Pressestatement: Hungersnot in Gaza offiziell
Letzter Weckruf: 641.000 Menschen akut vom Hungertod bedroht – darunter unzählige Kinder
Bonn/Berlin, 22. August 2025. Ein neuer Bericht des IPC (Integrated Food Security Phase Classification*) von heute bestätigt eine Hungersnot in Teilen des Gazastreifens. Demnach herrscht im Verwaltungsbezirk Gaza eine Hungersnot, die sich voraussichtlich bis Ende September auf die Provinzen Deir al-Balah und Khan Younis ausweiten wird. Dazu sagt Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe:
„Die offizielle Feststellung einer Hungersnot in Teilen des Gazastreifens bestätigt, wovor Hilfsorganisationen seit Monaten warnen: 641.000 Menschen, darunter unzählige Kinder, sind akut vom Hungertod bedroht. Nur ein sofortiger Waffenstillstand und ungehinderter humanitärer Zugang können weiteres Sterben verhindern.
Die offizielle Bestätigung der Hungersnot ist ein letzter Weckruf an die Weltgemeinschaft, jetzt zu handeln, um Menschenleben zu retten. Ohne schnelle Hilfe wird diese Tragödie jeden Tag größer. Hilfsgüter stehen an der Grenze bereit, und Hilfsorganisationen könnten sie jederzeit in den Gazastreifen bringen.
Sollte jetzt auch noch eine Militäroffensive auf Gaza-Stadt ausgeweitet werden, hätte das weitere verheerende humanitäre Folgen und würde die Situation für hunderttausende Menschen noch einmal dramatisch verschlechtern.“
Die Welthungerhilfe verurteilt den brutalen Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 auf das Schärfste und fordert die sofortige Freilassung aller verbleibenden Geiseln. Gleichzeitig fordert sie einen anhaltenden Waffenstillstand, den Schutz der Zivilbevölkerung und der humanitären Helfer und Helferinnen sowie den sicheren und ungehinderten Zugang der benötigten Hilfsgüter auf dem schnellsten Weg. Bei ihrer Arbeit halten sich die Welthungerhilfe und ihre Partner strikt an die humanitären Prinzipien von Neutralität, Menschlichkeit, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit.
* Hinweis für Redaktionen: Die veröffentlichten Zahlen stammen aus der Integrated Food Security Phase Classification (IPC), einer internationalen Methode zur Einschätzung von Hungerkrisen, die von Hilfsorganisationen, UN- und Regierungsstellen gemeinsam durchgeführt wird. Die IPC hat sich als globaler Standard zur Bewertung von Ernährungsunsicherheit etabliert. Mehr Infos: www.ipcinfo.org
Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie setzt sich mutig und entschlossen für eine Welt ohne Hunger ein. Seit ihrer Gründung am 14.12.1962 wurden 12.777 Auslandsprojekte in rund 72 Ländern und Gebieten mit 5,42 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.
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