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17.02.2026 | Blog

Wirkungsorientierung: Messen. Verstehen. Verbessern.

Nur wenn wir die Wirkung unserer Projekte kennen, können wir Erfolge und Misserfolge kritisch bewerten – und daraus lernen. Im Interview berichten Expert*innen unseres internationalen Teams darüber, wie wir Wirkung messen.

„Das direkte Feedback der Menschen, mit denen wir arbeiten, gibt uns Einblicke in ihre Situation, ihre Schwachstellen und geschlechtsspezifischen Bedürfnisse, sei es auf persönlicher oder auf kommunaler Ebene. Es stärkt auch die Eigenverantwortung der Gemeinschaften sowie ihre Beteiligung an und die Verbundenheit mit den Projekten. Wir sollten uns noch mehr auf die Menschen und ihre Bedürfnisse konzentrieren und auf ihre Wahrnehmungen und Wünsche eingehen.“

Asia Aman Expertin für Wirkungsmessung im Team der Welthungerhilfe in Pakistan

Warum ist es so wichtig, dass die Welthungerhilfe die Wirkung ihrer Arbeit misst?

Wirkung zu messen heißt für uns, durch qualitative und quantitative Methoden zu verstehen, wie effektiv unsere Projekte Menschen und Gemeinschaften helfen, Hunger zu überwinden. Wir messen Wirkung, um unsere Ansätze und ihre Umsetzung vor Ort kontinuierlich zu verbessern und weiterzuentwickeln. So stellen wir sicher, dass wir den Menschen, mit denen wir arbeiten, die bestmögliche Unterstützung bieten und dabei unsere Ressourcen effektiv einsetzen.

Welche Rolle spielen dabei die Menschen, mit denen Sie arbeiten?

Menschen, die unter Hunger leiden oder zur Überwindung von Hunger beitragen, stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit. Unser Erfolg misst sich daran, wie viel besser sie in Zusammenarbeit mit uns Hunger und seine Ursachen überwinden. Ihre Perspektiven, Chancen und Bedürfnisse prägen unsere Projekte von der Planung über die Umsetzung bis hin zur Auswertung. Um dies zu gewährleisten, verwenden wir offene und partizipative Methoden als feste Bestandteile unserer Wirkungsorientierung.

„Insbesondere Interviews mit Schlüsselpersonen und Fokusgruppendiskussionen sind nützlich, um die Erfahrungen und Perspektiven der Teilnehmenden systematisch einzubeziehen, Veränderungen innerhalb der Gemeinschaft zu messen und die Ergebnisse eines Projekts zu reflektieren. Wir lernen sehr viel von den Teilnehmenden. Die Erkenntnisse sind für die Planung neuer Projekte äußerst wichtig.“

Abdul Jalal Ghafoori Experte für Wirkungsmessung im Team der Welthungerhilfe in Afghanistan

Wie können die Perspektiven der Projektteilnehmenden einbezogen werden?

Unser Leitfaden zur Wirkungsmessung bildet die Grundlage, um die Wirkung unserer Arbeit in allen Projektländern zu erfassen. Entlang des Leitfadens, der unser gesamtes Tätigkeitsspektrum abbildet, analysieren wir systematisch unsere Projekte und reflektieren mit den Menschen, die wir unterstützen, wie sich ihre Situation verändert hat. Die zentralen Fragen dabei sind: Wen erreichen wir mit unserer Arbeit? Wie viel besser geht es den Menschen, mit denen wir arbeiten – und warum? Wird das Erreichte von Dauer sein?

Dieser aktualisierte globale Leitfaden zur Wirkungsmessung wurde 2024 in unsere praktische Arbeit integriert. Um eine effektive Umsetzung zu ermöglichen, haben wir unser Team sowie die Mitarbeitenden unserer Partner praxisnah geschult.

„Wir erhielten wertvolle Rückmeldungen von Kleinbäuerinnen und bauern im ländlichen Nepal zu einer Saatgutverteilung. Daraufhin haben wir unsere Richtlinien dafür gründlich überarbeitet. Wir führen vor der Verteilung nun transparente Tests zur Keimfähigkeit des Saatguts im Projektgebiet durch, um seine Qualität sicherzustellen.“

Tara Nath Paudel Experte für Wirkungsmessung im Team der Welthungerhilfe in Nepal

Welche Instrumente gibt es noch?

Neben quantitativen Indikatoren setzen wir auch qualitative Instrumente ein, um die Zahlen im Kontext zu verstehen. Diese Instrumente beziehen das Wissen und die Erfahrungen der Menschen, mit denen wir arbeiten, aktiv ein. Dazu gehören Fokusgruppendiskussionen, die verschiedene Perspektiven auf die Projektergebnisse bieten und helfen, die Ursachen für Veränderungen zu ermitteln. Das Feedback der Teilnehmenden zeigt, ob gemessene Fortschritte auch ihrer erlebten Realität entsprechen. Wenn positive Entwicklungen messbar sind und von den Teilnehmenden bestätigt werden, gewinnen wir belastbare Erkenntnisse, die belegen, dass unsere Projektansätze wirksam sind und es sinnvoll ist, weiter in sie zu investieren.

Wie hat der aktualisierte Leitfaden die Wirkungsmessung verbessert?

Er ermöglicht eine präzisere, auf die Projektziele abgestimmte Wirkungsmessung. So haben wir den Leitfaden um einen spezifischen Indikator ergänzt, um zu erfassen, wie sich Schulungen zu bewährten landwirtschaftlichen Praktiken auf die tatsächliche Arbeit auf dem Feld auswirkten. Ein anderes Beispiel: Im Bereich der ökonomischen Entwicklung haben wir bislang nur auf das Haushaltseinkommen geschaut. Dank des überarbeiteten Indikators zur beruflichen Bildung können wir nun zusätzlich gezielt nachvollziehen, wie viele Teilnehmende an unseren Trainings zur technischen und beruflichen Bildung nach erfolgreichem Abschluss eine Beschäftigung oder Selbstständigkeit aufnehmen.

„Sechs Monate nach Abschluss ihrer Ausbildung haben über 70 Prozent der Teilnehmenden an unseren Ausbildungsprojekten eine Beschäftigung gefunden und leisten einen substanziellen Beitrag zum Familieneinkommen. Einige von ihnen schaffen sogar neue Arbeitsplätze – manche Jungunternehmen beschäftigen im ersten Jahr bis zu vier weitere junge Menschen.“

Kevine Ayero Expertin für Wirkungsmessung im Team der Welthungerhilfe in Uganda

Dieser Beitrag stammt aus dem Jahresbericht der Welthungerhilfe.

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