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15.05.2020 | Pressemitteilung

Hilfswerke fordern stärkeres Engagement der Bundesregierung

Kompass 2020 – Bericht zur Wirklichkeit der deutschen Entwicklungspolitik: Corona-Krise hat verheerende Folgen für die ärmsten Länder

Ein Mädchen mit Mundschutz steht an einem Zelt aus schwarzen Planen.
Effektiver Schutz vor Corona ist für die Menschen, die im Slum am Rande von Delhi leben fast unmöglich. Hier leben Arbeitsmigranten die ihren Lebensunterhalt durch das Einsammeln, Sortieren und Verkaufen von Müll verdienen. Sie sind Teil eines Informellen Systems von Abfallmanagement und -Verwertung. Aufgrund der Corona Pandemie und der damit verbundenen Ausgangssperre sind sie auf die Vergabe von Lebensmitteln durch Hilfsorganisationen angewiesen. © Florian Lang/Welthungerhilfe

Berlin / Osnabrück, 15.5.2020 – Die Corona-Krise stellt die Entwicklungspolitik der Bundesregierung vor neue Herausforderungen. Neben der wichtigen kurzfristigen Hilfe mit dem Corona-Sofortprogramm der Bundesregierung werden langfristig deutlich mehr Mittel zur Bekämpfung von Hunger, Armut und fehlender Bildung als Folge der Pandemie benötigt. Insbesondere die ärmsten Länder leiden unter den wirtschaftlichen Folgen der Krise. Dies erklärten das Kinderhilfswerk terre des hommes und die Welthungerhilfe anlässlich der diesjährigen Vorstellung des Berichts zur Wirklichkeit der Entwicklungspolitik.

„Für uns ist die Atemschutzmaske das Gesicht der Corona-Krise, für Millionen Kinder in armen Ländern hat die Corona-Krise das Gesicht von Armut und dem Ende von Bildungschancen“, sagte Birte Kötter, Vorstandssprecherin von terre des hommes.

„Das Corona-Sofortprogramm muss deshalb gezielt Maßnahmen im Bereich der Ernährungssicherung und der Förderung von Grundbildung für Kinder enthalten, damit sie nicht dauerhafte Verlierer der Krise bleiben.“

„In Folge der Krise könnte die Zahl der Hungernden von 820 Millionen auf eine Milliarde steigen. Die Einkommensmöglichkeiten der Ärmsten gehen sofort verloren, wenn Tagelöhner und Wanderarbeiter durch die Corona-Restriktionen von einem Tag auf den anderen keine Arbeit mehr haben. Für sie ist die Gefahr an Hunger zu sterben bedrohlicher als das Virus selbst. Bis zu 70 Prozent der Erwerbsbevölkerung in Entwicklungsländern arbeiten in der Landwirtschaft – ohne jede soziale Absicherung. Jede Strategie, um die Not zu lindern und eine wirtschaftliche Erholung einzuleiten, muss den Agrar- und Ernährungssektor ins Zentrum stellen. Bäuerinnen und Bauern sind systemrelevant, insbesondere in Entwicklungsländern.

Die Finanzierung für Hungerbekämpfung und die ländliche Entwicklung dürfen daher nicht reduziert werden. Das Sofortprogramm des BMZ ist wichtig und muss wie vom Bundesminister Müller gefordert mit rund drei Milliarden aus dem Nachtragshaushalt untermauert werden und die langfristigen Entwicklungsbemühungen nicht konterkarieren“, betonte Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe.

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Kompass 2020

Zum 27. Mal veröffentlichen Welthungerhilfe und terre des hommes Deutschland einen Bericht „Zur Wirklichkeit der deutschen Entwicklungspolitik“.

Mehr erfahren
Coverfoto des Welthunger-Index 2018: Frau im Flüchtlingscamp Bentiu, Südsudan Krieg macht hungrig

Ein besonderer Fokus im Kompass 2020 liegt auf dem Thema "Krieg und Hunger". Mehr zum Thema finden Sie auch auf unserer Themenseite.

Auch außerhalb der Corona-Krise plädierte terre des hommes für einen deutlich höheren Stellenwert der Kinderrechte in der deutschen Entwicklungspolitik. „Die Rechte von Kindern müssen deutlich stärker entwicklungspolitisch verankert werden. Im BMZ-Reformplan für 2030 spielen sie praktisch keine Rolle. Für die derzeitige Kinderrechte-Sensibilität der Entwicklungspolitik bekommt das BMZ von terre des hommes einen Blauen Brief“, erklärte Birte Kötter.

Der „Kompass 2020“ ist die Weiterentwicklung des jährlichen Berichts zur „Wirklichkeit der Entwicklungspolitik“, den terre des hommes und Welthungerhilfe seit 1993 herausgeben. Er unterzieht weiterhin die deutsche Entwicklungspolitik einer kritischen Analyse, berücksichtigt dabei aber insbesondere die Anforderungen der 2015 beschlossenen UN-Nachhaltigkeitsagenda an die deutsche Politik.

Pressefotos zum Download

Nahrungsmittelverteilung in Zeiten von Corona: Madeline Shimuli, 22 Jahre alt, holt kontaktlos Lebensmittel von der Welthungerhilfe im St. Charles Lwanga Centre in Kibera, Nairobi ab. © Natalia Jidovanu/Welthungerhilfe
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Effektiver Schutz vor Corona ist für die Menschen, die im Slum am Rande von Delhi leben fast unmöglich. Hier leben Arbeitsmigranten die ihren Lebensunterhalt durch das Einsammeln, Sortieren und Verkaufen von Müll verdienen. Sie sind Teil eines Informellen Systems von Abfallmanagement und -Verwertung. Aufgrund der Corona Pandemie und der damit verbundenen Ausgangssperre sind sie auf die Vergabe von Lebensmitteln durch Hilfsorganisationen angewiesen. © Florian Lang/Welthungerhilfe
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Krieg macht hungrig: Eine Frau in einem Flüchtlingscamp im Südsudan. © Glinski/Welthungerhilfe
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Von 2013 bis 2018 herrschte im Südsudan Bürgerkrieg. Heute noch ist die Bevölkerung von den Folgen der Auseinandersetzung betroffen. © Glinski/Welthungerhilfe
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Eine Frau beim Wasser holen im Flüchtlingscamp in Bentiu, Südsudan. © Stefanie Glinski
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Hunger trifft die Kleinsten: Ein Junge im Südsudan. © Glinski/Welthungerhilfe
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Die Welthungerhilfe und ihre Partner leisten Nothilfe in Krisengebieten, wie hier in Syrien. Dieser Junge hat Brot bei einer Lebensmittelverteilung erhalten. © HIHFAD/Welthungerhilfe
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Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe, besucht ein Bewässerungsprojekt in dem Dorf Lattakaf, Mali. Die Projekte der Welthungerhilfe sind langfristig angelegt, um den Hunger zu beenden. © Pilar/Welthungerhilfe
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Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe. © Barbara Frommann/ Welthungerhilfe
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Die deutsche ODA an die am wenigsten entwickelten Länder liegt weiterhin unter der 0,2 %-Zielmarke. © Terre des Hommes/Welthungerhilfe
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Fünf OECD-Geberländer stellen mindestens 0,7 % ihres Bruttonationaleinkommens an die ODA zur Verfügung. © Terre des Hommes/Welthungerhilfe
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Die deutsche Mittel für die Öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA) fließt vorrangig nach Afrika und den Nahen Osten. © Terre des Hommes/Welthungerhilfe
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Katastrophenvorsorge macht einen sehr kleinen Anteil der humanitären Hilfe aus. © Terre des Hommes/Welthungerhilfe
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Aufwüchse in der Entwicklungszusammenarbeit: Etats verschiedener Ressorts sowie Aufwüchse zwischen 2017 und 2020 in Mrd. €. © Terre des Hommes/Welthungerhilfe
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Kinder sind stärker von Armut betroffen als Erwachsene. © Terre des Hommes/Welthungerhilfe
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BMZ-Vorhaben für Kinder: 29% geht in die berufliche Bildung. © Terres des Hommes/Welthungerhilfe
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87 % der ärmsten Kinder leben in Südasien und Afrika. © Terre des Hommes/Welthungerhilfe
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Es gibt große Überschneidungen zwischen Ländern, die besonders anfällig für klimabedingte Katastrophen sind und solchen mit wiederkehrenden bewaffneten Konflikten, zum Beispiel im Südsudan. © Terre des Hommes/Welthungerhilfe
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Bewaffnete Terrorgruppen haben sich verstärkt in die Sahel-Zone, unter anderem nach Mali, zurückgezogen und terrorisieren die dortige Zivilbevölkerung. © Terre des Hommes/Welthungerhilfe
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Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030“. Seit ihrer Gründung wurden mehr als 9.300 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit 3,71 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.

Welthungerhilfe kurz und knapp

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030“. Seit der Gründung im Jahr 1962 wurden mehr als 8.900 Auslandsprojekte, darunter 6.383 Selbsthilfeprojekte, in 70 Ländern mit rund 3,53 Milliarden Euro gefördert.

Allein im Jahr 2017 hat die Welthungerhilfe in 38 Ländern mit 410 Auslandsprojekten rund 11,8 Millionen Menschen – Männer, Frauen und Kinder – unterstützt. Konkret heißt das: Die Menschen konnten überleben, viele ernten mehr, können sich besser ernähren, haben jetzt sauberes Trinkwasser und Toiletten vor Ort, sind weniger krank, können ein Einkommen oder Überschüsse erwirtschaften oder eine Ausbildung beginnen. Für die Kinder bedeutet die Unterstützung durch die Welthungerhilfe die Chance auf eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung.

Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.

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Letzte Aktualisierung 18.05.2020

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