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Der Verhaltenskodex der Welthungerhilfe

Verhaltensregeln und ein Beschwerdemechanismus garantieren das Einhalten der ethischen Standards bei der Projektarbeit der Welthungerhilfe.

Mahmoud El-Hadj Salih WHH Mitarbeiter, Mahmoud El-Hadj Salih Welthungerhilfe employee, Sudan
Mahmoud El-Hadj Salih ist als Mitarbeiter der Welthungerhilfe im Sudan. © Welthungerhilfe
Kerstin Bandsom Team Communications

Die Welthungerhilfe setzt sich für eine Welt ohne Hunger und Armut ein. Sie verpflichtet sich, das Menschenrecht auf Nahrung zu fördern. Jede Maßnahme, jedes Projekt der Welthungerhilfe wird geleitet durch den gemeinsamen Glauben an die Gleichheit aller Menschen, an die Unantastbarkeit ihrer Rechte und des Selbstbestimmungsrechts jedes Einzelnen. Im Geiste der Solidarität und Humanität ist es das Ziel der Organisation, das Leben der Menschen in den Ländern zu verbessern, wo sie tätig sein kann.

Ethische Standards bei der Welthungerhilfe

Die Pfeiler des Wirkens der Welthungerhilfe sind dabei Qualitätskontrolle, Transparenz und die Verpflichtung zur Rechenschaftslegung. Denn in dem Maße wie die Welthungerhilfe Transparenz und Rechenschaft von anderen staatlichen und internationalen Akteuren erwartet (wie bspw. institutionellen Geber, nationale Regierungen etc.) muss auch die Welthungerhilfe als Organisation transparent und in all ihren Aktionen verantwortlich gemacht werden können.

Anzeigebild des Code of Conduct (deutsch) der Welthungerhilfe. Verhaltenskodex

Laden Sie sich hier den Code of Conduct in deutscher, englischer oder französischer Sprache herunter.

Als Organisation der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe ist die Welthungerhilfe in besonderem Maße ihren Projektbeteiligten verpflichtet. Darüber hinaus nimmt sie Spenden von Privatpersonen, Unternehmen und Stiftungen sowie Fördergelder von öffentlichen Institutionen aus dem In- und Ausland entgegen. Diesen Geldgeberinnen und Geldgebern ist sie ebenfalls Rechenschaft schuldig. Die Erfüllung dieser beiden Verpflichtungen wird von der Öffentlichkeit und den Medien aufmerksam beobachtet und trägt entscheidend zur Reputation der Welthungerhilfe bei. Daher stellt die Welthungerhilfe im Zusammenhang mit ihren Tätigkeiten und Aktivitäten höchste Ansprüche an sich selbst und an die Umsetzung ihrer Projekte und Programme. Das korrekte Verhalten jeder/jedes einzelnen Mitarbeitenden und Mitwirkenden ist dabei von besonderer Bedeutung.

Der Verhaltenskodex der Welthungerhilfe

Infografik: Verhaltenskodex der Welthungerhilfe
Der Verhaltenskodex der Welthungerhilfe stellt sicher, dass die ethischen Standards ihrer Projektarbeit eingehalten werden. © Welthungerhilfe

Beim Eintritt in die Organisation unterzeichnen alle Mitarbeiter den Welthungerhilfe-Verhaltenskodex ("Code of Conduct"). Damit verpflichtet sich jeder Einzelne zur Einhaltung der Verhaltensregeln. Auch alle Partner sowie andere involvierte Gruppen, mit denen die Welthungerhilfe zusammenarbeitet, müssen sich dazu bekennen.

Beschwerde online einreichen

Benutzen Sie unser anonymisiertes Beschwerdeformular oder kontaktieren Sie uns per Mail unter complaints(at)welthungerhilfe.de.

Beschwerde-Mechanismus

Oberstes Ziel der Welthungerhilfe ist es, jederzeit und auf jeder Ebene der Arbeit die Einhaltung der Verhaltensregeln gewährleisten zu können: Über einen leicht zugänglichen, anonymisierten Rückmeldemechanismus werden Verstöße oder Hinweise darauf entgegengenommen und umgehend nachgegangen.

Ziel des Verhaltenskodex ist,...

Die Verhaltensregeln im Detail

Höchster Anspruch an persönliches und professionelles Verhalten

Die Mitarbeitenden und Mitwirkenden der Welthungerhilfe handeln im Sinne des Selbstverständnisses und der Ziele, die gemäß Leitbild und Strategie der Welthungerhilfe gelten. Die Welthungerhilfe erwartet von ihnen, dass sie mit ihrer Arbeit und ihrem Verhalten aktiv zur Stärkung der Organisation beitragen. Die Mitarbeitenden und Mitwirkenden stellen sicher, dass ihr Verhalten während und außerhalb der Arbeit für die Welthungerhilfe den guten Ruf der Organisation fördert und nicht beschädigt. Sie begegnen allen Menschen auf Augenhöhe, behandeln sie mit Respekt und achten ihre Würde.

Sie verhalten sich kultursensibel, verwenden eine angemessene Ausdrucksweise und achten auf eine respektvolle Darstellung von Personen in Publikationen der Welthungerhilfe. Während der Arbeitszeit kleiden sie sich ihrer Position und Situation entsprechend und tragen so zu einer seriösen und positiven Wahrnehmung der Welthungerhilfe bei. Die genannten Verhaltensregeln gelten in gleicher Weise bei Aktivitäten im Internet, wie beispielsweise bei der Nutzung von Social Media.

Keine religiösen und politischen Aktivitäten im Namen der Welthungerhilfe

Die Welthungerhilfe ist partei- und konfessionslos. Die Mitarbeitenden und Mitwirkenden haben sich während ihrer Arbeitszeit in diesem Sinne zu verhalten. Sie dürfen daher in ihrer Rolle als Mitarbeitende oder Mitwirkende der Welthungerhilfe weder an politischen noch an religiösen Aktivitäten teilnehmen - es sei denn, diese sind vom Vorstand der Welthungerhilfe genehmigt. Davon unberührt ist die private Teilnahme an diesen Aktivitäten. Bei privaten Teilnahmen sind die Mitarbeitenden und Mitwirkenden dafür verantwortlich, dass die Teilnahme auch von Dritten als privat wahrgenommen wird.

Keine Diskriminierung

Die Welthungerhilfe duldet keine Diskriminierung durch ihre Mitarbeitenden und Mitwirkenden, sei es aufgrund von Alter, körperlicher Beeinträchtigung, Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, politischer Anschauung, gewerkschaftlicher Betätigung, Religion, Kultur, Sprache, sexueller Orientierung oder aufgrund anderer Unterscheidungsmerkmale. Die Mitarbeitenden und Mitwirkenden enthalten sich daher jeglicher Form von Diskriminierung. Gleiches gilt für Mobbing und Bullying. Unangemessene, gewalttätige oder beleidigende Ausdrucksweise in mündlicher oder schriftlicher Form gegenüber anderen ist unzulässig. Dies gilt auch bei der Verwendung von Social Media.

Verantwortung für Gesundheit und Sicherheit

Die Mitarbeitenden und Mitwirkenden der Welthungerhilfe verpflichten sich, das lokale Sicherheitskonzept der Welthungerhilfe an ihrem Einsatzort einzuhalten und dementsprechend zu handeln. Sie gehen keine unnötigen Risiken für die Gesundheit, Sicherheit und den Schutz von sich selbst, Mitwirkenden bzw. Mitarbeitenden, Projektbeteiligten der Welthungerhilfe und Dritten ein.

Keine sexualisierte Gewalt

Die Mitarbeitenden und Mitwirkenden setzen sich für ein Umfeld ein, in dem Missbrauch von anvertrauter Macht effektiv vorgebeugt wird. Jegliche Form von sexualisierter Gewalt, d.h. sexuelle Ausbeutung, sexueller Missbrauch und sexuelle Belästigung ist den Mitarbeitenden und Mitwirkenden daher untersagt. Der Missbrauch von Macht oder Arbeitsbeziehungen zum Zweck von sexuellen Gefälligkeiten ist den Mitarbeitenden und Mitwirkenden untersagt. Die Welthungerhilfe spricht sich zudem gegen jeglichen Austausch von Geld, Waren, Dienstleistungen oder Gefälligkeiten gegen sexuelle Dienstleistungen aus. Handlungen oder Äußerungen mit sexuellem Bezug oder sexueller Anspielung, bei der sich die betroffene Person angegriffen oder beschämt fühlt, sind ebenfalls untersagt. Dazu zählen auch sexistische Unterhaltungen und Witze in verbaler, schriftlicher oder nonverbaler Form, das Zurschaustellen und Teilen von zweideutigem Material (u. a. über E-Mail oder Social Media), doppeldeutige Aufforderungen, unerwünschte körperliche Annäherungen und Berührungen.

Schutz von Kindern

Kinder bedürfen der besonderen Fürsorge und des Schutzes. Ihr Wohlergehen hat für die Welthungerhilfe in allen Projekten und Programmen höchste Priorität. Sie verbietet jedes Verhalten, das Kindern Schaden zufügen kann. Die Mitarbeitenden und Mitwirkenden haben jegliche Form von Kindesmissbrauch zu verurteilen. Sie haben dementsprechend zu handeln und sich für den Schutz von Kindern einzusetzen.

Verantwortungsvoller Umgang mit Daten und Informationen

Die Erhebung, Nutzung und Verarbeitung von Informationen, Daten und Fotos erfolgt nur in dem rechtlich erlaubten und für die Arbeit der Welthungerhilfe erforderlichen Rahmen (Datenminimierung). Die Verarbeitung erfolgt mit höchster Sorgfalt und bestem Schutz vor unbefugtem Zugriff. Bei der Erhebung von Daten müssen Mitarbeitende und Mitwirkende die betroffenen Personen über ihre Datenschutzrechte aufklären. Dies gilt auch bei der Erhebung von Daten von Projektbeteiligten. Personenbezogene Informationen sind streng vertraulich und entsprechend den gültigen Datenschutzgesetzen zu behandeln. Personenbezogene oder vertrauliche Informationen im Zusammenhang mit der Arbeit der Welthungerhilfe dürfen daher außerhalb der Organisation weder mündlich noch schriftlich weitergegeben werden, es sei denn, die Welthungerhilfe hat der Weitergabe schriftlich zugestimmt. Mögliche Ausnahmen bilden gesetzliche Vorschriften, die eine zwingende Weitergabe von Informationen vorschreiben. Jede Person hat das Recht auf Auskunft zu den über sie gespeicherten, personenbezogenen Daten. Auf Nachfrage ist ihr diese jederzeit zu geben. Information und Daten, die nicht mehr benötigt werden, sind entsprechend des Rechts auf Vergessenwerden umgehend zu löschen.

Verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen

Die Welthungerhilfe erwartet von ihren Mitarbeitenden und Mitwirkenden, dass sie die Ressourcen der Organisation in verantwortungsvoller Weise einsetzen, indem sie Kriterien wie Relevanz, Effektivität, Effizienz und Nachhaltigkeit bei der Verwendung von Ressourcen berücksichtigen. Die private Nutzung von Ressourcen, die die Welthungerhilfe ihren Mitarbeitenden und Mitwirkenden zur Verfügung stellt (z. B. Notebook, Diensthandy), ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Welthungerhilfe gestattet. Die von der Welthungerhilfe zur Verfügung gestellte Arbeitsausstattung darf nicht für rechtswidrige oder dem Code of Conduct widersprechende Aktivitäten verwendet werden. Darunter fallen auch jegliche Formen von Belästigung, Einschüchterung und Erniedrigung sowie das Anschauen, Speichern, Verarbeiten, Übermitteln und Vervielfältigen von obszönen, pornografischen oder diskriminierenden Daten. Die Mitarbeitenden und Mitwirkenden sind zu besonderer Fürsorge gegenüber den von der Welthungerhilfe zur Verfügung gestellten Ressourcen verpflichtet. Die Entwendung und vorsätzliche oder grob fahrlässige Beschädigung von Eigentum der Welthungerhilfe oder von Eigentum, das in direktem Zusammenhang mit der Arbeit der Welthungerhilfe steht, ist unzulässig.

Keine Unterstützung von Terrorismus und Geldwäsche

Alle Mitarbeitenden und Mitwirkenden stellen jederzeit sicher, dass keinerlei Ressourcen in Geldwäsche oder die direkte oder indirekte Unterstützung von terroristischen Aktivitäten fließen. Alle Mitarbeitenden und Mitwirkenden verpflichten sich zur Einhaltung der in der Anti-Terrorism Policy genannten Vorgaben.

Keine Korruption

Korruption verfolgt persönliche Interessen, verletzt Wettbewerbsregeln und begünstigt Entscheidungen, die nicht gemeinwohl- oder sachorientiert sind. Korruption steht im Widerspruch zum Selbstverständnis der Welthungerhilfe. Den Mitarbeitenden und Mitwirkenden der Welthungerhilfe ist daher die Beteiligung an jeglicher Form von Korruption untersagt. Die Welthungerhilfe lehnt das Anbieten oder Annehmen von Geschenken, Bewirtung oder Spesenvergütung ab, sofern diese den Anschein erwecken, die Entscheidungsfreiheit der Empfängerin oder des Empfängers im Rahmen ihrer*seiner Tätigkeit für die Welthungerhilfe unangemessen zu beeinflussen. Der Anschein eines solchen Einflusses wird insbesondere dann erweckt, wenn der Rahmen angemessener und vertretbarer Aufwendungen überschritten wird. Für Mitarbeitende der Welthungerhilfe liegt die Grenze der Angemessenheit und Vertretbarkeit bei einem Gesamtwert von bis zu 40 Euro pro Jahr. Strenger definierte ortsübliche Wertgrenzen sind einzuhalten.

Vermeidung von Interessenkonflikten

Die Mitarbeitenden und Mitwirkenden der Welthungerhilfe nutzen ihre Arbeitsstelle und die damit einhergehenden Befugnisse nicht zum persönlichen Vorteil oder der Begünstigung nahestehender Personen aus. Sie meiden jede Situation, in der persönliche Interessen im Widerspruch zu den Interessen der Welthungerhilfe stehen könnten. Mögliche persönliche Interessenkonflikte legen sie unaufgefordert offen.

Verbot von Alkohol und Drogen

Das Arbeiten unter Einfluss von Alkohol oder Drogen, einschließlich dem Führen eines Fahrzeuges oder einer Maschine, ist den Mitarbeitenden und Mitwirkenden der Welthungerhilfe nicht gestattet. Dies gilt auch für andere Betäubungsmittel, die die Fähigkeit der Mitarbeitenden oder Mitwirkenden beeinträchtigen, ihre Tätigkeiten für oder im Namen der Welthungerhilfe zu erfüllen. Der Besitz, die Verteilung oder der Konsum von illegalen Substanzen am Arbeitsplatz oder im Dienst ist nicht gestattet. Zum Arbeitsplatz gehören auch welthungerhilfeeigene oder gemietete Fahrzeuge sowie von der Welthungerhilfe genutzte Grundstücke, Gebäude und Einrichtungen.

Kein Mitführen von Waffen

Die Welthungerhilfe verfolgt ihre Ziele gewaltlos. Daher verbietet sie grundsätzlich das Mitführen von Waffen durch Mitarbeitende und Mitwirkende auf allen von der Welthungerhilfe genutzten Grundstücken und in Fahrzeugen, Gebäuden sowie sonstigen Einrichtungen. Bewaffnetes ziviles oder militärisches Personal ist in den Fahrzeugen, Gebäuden, Einrichtungen und auf Grundstücken der Organisation grundsätzlich nicht erlaubt. Hier muss der Einsatz von bewaffneten Wachen in Übereinstimmung mit der Welthungerhilfe-Security Policy vom Vorstand genehmigt werden.

Letzte Aktualisierung 25.11.2019

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