Flucht aus Myanmar

Rohingya kämpfen in Bangladesch um ihr Überleben

Geflüchtete Menschen aus Myanmar benötigen dringend Unterstützung

Menschen mit Regenschirmen auf schlammigem Untergrund
Die Verteilung von Hilfsgütern und medizinische Hilfe ist in einigen hügeligen Gebieten aufgrund des schlammigen Bodens kaum möglich. © Anando

„Es ist schwer zu erklären, was wir durchgemacht haben. Während der Flucht hatten wir tagelang nichts zu essen. Für mich war es das Schlimmste, meine Eltern und meine Kinder hungern zu sehen“, sagt Sher Mohammad, 32 Jahre alt, der acht Tage lang mit seiner Frau, seinen drei kleinen Kindern und den betagten Eltern zu Fuß unterwegs war. Die Familie teilt sich nun ein Zelt aus Bambusstangen und Planen mit einer anderen Familie. Überleben können sie dank der wenigen verteilten Lebensmittel. 

Unvorstellbares Leid erfahren 

Wie Sher hausen tausende verzweifelte Menschen in einem der Camps des Unterdistrikts Ukhia in provisorischen Unterkünften. Im mehrheitlich buddhistisch geprägten Myanmar wird die muslimische Bevölkerungsgruppe Rohingya seit Jahrzehnten verfolgt. Seit Ende August 2017 sind mehr als 630.000 Menschen vor der Gewalt aus Myanmar nach Bangladesch geflüchtet. Die Vereinten Nationen zählen täglich über 10.000 Männer, Frauen und Kinder, die in den bereits überfüllten Lagern ankommen. In den Aufnahmecamps ist die Situation unvorstellbar, neben Wasser und Nahrungsmitteln fehlen auch sanitäre Anlagen. Es ist extrem schwierig, die von der Gewalt in ihrer Heimat traumatisierten Menschen in den überfüllten hügeligen Gebieten zu erreichen. Zahllose enge und schlammige Passagen machen die Verteilung von Hilfsgütern und medizinische Hilfe kaum möglich.

Über 60 Prozent der Flüchtlinge sind Kinder. Chumi, 14, and Nazmul, 8, sind zwei von rund 320.000 Jungen und Mädchen, die laut UNICEF seit August 2017 nach Bangladesch gekommen sind. Die beiden haben keine Familie mehr, ihre Mutter starb vor vielen Jahren und ihr Vater ist ein Opfer der Gewalt. „Vier Männer kamen und haben unser Haus angezündet. Wir konnten fliehen, aber während wir zum Wald rannten, wurde mein Vater erschossen. Er fiel um und starb sofort,” erzählt das 14-jährige Mädchen. Eine Frau aus ihrem Dorf nahm Chumi und Nazmul im Lager auf, bot ihnen Platz in ihrem Zelt und teilt nun das bisschen Essen, was sie für sich und ihre vier Kinder hat.

Die Rohingya in Bangladesch sind dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Ein Großteil der Kinder ist akut unterernährt, Müttern und Babys fehlt es an angemessener Versorgung. Es gibt zu wenige sanitäre Anlagen und die Hygienebedingungen sind desaströs. Damit wächst die Gefahr von Epidemien wie Durchfall oder Cholera besorgniserregend. 

Humanitäre Hilfe ist dringend benötigt:

  • In der Region Cox’s Bazar entsteht jetzt eines der größten Flüchtlingslager der Welt. Welthungerhilfe Mitarbeiter berichten von unfassbarem menschlichen Leid, das sie täglich bei ihrer Arbeit dort sehen.
  • Die Hilfsgüter reichen bei Weitem nicht aus.
  • Dringend brauchen die Menschen neben Lebensmitteln, Trinkwasser und Unterkünften auch eine Gesundheits- und Sanitärversorgung.
  • Gemeinsam mit dem nationalen Partner ANANDO verteilte die Welthungerhilfe deshalb Nahrungsmittelpakete mit Linsen, Öl, Zucker und Salz an 16.000 Menschen sowie Hygienesets an 1.000 Familien.
  • Die UN schätzt, dass mindestens 430 Millionen US-Dollar benötigt werden, um die zu erwartenden 1,2 Millionen Flüchtlinge versorgen zu können.

Wie es weitergehen soll, kann niemand sagen. Es ist eine der am schnellsten wachsenden Katastrophen, die die Welt je gesehen hat. Und eine, die dringend unsere Unterstützung braucht. Helfen Sie mit einer Spende.

Die Namen in diesem Artikel wurden von der Redaktion geändert.

(Projektnummer: BGD 1017-17)

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Kerstin Bandsom

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Rohingya auf der Flucht