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27.11.2019 | Pressemitteilung

Klimawandel, Korruption und Unruhen verschärfen den Hunger in Haiti

35 Prozent der haitianischen Bevölkerung sind schon jetzt dringend auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Eine Frau bei der Karottenernte in Haiti.
Eine Frau bei der Karottenernte in Haiti. © Rommel/Welthungerhilfe

Bonn, 27.11.2019. Knapp zehn Jahre nach dem verheerenden Erdbeben warnt die Welthungerhilfe gemeinsam mit knapp 30 anderen internationalen Hilfsorganisationen davor, dass der Hunger in Haiti wieder auf dem Vormarsch ist. Eine neue Studie der Vereinten Nationen und der haitianischen Regierung zeigt, dass sich die Ernährungslage enorm verschlechtert hat und schon jetzt 35 Prozent der Bevölkerung dringend auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind. Die Organisationen befürchten, dass sich die Situation im nächsten Jahr weiter zuspitzen wird und dann mehr als 4 Millionen Menschen nicht mehr ausreichend zu essen haben.

Die Gründe für die desolate Lage im Land sind vielfältig. Die steigenden Rohstoffpreise, die Abwertung der lokalen Währung gegenüber dem Dollar, Korruption sowie die Verschlechterung der Sicherheitslage nach den Unruhen haben den Zugang der ärmsten Haushalte zu Nahrungsmitteln stark eingeschränkt. Aber auch die Folgen des Klimawandels und eine anhaltende Dürre seit 2018 haben besonders die Landwirtschaft hart getroffen.

„Die Landwirtschaft spielt eine entscheidende Rolle in der haitianischen Wirtschaft, denn dort arbeitet die Hälfte aller Beschäftigten. Die Mehrheit der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern hat aber weniger als 2 Hektar Land, um die Familien zu ernähren. Haiti ist von den Auswirkungen des Klimawandels besonders hart betroffen. Die ländlichen Gebiete sind von Abholzung und Entwaldung gekennzeichnet. Die Städte liegen an Küsten, Flüssen oder Berghängen, sodass Überschwemmungen und Erdrutsche immer wieder ganze Existenzen vernichten. Die Menschen haben keinerlei Ressourcen mehr, um diese Notlage abzufedern. Für Haiti werden daher die Ergebnisse der 25. Weltklimakonferenz in Madrid eine wichtige Rolle spielen“, beschreibt Mahamadou Issoufou-Wasmeier, Regionaldirektor Karibik, die schwierige Lage im Land.

Die Welthungerhilfe fordert gemeinsam mit den anderen Organisationen, dass die internationale Staatengemeinschaft mehr Mittel für Haiti zur Verfügung stellt. Dabei sollten lokale Produkte bei der Nahrungsmittelhilfe Vorrang haben, um die heimische Wirtschaft anzukurbeln. Überwachungs- und Frühwarnsysteme müssen unterstützt werden, um künftige Krisen besser bewältigen zu können.

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030“. Seit ihrer Gründung wurden mehr als 9300 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit 3,71 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.

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