Seit Jahren kaum Regen – in vielen Teilen Ostafrikas, zum Beispiel auch im Osten und Norden Kenias, herrscht Dürre. Die Böden sind viel zu trocken, um Getreide oder Gemüse anzubauen. Für die kleinbäuerlichen Familien bedeutete das: Keine Ernte und nicht genügend zu essen. Viele können es sich auch nicht mehr leisten, Lebensmittel auf den Märkten zu kaufen und müssen hungern. Sie müssen oft kilometerweite Strecken zu Fuß zurücklegen, um Wasser für sich und ihr Vieh zu finden. Viele Kinder gehen nicht mehr in die Schule, weil sie nicht genügend zu essen haben oder mit ihren Familien auf der Suche nach Wasser sind. In vielen Regionen Kenias haben sich die Überlebensbedingungen für die kleinbäuerlichen Familien dramatisch verschlechtert.
Viehzucht in Kenia: Keine Zeit für Erholung
Auch die Viehhirt*innen leiden massiv unter der Trockenheit: Viele Tiere sind geschwächt, müssen teils weite Strecken von bis zu 15 Kilometern zur nächsten Wasserstelle zurücklegen. Ohne ihre einzige Einnahmequelle – den Verkauf von Milch oder Vieh – haben Hirtenfamilien keine Möglichkeit, genug Geld für Nahrungsmittel aufzutreiben. Die Verfügbarkeit von Milch ist drastisch zurückgegangen. Viele müssen Mahlzeiten reduzieren oder ganz ausfallen lassen.
Die aktuelle Dürre folgt nur Monate auf die verheerende Krise von 2020 bis 2023. Die hat insbesondere in den Weidegebieten im Norden und Nordosten des Landes fast 80 Prozent des Viehbestands zerstört. Vielen Familien blieb keine Zeit, sich zu erholen. Nach Heuschreckenplagen und in Folge der Corona-Pandemie haben die Menschen keinerlei Reserven mehr. Mehrere ausgefallene Regenzeiten in Folge und sehr geringe Niederschläge haben die Situation weiter verschärft. Weil Wasser und Weideland fehlen, ziehen viele Menschen in unsichere Gebiete und Krankheiten breiten sich aus.
Die Dürre verschärft den Hunger weiter
Mehr als 3,3 Millionen Menschen leiden derzeit unter Mangelernährung und akuter Nahrungsmittelunsicherheit (IPC-Phase 3 oder höher). Darunter 400.000 Menschen, die dringend lebensrettende Hilfe brauchen (IPC-Phase 4: Notfall). Das sind deutlich mehr als noch Anfang 2025. Besonders betroffen sind Kinder: Mehr als 800.000 Kinder unter fünf Jahren sind akut unterernährt und werden im Laufe des Jahres eine Behandlung benötigen. In einigen Regionen hat die Unterernährung bereits lebensbedrohliche Ausmaße erreicht.
Vorausschauende Maßnahmen im Jahr 2025 konnten nur einen kleinen Teil der Bevölkerung erreichen. Laut aktuellen Schätzungen sind 2,1 Millionen Menschen in Kenia von Ernährungsunsicherheit betroffen. Wird die Unterstützung nicht spürbar ausgeweitet, steigt diese Zahl innerhalb von nur wenigen Monaten auf 3,7 Millionen Menschen.
Am dringendsten benötigen die Menschen Nahrungsmittel und Trinkwasser für sich und ihr Vieh. Außerdem muss das von der Dürre betroffene Weidevieh dringend tierärztlich versorgt werden, um etwa Viehseuchen zu bekämpfen. Vorhandene Wasserstellen und Wasserauffangsysteme müssen repariert werden.
Dürre in Kenia: So hilft die Welthungerhilfe
Die Welthungerhilfe ist vor Ort und unterstützt die Menschen in Kenia mit Nothilfemaßnahmen:
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Zugang zu Wasser: In den Regionen Marsabit und Tana River wird der Zugang zu sauberem Wasser für rund 1.300 Haushalte verbessert. Dazu werden Wasserversorgungssysteme an mehreren Standorten saniert und gestärkt.
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Unterstützung von Landwirt*innen: Rund 600 Haushalte erhalten Unterstützung für ihre Viehhaltung, darunter Tierfutter und tierärztliche Notfalldienste wie Behandlungen, Impfungen und Krankheitsüberwachung. Ziel ist es, Verluste von Viehbeständen zu verhindern und Einkommen zu sichern.
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Zugang zu Nahrungsmitteln: Rund 500 besonders gefährdete Haushalte erhalten Bargeldhilfen und wichtige Dinge des täglichen Bedarfs. So können sie ihre Grundbedürfnisse decken und müssen seltener zu extremen Maßnahmen greifen, wie Mahlzeiten auszulassen oder wichtige Besitztümer zu verkaufen.
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Ernährung und Gesundheit auch in schwer erreichbaren Gebieten: Für etwa 650 Haushalte wird das Risiko von Mangelernährung verringert – insbesondere bei Kindern unter fünf Jahren sowie schwangeren und stillenden Frauen. Dazu gehören Beratungsangebote und gezielte Unterstützung.

