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Somalia erlebt die schlimmste Dürre seit Jahrzehnten. Über 90 Prozent des Landes sind von der Dürre betroffen, die Ernährung von etwa 6,7 Millionen Menschen ist akut gefährdet. Nun wurde von der UN offiziell eine Hungersnot in Teilen des Landes ab Oktober prognositiziert. In vielen Teilen Somalias ist die Situation lebensbedrohlich. Vor allem Kinder sind gefährdet und leiden an Mangel- und Unterernährung. Bisher sind in Somalia schätzungsweise eine Million Menschen durch die Dürre vertrieben worden - mit steigender Tendenz.

Über 80 Prozent der Vertriebenen sind Frauen und Kinder. Die Situation wird verschärft durch die Folgen des Ukraine-Kriegs: Lebensmittelpreise und Transportkosten von Importen durch Weizenmehl steigen, die Menschen können sich keine Grundnahrungsmittel mehr leisten.

Dürre in Somalia: Helfen Sie den Menschen mit Ihrer Spende
Somalia und Somaliland

Im Norden von Somalia befindet sich Somaliland. Die Region hat sich 1991 für unabhängig erklärt, ist jedoch von der Staatengemeinschaft nie anerkannt worden. Die Welthungerhilfe ist in beiden Ländern aktiv.

Somalia offiziell von Hungersnot bedroht

Somalia ist nach Angaben des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) eines der am stärksten von Dürre betroffenen Länder am Horn von Afrika. Das Land kämpft bereits mit der dritten Dürre innerhalb eines Jahrzehnts. 90 Prozent des Landes sind betroffen.

Die akute Ernährungsunsicherheit in Somalia hat sich seit Anfang 2022 drastisch verschlechtert. Nun ist die vierte Regenzeit in Folge sehr unterdurchschnittlich ausgefallen. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN (FAO) wird für die Bevölkerung in den Bezirken Baidoa und Burhakaba sowie für die vertriebene Bevölkerung in der Region Bay eine Hungersnot zwischen Oktober und Dezember 2022 prognostiziert, wenn nicht schnell massive Humanitäre Hilfe erfolgt. Eine Hungersnot – IPC-Phase 5 – ist die schlimmste Stufe der offiziellen Klassifizierung von Hunger, der sogenannten „Integrated Food Security Phase Classification“ (IPC).

Aufgrund der Dürre sind zwischen mehr als 6,7 Millionen Menschen in ganz Somalia von einer krisenhaften oder noch schlimmeren Ernährungsunsicherheit betroffen. 3,9 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. In einigen Teilen des Landes erleben die Menschen in Somalia die größte Trockenheit seit 40 Jahren.

Eine Karte auf der die Hungersituation weltweit eingezeichnet ist, 2021.

Der Welthunger-Index berechnet und bewertet die globale Hungersituation.

Laut Welthungerindex (WHI) belegt Somalia Platz 116 und ist damit Schlusslicht. Die Hungersituation wird als gravierend eingestuft. Rund 7,7 Millionen Menschen an verschiedenen Orten in Somalia sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Davon leiden immer noch circa 3,2 Millionen Menschen unter den Folgen vorheriger Dürren. 

Bereits im November 2021 hat die Regierung von Somalia den Notstand ausgerufen. Die FAO Somalia sprach von einer „extrem besorgniserregenden“ Lage. In Somaliland hatte die Dürre zur Folge, dass die Landwirt*innen aufgrund extremer Trockenheit nicht aussäen konnten. Circa 50-90 Prozent des Viehbestandes sind gestorben.

Dürre in Somalia: Kinder besonders betroffen

Fehlende Regenzeiten und steigende Hungersnöte – die Folgen des Klimawandels

Viele lokale Gemeinschaften bestehen hauptsächlich aus Bäer*innen und Viehzüchter*innen. Für ihren Lebensunterhalt sind sie auf den Fluss angewiesen. Dort ist aber schon lange kein Wasser mehr. Durch die Hitze sind schon 3 Millionen Nutztiere verendet. Damit fehlen vielen Menschen nicht nur die Einkommensgrundlage, sondern auch Nahrung. 

Da viele Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, greifen sie auf verschmutzte Wasserquellen zurück. Es besteht die Gefahr, dass sie sich mit lebensbedrohlichen Krankheiten anzustecken. Auch die Folgen des Klimawandels werden zunehmend spürbarer: wenn es mal regnet, dann so heftig, dass es zu schweren Überschwemmungen kommt.

Mitte 2018 traf Somaliland ein gewaltiger Zyklon. Windgeschwindigkeiten von über 100 Kilometern pro Stunde und schwere Regenfälle mit bis zu 300 Litern Wasser pro Quadratmeter, rissen Menschen und Tiere mit sich. Häuser wurden zerstört, Ackerland überflutet. Einen Zyklon hatte Somaliland zuvor noch nie gesehen. 

Cover der Publikation: Factsheet - Dürre in Ostafrika Dürre in Ostafrika

Hintergründe und Fakten zur Situation in Ostafrika

Konflikte sind Haupttreiber von Hunger 

Die Menschen in Somalia haben neben Extremwetterereignissen auch mit verheerenden Heuschreckenplagen zu kämpfen. Die Heuschrecken vernichten Ernten, Familien müssen noch mehr hungern. Die Menschen in Somalia leiden bereits seit Jahrzehnten an den Folgen von Naturkatastrophen - mit steigender Intensität. Viele werden mit einer Katastrophe nach der anderen konfrontiert. Sie haben keine Ressourcen und kaum Zeit, um sich zu erholen.

Weitere Herausforderungen sind politische Unsicherheit und jahrzehntelange Konflikte im Land. Es kann Jahrzehnte dauern, gewaltsame Konflikte zu überwinden und zu bewältigen. Konflikte verschärfen die Ernährungssituation der Bevölkerung erheblich. Sie sind vor allem für Kinder verheerend. Daten über Konflikte und Ernährung aus dem Zeitraum 2007 bis 2010 haben gezeigt, dass Konflikte vor allem Wachstumsverzögerung als auch Auszehrung bei Kindern erhöhen. Die Kindersterblichkeit nimmt zu.

Helfen Sie, Perspektiven für die Menschen in Somalia zu schaffen
Ikraan Abdullahi Jama füttert eine kleine Ziege mit der gleichen Flaschenmilch wie ihre Kinder, da die Mutter der Ziege wie viele Nutztiere wegen des Mangels an Weideland und Wasser gestorben ist. In Somalia sind viele Menschen von ihren Viehherden abhängig. Millionen Tiere sind schon gestorben. © Welthungerhilfe
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Mohamed Abdi Mire (stehend) und Daahir Ciise Ahmed (sitzend) sind Kamelhirten und kochen Mais, mit denen sie ihre noch verbliebenen Kamele füttern. Die meisten ihrer Tiere sind wegen der anhaltenden Dürre gestorben. Die übrig gebliebenen Kamele sind sehr schwach – Mohamed Abdi Mire erzählt zum Beispiel, dass die Tiere nicht mal mehr ihre Kamelglocken tragen können. © Welthungerhilfe
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Der Junge ist ein Bewohner des Vertriebenen-Camps Caweys Dheere in der Stadt Galkacyo. Täglich holt er Wasser für seine Familie, dafür läuft er 10 Kilometer bis zur nächsten Wasserstelle und wieder zurück. © Welthungerhilfe
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In diesem etwa 7 km von der Stadt Galkacyo entfernten Vertriebenencamps leben Menschen, die aufgrund der Dürre und anhaltenden Konflikten vertrieben wurden. Die örtlichen Behörden und die Leiter des Camps sagten uns auch, dass regelmäßig neue durch die Dürre vertriebene Menschen in das Camp kommen. © Welthungerhilfe
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Dürre in Somalia: Die Welthungerhilfe verteilt Wasserbehälter an Frauen. © Welthungerhilfe
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Dürre in Somalia: Binnenvertriebene auf der Suche nach Wasser und Nahrung  

Somalia hat eine der höchsten Raten an Binnenvertriebenen. Die kritische Wasserknappheit in Somalia durch monatelanges Ausbleiben von Regen und vertrockneten Ernten, führt zu Vertreibungen. Familien sind gezwungen, in städtische oder stadtnahe Zentren abzuwandern. Regionen, in die bereits knapp drei Millionen Menschen aufgrund von Konflikten oder Klimakrise hin geflüchtet sind.

Das hat zur Folge, dass die Preise von Wasser angestiegen sind. Seit November 2021 um bis zu 72 Prozent. Die Flucht in Regionen, wo es Weideland und Wasser gibt, führt wiederrum zu Konflikten zwischen Gemeinschaften. Schätzungsweise werden in den kommenden Monaten weitere 1,4 Millionen Menschen vertrieben.

Oft sind überfüllte Flüchtlingscamps die einzigen Zufluchtsorte. Auch dort kommt es zu Konflikten um knappe Ressourcen wie Wasser. Zusätzlich führen die schlechten Hygienestandards zu Durchfallerkrankungen. Eine ganze Generation somalischer Kinder wächst dort auf. Die Zukunftsaussichten sind schlecht. 

Dürre in Afrika eindämmen, bei Hungersnöten unterstützen – So hilft die Welthungerhilfe  

In akuten Notsituationen wie der derzeitigen dramatischen Dürre reagiert die Welthungerhilfe schnell mit Nothilfemaßnahmen. Wasser und Nahrungsmittel werden beschafft und den Menschen zur Verfügung gestellt. Auch die Tiere bekommen Futter und Medikamente. Darüber hinaus erarbeiten wir zusammen mit anderen Organisationen, Behörden und Gemeinden Konzepte zur Katastrophenvorsorge.

Gemüseanbau in Somaliland
Gemüseanbau in Somaliland: Dank der Bewässerungsmöglichkeiten können die Familien selbst während der Trockenzeit ernten. © Thomas Rommel/Welthungerhilfe

Akute Nothilfe für von der Dürre betroffene Somalier*innen

Langfristige Hilfe um dem Teufelskreis aus Dürre, Hunger und Armut zu entkommen

Die Welthungerhilfe hilft Menschen dabei, mit den neuen klimatischen Bedingungen besser zurechtzukommen. Neue Maßnahmen und Techniken sind wichtig, um die Produktion von Nahrungsmitteln auch unter erschwerten Bedingungen zu sichern. Die Menschen nehmen beispielsweise an Schulungen zu optimierten Anbaumethoden mit widerstandsfähigem Saatgut teil oder lernen, wie Auffangbecken für Regenwasser optimiert werden können.

Naturkatastrophen in Somalia: Weitere Hilfe & Maßnahmen der Welthungerhilfe

Mit Ihrer Spende für Somaliland und Somalia ermöglichen Sie akute Dürre-Nothilfe. Außerdem unterstützen Sie, die Menschen in Somalia und Somaliland dabei, sich besser auf zukünftige Katastrophen vorzubereiten und Perspektiven zu schaffen.

Eine Frau in Somaliland vor ihrem Zelt, 2020.
Dürre und Hunger: Helfen Sie jetzt!
Bitte beachten Sie unseren Mindestspendenbetrag von 5 Euro.
Geprüft und ausgezeichnet

Die Welthungerhilfe steht für Transparenz und Qualität, für sparsamen und zielgerichteten Einsatz der Spenden und verifizierte Informationen. Aus diesem Grund hat uns das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) mit dem Spendensiegel ausgezeichnet. 

Auch darüber hinaus legen wir größten Wert auf Wirtschaftlichkeit und Transparenz. So zeigt unser Jahresbericht detailliert, wofür sämtliche Spendengelder eingesetzt werden und vermittelt einen direkten Einblick in unsere Arbeit.  Im Rahmen der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ legen wir weitere Informationen offen, wie unsere vollständige Satzung, die Namen und Funktionen wesentlicher Entscheidungsträger, unsere Personalstruktur und vieles mehr.

Wir setzen Ihre Spende gezielt und mit großer Verantwortung ein. Sollten wir für ein Projekt mehr Spenden als benötigt erhalten, werden andere Projekte der Welthungerhilfe gefördert, die einer Finanzierung bedürfen.

Transparenz & Qualität

Die Welthungerhilfe legt größten Wert auf einen transparenten und verantwortungsvollen Umgang mit den uns anvertrauten Mitteln. Dafür erhalten wir jährlich das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI).
Lesen Sie hier mehr zum Thema Transparenz und Qualität.

Infografik: Kuchendiagramm mit Aufteilung der Aufwendungen in 2020.
Die Aufwendungen der Welthungerhilfe im Jahr 2021. © Welthungerhilfe
Ihre Ansprechpartner*innen
Bankverbindung

Deutsche Welthungerhilfe e. V.
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Das DZI Spenden-Siegel bescheinigt der Welthungerhilfe seit 1992 den effizienten und verantwortungsvollen Umgang mit den ihr anvertrauten Mitteln.

Die Welthungerhilfe ist beim Finanzamt als gemeinnützige Organisation anerkannt und von der Körperschaftssteuer befreit. Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE812801234.