Indonesien, in Sri Lanka (2009) und Pakistan (2010). In den Jahren 2011 und 2012 unterstützte sie bei den Nothilfe-Maßnahmen während der Ernährungssicherheitskrise am Horn von Afrika und im Tschad. 

Bettina Iseli absolvierte ihren Master in Internationalen Beziehungen am Graduate Institute in Genf und schloss einen weiteren Master-Studiengang in Humanitärer Hilfe in Bochum und Groningen sowie einen Master in Leadership and Development in Zürich ab. 

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Interviewpartner*innen zum Thema Corona weltweit

Carolin Schmidt | Head of Programmes | Südsudan

Blog: Jetzt auch noch Corona und Heuschrecken

"Bereits ohne die Pandemie ist die humanitäre Lage hier im Südsudan katastrophal. 7,5 Millionen Menschen sind auf Nothilfe angewiesen, über die Hälfte davon Kinder. Eine exponentielle Ausbreitung des Coronavirus im Südsudan würde sehr viele Menschenleben kosten. Auch ohne Covid-19 gibt es bereits einige Gebiete, in denen aufgrund von fortschreitenden Kämpfen keine humanitäre Hilfe mehr möglich ist."

Ursula Langkamp | Landesdirektorin | Sierra Leone

"Die Hauptstadt von Sierra Leone war von 2014 bis 2016 ein Brennpunkt der Ebola-Epidemie in Westafrika. 11.000 Menschen starben in der Region an den Folgen der Infektion, 4.000 von ihnen in Sierra Leone. Das Gesundheitssystem brach zusammen, nun geht die Angst um, dass sich die Geschichte wiederholen könnte. Die Ausstattung der Krankenhäuser ist in keiner Form dem gewachsen, was auf das Land womöglich zukommt."

Es gibt nur 0,3 Ärzte und 10 Krankenpfleger*innen für 10.000 Menschen, 600 Betten in speziellen COVID-19 Krankenhäusern, aber nur 22 Beatmungsgeräte, 50 weitere wurden bestellt. Präventionsmaßnahmen wurden eingeleitet, aber überfüllte Häuser, Busse und Märkte machen Abstandhalten schwierig. Einkommen sind zu niedrig um Ausgangssperren zur Eindämmung der Pandemie durchzuführen."

Regina Feindt | Landesdirektorin | Simbabwe

"Das Gesundheitssystem in Simbabwe ist nicht ansatzweise auf die aktuelle Situation vorbereitet. Es gibt bei weitem nicht ausreichend Beatmungsplätze im Land. In unseren WASH-Projekten legen wir den Fokus nun auf die Eindämmung von COVID-19. Das bedeutet: Wir informieren die Menschen in Hygienetrainings über die nötigen Vorsichtsmaßnahmen und halten sie an, diese Informationen auch in ihre Familien und Gemeinden zu tragen. Wir nutzen hierfür auch soziale Medien und wollen die Informationen aus dem Auto heraus mit Lautsprechern verbreiten, auch um unsere Mitarbeiter zu schützen – physical distance gilt auch in Simbabwe."

In Simbabwe ist COVID-19 aber in erster Linie ein Armuts- und Hungerproblem; die lock down Regularien treffen den informellen Sektor, in dem ca. 80% der Bevölkerung ihren Unterhalt erwirtschaftet, nun verdienen diese Menschen nichts mehr. Die Simbabwer*innen leiden bereits unter massiven Ernteeinbußen aufgrund der Dürre, dazu eine katastrophale wirtschaftliche Situation mit Hyperinflation und nun auch noch COVID-19. Massive Ernährungsunsicherheit betrifft fast die Hälfte der Bevölkerung des Landes, das bereitet große Sorge, auch wegen der langfristigen Folgen der Mangelernährung.

Thomas Hoerz | Programmkoordinator | Somaliland

Interview zur Heuschreckenplage: Wird die Plage zur Katastrophe?

„Es heißt immer, Afrika sei mit seiner recht jungen Bevölkerung, besser für das Coronavirus gewappnet als eine überalterte Gesellschaft wie z.B. in Italien. Warum ist die afrikanische Bevölkerung so jung? Auch deswegen, weil so viele junge Menschen sterben und nur sehr wenige Menschen ein hohes Alter erreichen. Das liegt vor allem am schlechten Gesundheits- und Ernährungszustand ganzer Bevölkerungsschichten. Durch den Ruß von offenen Feuerstellen sterben mehr Kinder an Lungenentzündung und Bronchitis als an Malaria. Ideale Eingangspforten für den Coronavirus und schlechte Überlebenschancen auch für die jungen und ganz jungen Menschen.“

Matthias Späth | Landesdirektor | Äthiopien 

Blog zu Corona, Cholera, Flucht und Heuschrecken: Ein Cocktail der Herausforderungen

"Richte ich meinen Blick jedoch zum Beispiel auf Äthiopien, so erfüllt mich ein Gefühl von Demut. Die Kombination von Covid-19, den Heuschrecken, der in einigen Regionen des Landes ausgebrochenen Cholera-Epidemie, den Millionen binnenvertriebener Menschen und etwa 1 Million Flüchtlinge aus benachbarten Krisenregionen stellt Äthiopien vor massive Herausforderungen. Für zu viele dieser Menschen sind Leiden und Verzicht keine kurz- oder mittelfristigen Phänomene, sondern seit jeher fester Bestandteil ihres Alltags." 

Nivedita Varshneya | Landesdirektorin | Indien

(englischsprachig)

"To ensure livelihoods for the rural communities and daily wage labourers, the government has reopened the MGNREGS (Mahatma Gandhi National Rural Employment Guarantee Scheme). In many of Welthungerhilfe India project locations, our partners are working closely with the government and have facilitated work for the community under this scheme during the lockdown."

Jessica Kühnle | Expert Communication | Türkei/Syrien

Interview zu Corona: Die Folgen werden verheerend sein

"In den vergangenen Jahren wurden systematisch Schulen, aber auch Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen bombardiert. Es gibt es in ganz Nordwest-Syrien noch drei Krankenhäuser mit Intensivstationen und nur 50 Beatmungsgeräte. [...] Wenn das Virus die offiziellen sowie zahlreichen informellen Flüchtlingscamps erreichen sollte, werden die Folgen verheerend sein. Um nun zumindest die Menschen in Nordwestsyrien auf das Virus testen zu können, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 300 Test-Kits nach Idlib-Stadt geliefert und will noch weitere 2000 liefern. Angesicht der Bevölkerungszahl ist das jedoch nicht ausreichend für eine lückenlose Kontrolle."

Philippe Dresrüsse | Programmkoordinator | Indien

Zum Zyklon Amphan und Corona: "In West-Bengalen sind über 300.000 Menschen, in Orissa 20.000 Menschen und in Bangladesch 1,5 Millionen Menschen durch das Militär evakuiert worden – unter Covid natürlich eine riesige Herausforderung. Soziale Distanzierung, Händewaschen oder das Tragen von Masken ist dabei kaum sicherzustellen. Die Menschen sind jetzt in den verschiedenenen Camps und Unterkünften untergebracht, unter anderem auch in Schulen und Gesundheitszentren. Man kann sich natürlich vorstellen, wie sich unter solchen Umständen das Coronavirus schnell verbreiten kann. Hinzu kommt der psychische Stress. Aufgrund der Ausgangssperre durften viele dieser Menschen monatelang ihr Haus nicht verlassen und mussten dann innerhalb von sechs Stunden ganz schnell evakuiert werden. Die Verunsicherung und Angst sind sehr groß."

Dirk Guenther | Projektkoordinator | Haiti

"Die Versorgung der Erkrankten stellt in Haiti ein großes Problem dar. Haiti hat derzeit außerdem zu wenige Testmöglichkeiten. Ein weiteres Problem ist, dass ein großer Teil der Bevölkerung im informellen Sektor beschäftigt ist. Wenn man möchte, dass sich die Bevölkerung an Ausgangsbeschränkungen und andere Maßnahmen hält, müssen sie ja irgendwie Lebensmittel oder Geld bekommen, denn diese Dinge können sie aktuell nicht mehr durch ihre Arbeit erhalten. Diese Situation stellt eine große Herausforderung für Haiti dar. Die Welthungerhilfe leistet in zwei Regionen des Landes Nothilfe in Sachen Corona-Prävention. Das heißt, Hygiene wird verbessert, die Bevölkerung wird bezüglich des Virus und der Übertragungswege sensibilisiert, und es werden Möglichkeiten geschaffen, besser an Lebensmittel heranzukommen."

Auswahl weiterer Interviewpartner*innen

Zu aktuellen Themen und Ländern stehen unter anderem diese Gesprächspartner*innen zur Verfügung:

Sie möchten einen Interviewtermin vereinbaren? Sie suchen eine*n anderen Gesprächspartner*in? Bitte sprechen Sie uns an.

Letzte Aktualisierung 22.06.2020

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