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08.03.2021 | Pressemitteilung

Ohne Impfgerechtigkeit kein Ende der Pandemie

Corona mutiert zum Hungervirus in armen Ländern.

Einde indische Frau wird geimpft.
In Indien sollen bis zum Sommer 300 Millionen Menschen geimpft werden. Viele afrikanische Länder hingegen können sich die teuren Impfstoffdosen nicht leisten. © Francis Mascarenhas/Reuters
Simone Pott Team Communications

Bonn/Berlin, 08.03.2021. Vor der anstehenden Tagung des WTO-TRIPS-Rates am 10. März warnt die Welthungerhilfe, dass Corona immer rascher zu einem Hungervirus in armen Ländern mutiert und so Entwicklungserfolge der letzten Jahrzehnte zunichtemacht. Zu Beginn der Pandemie hatte die internationale Gemeinschaft zugesagt, vorhandene Impfstoffe weltweit gerecht zu verteilen. Nach mehr als einem Jahr von Lockdowns sowie Millionen Infizierter und Toter ist von diesem Versprechen wenig übrig. Während sich die reichen Länder die Mehrheit der verfügbaren Impfdosen durch Verträge gesichert haben, sind viele ärmere Länder weitgehend leer ausgegangen, viele davon in Afrika. Zwar hat die Impfallianz COVAX damit begonnen, gerade diese Länder mit Impfstoffen zu versorgen, doch das Tempo ist zu langsam. Daher sollte jetzt über die vorübergehende Aussetzung der Patente für Corona-Impfstoffe entschieden werden. So könnte die globale Impfstoffproduktion an zusätzlichen Standorten weltweit zügig ausgebaut werden.

„Die EU und Deutschland sollten gemeinsam mit rund 100 weiteren Staaten für die vorübergehende Aussetzung der Patente für Corona-Impfstoffe auf Antrag von Indien und Südafrika stimmen. Für viele Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern bedeutet eine rasche Impfung auch Schutz vor einem noch dramatischeren Absturz in Hunger und Armut. Gerade in Regionen mit schwachen Gesundheitssystemen ist der rasche Zugang zu Impfstoffen eine Entscheidung über Leben und Tod. Die EU-Stimmen sind entscheidend dafür, dass die notwendige Dreiviertelmehrheit bei der WTO für die Patentfreigabe erreicht wird,“ fordert Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie fordern gerade von armen Menschen einen hohen Preis. Lockdowns in Indien, Zimbabwe oder Sierra Leone haben dazu geführt, dass Tagelöhner oder Saisonarbeiter in der Landwirtschaft ihr Einkommen und damit ihre Ernährungsgrundlage verloren haben. In Krisengebieten wie der Demokratischen Republik Kongo oder Syrien verschärft Corona die Not von Menschen, die bereits alles verloren haben und an Hunger und Krankheiten leiden. Laut UN-Prognosen kann die Zahl der Hungernden um bis zu 130 Millionen Menschen steigen und 150 Millionen werden zusätzlich in bittere Armut abrutschen.

„Allen Menschen weltweit den Zugang zu einer Impfung zu ermöglichen ist eine Frage der Gerechtigkeit. Es ist aber auch eine Entscheidung darüber, wie lange uns die Pandemie mit ihren Mutationen selbst in den reichen Ländern noch im Griff hat“, betont Mathias Mogge. „Sonst sterben viele Menschen weltweit nicht unmittelbar an der Pandemie, sondern am Hungervirus im Zuge der wiederkehrenden Lockdowns.“

Pressebilder zum Download

Straßenimpfung gegen Cholera in Jacmel, Haiti (2010). © Herzau/Welthungerhilfe
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Straßenimpfung gegen Cholera in Jacmel, Haiti (2010). © Herzau/Welthungerhilfe
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April 2020 in Delhi, Indien: Eine ältere Frau verkauft Maiskörner als Taubenfutter. Allerdings hat sie nicht viele Abnehmer*innen, denn aufgrund der Ausgangssperre sind nur wenige Menschen auf dieser Hauptstrasse unterwegs. © Florian Lang/Welthungerhilfe
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April 2020 in Delhi, Indien: Essensausgabe in einem Slum in der Nähe von Delhi. Viele der Bewohner*innen sind gestrandete Wanderarbeiter*innen, die von der Corona-Pandemie und dem landesweiten Lockdown überrascht wurden. Das Essen besteht meist aus Reis, Gemüse und Linsen. © Florian Lang/Welthungerhilfe
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April 2020 in Delhi, Indien: Effektiver Schutz vor Corona ist für die Menschen, die im Slum am Rande von Delhi lebten, fast unmöglich. Aufgrund der Pandemie können sie ihre Arbeit nicht ausführen und sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. © Florian Lang/Welthungerhilfe
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Essensausgabe in einem Slum am Rande von Delhi im April 2020. Viele Menschen können seit Monaten nicht ihrem Lebensunterhalt nachgehen - oder zur Schule gehen. © Florian Lang/Welthungerhilfe
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Nahrungsmittelverteilung in Zeiten von Corona: Madeline Shimuli, 22 Jahre alt, holt kontaktlos Lebensmittel von der Welthungerhilfe im St. Charles Lwanga Centre in Kibera, Nairobi ab. © Natalia Jidovanu/Welthungerhilfe
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