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18.06.2020 | Pressemitteilung

Hungerkrise in Syrien weitet sich aus

Welthungerhilfe zu UN-Flüchtlingszahlen und der Situation in Syrien

Ein Junge sitzt hinter einem Gitter und schaut in die Kamera. Im Hintergrund steht ein Paket der Welthungerhilfe.
Ein Junge in einem Flüchtlingscamp in Nord-Aleppo. © Welthungerhilfe

Bonn/Berlin, 18.6.2020 Die neuen UN-Flüchtlingszahlen zeigen einen alarmierenden Anstieg: noch nie mussten so viele Menschen weltweit ihre Heimat verlassen ohne Hoffnung, bald zurückkehren zu können. Besonders katastrophal ist die Situation der Vertriebenen in Syrien sowie der syrischen Flüchtlinge in den Nachbarländern. 

Nach zehn Jahren Bürgerkrieg zählt allein Syrien 13,2 Millionen Flüchtlinge und Binnenvertriebene – das ist ein Sechstel der weltweiten Zahl von 79,5 Millionen Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten. Vielen droht jetzt als Folge der massiven Wirtschaftskrise und der Corona-Pandemie eine Hungerkatastrophe.  Allein in den letzten sechs Monaten ist die Zahl der Syrer, die nicht mehr genug zu essen haben, um 1,4 Millionen auf mehr als 9 Millionen Menschen gestiegen. 

Insbesondere die Lage der Vertriebenen innerhalb Syriens ist dramatisch. Im Nordwesten in den Provinzen Idlib und Aleppo kämpfen rund 850.000 Menschen, die im letzten halben Jahr geflohen sind, in überfüllten Lagern oder unter freiem Himmel ums tägliche Überleben: „Die Wirtschaft im Land ist durch die Bankenkrise und die Folgen von COVID-19 zusammengebrochen. Die Abwertung der Währung hat dazu geführt, dass die Preise für lebensnotwendige Güter wie Brot, Wasser oder Kochgas massiv gestiegen sind. Selbst Brot ist für die Geflüchteten und auch für die ansässigen Familien unbezahlbar geworden. Gleichzeitig finden viele Tagelöhner, die von der Hand in den Mund leben, durch die Einschränkungen der Corona-Krise keine Jobs mehr. Es gibt immer mehr Bettler auf den Straßen, die im Abfall nach Nahrung suchen“, beschreibt Halil Kurt, Programmkoordinator der Welthungerhilfe, die Situation im ganzen Land. 

Bei der anstehenden EU-Geberkonferenz für Syrien Ende Juni in Brüssel müssen dringend Schritte für eine politische Lösung des Konflikts gefunden werden. Darüber hinaus muss der UN-Sicherheitsrat die auslaufende Resolution verlängern, die den Zugang für humanitäre Hilfe nach Syrien garantiert.

Für Interviews stehen Programmkoordinator Halil Kurt (englischsprachig vor Ort via Telefon/Videoschalte) und Regionaldirektor für Syrien, Türkei und Libanon Dirk Hegmanns (in Deutschland) zur Verfügung.

Pressefotos zum Download

Zwei Jungen in einem Flüchtlingscamp in Idlib. © Hand in Hand for Aid and Development (HIHFAD)
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Ein Junge in einem Flüchtlingscamp in Azaz. © Welthungerhilfe
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Gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation HIHFAD hat die Welthungerhilfe in Idlib Brot an Geflüchtete verteilt. © HIHFAD
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Halil Kurt, Programmkoordinator Syrien, Welthungerhilfe © Kühnle/Welthungerhilfe
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Dirk Hegmanns, Landesdirektor der Welthungerhilfe für Syrien / Türkei / Libanon © Philipp Hedemann
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Klimawandelbedingte Extremwetterereignisse, wie hier eine langanhaltende Dürre in Somaliland in 2018, zwingen Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen. © Welthungerhilfe/Thomas Rommel
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Flüchtlinge der Rohingya aus Myanmar überqueren die Grenze nach Bangladesch im November 2017. © Daniel Pilar/Welthungerhilfe
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Flüchtlinge der Rohingya aus Myanmar überqueren die Grenze nach Bangladesch im November 2017. © Daniel Pilar/Welthungerhilfe
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In fünf Camps im Governorat Idlib verteilt HIHFAD, Partner der Welthungerhilfe, insgesamt 342.900 Liter Diesel zum Heizen. © Hand in Hand for Aid and Development (HIHFAD)
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Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030“. Seit ihrer Gründung wurden mehr als 9.300 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit 3,71 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.

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Letzte Aktualisierung 19.06.2020

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