+++ Ebola-Ausbruch in der DR Kongo: 700.000 Euro für Isolierstationen +++
Im Osten der Demokratischen Republik Kongo breitet sich erneut Ebola aus. Ausgelöst wird die hochansteckende Erkrankung durch das Bundibugyo-Virus, eine Form von Ebola, für die es derzeit keinen Impfstoff gibt und die häufig zum Tod führt. Bis zum 14. August 2026 wurden 4.843 Infektionen und 2.272 Todesfälle bestätigt. Dazu kommen Hunderte Verdachtsfälle und Todesfälle, bei denen Ebola als Ursache vermutet wird. Die Epidemie hat inzwischen sechs Provinzen erreicht. Am schwersten betroffen ist die Region Ituri, die etwa 90 Prozent aller bestätigten Fälle verzeichnet. Doch auch im Nachbarland Uganda haben sich bereits Menschen infiziert.
Die Welthungerhilfe arbeitet in den betroffenen Regionen Ituri und Nord-Kivu und hat sofort reagiert: In den Projekten wurden Schutzmaßnahmen ergriffen und Aufklärungsarbeit begonnen. Über ihren eigenen Nothilfefonds wurden erste Maßnahmen finanziert. Zusätzlich hat die Welthungerhilfe Ende Juli eine BMZ-Finanzierung in Höhe von 700.000 Euro erhalten. Der Schwerpunkt liegt darauf, lokale Gesundheitseinrichtungen beim Infektionsschutz und bei der Früherkennung zu stärken und die weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen.
Zu den laufenden und geplanten Maßnahmen gehören:
- Unterstützung von insgesamt elf Gesundheitseinrichtungen in Katwa und Kalunguta mit Triagebereichen, kontaktlosen Infrarotthermometern, Handwaschstationen und persönlicher Schutzausrüstung
- Schulungen zu Infektionsprävention und -kontrolle sowie Risikokommunikation, um lokale Gesundheitskräfte zu stärken
- Bereitstellung zusätzlicher Hilfsgüter aus dem Welthungerhilfe-Nothilfelager in Dubai, darunter Solarlampen, Hygiene- und Dignity-Kits sowie Materialien zur Wasseraufbereitung und WASH-Versorgung
- Aufbau von vier Ebola-Isolierstationen im Rahmen des bestehenden Projekts COD 1202, um zusätzliche Behandlungskapazitäten zu schaffen und zu verhindern, dass Ebola-Patient in regulären Gesundheitseinrichtungen versorgt werden müssen
Der erneute Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda verschärft sich dramatisch. Besonders besorgniserregend ist, dass die Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus derzeit ohne verfügbaren Impfstoff bekämpft werden muss und sich die Krankheit schnell ausbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation stufte den Ausbruch als internationalen Gesundheitsnotstand ein.
Prävention gegen Ebola ergänzt langfristige Ernährungsprojekte
Die Welthungerhilfe arbeitet bereits seit vielen Jahren in der DR Kongo. Neben langfristigen Ernährungsprojekten stand dabei auch immer wieder die Ebola-Prävention im Fokus. Aus Erfahrungen in Sierra Leone und Liberia ist klar, dass Aufklärungsarbeit der beste Schutz gegen das tödliche Virus ist. In der Vergangenheit erhielten Jugendliche und örtliches Gesundheitspersonal beispielsweise Schulungen in der Ebola-Vorsorge, in denen sie lernten, wie man die Krankheit erkennt und Erkrankte schnellstmöglich isoliert.
Ebola verschärft die Not im Kongo
Die Menschen im Nordosten des Kongos durchleben eine Zeit multipler Krisen. Bewaffnete Konflikte, Flucht und eine ohnehin schwache Gesundheitsversorgung belasten die Bevölkerung seit Langem. Nun erschwert die Ausbreitung des Virus ihr Leben noch weiter.
Das Zentrum des Ebola-Ausbruchs liegt in einer abgelegenen Region der Provinz Ituri, die seit Jahren von Gewalt betroffen ist. Fehlende Infrastruktur und unsichere Zugänge machen medizinische Versorgung und Aufklärungsarbeit vielerorts extrem schwierig.
Vergangene Welthungerhilfe-Maßnahmen gegen Ebola
- Junge Menschen und lokales Gesundheitspersonal nahmen an Schulungen über die Gefahren der Seuche und Präventionsmaßnahmen teil. Sie informierten in den Dörfern über die Krankheit und Ansteckungsgefahren.
- In Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeindevorstehern wurden die Menschen bei Hausbesuchen von Tür zu Tür aufgeklärt.
- An öffentlichen Orten wurden Handwasch-Stationen mit gechlortem Wasser aufgebaut.
- Journalist*innen erhielten Schulungen zum Thema Kommunikation über Ebola.
- Unsere lokale Partnerorganisation Bon Dieu Dans La Rue der Welthungerhilfe leistete in Risikogebieten Aufklärungsarbeit in Schulen.
- Alle Mitarbeiter*innen der Welthungerhilfe sind für die Seuche sensibilisiert. Bei Nahrungsverteilungen achten sie verstärkt darauf, dass alle Teilnehmenden ihre Hände desinfizieren und kein Körperkontakt stattfindet.








