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  • Agrar- & Ernährungspolitik
  • 08/2020
  • Marina Zapf

Afrika hinkt agrarpolitischen Zielen hinterher

Fast alle Länder verfehlen die Ziele der Malabo-Erklärung für Investitionen in die Landwirtschaft.

Fast zwei Drittel der afrikanischen Bevölkerung leben von der Landwirtschaft. Vor diesem Hintergrund sieht die Afrikanische Union (AU) die Notwendigkeit, Investitionen und Produktivität im Landwirtschaftssektor zu steigern. Das Comprehensive Africa Agriculture Development Programme (CAADP) ist seit 2003 afrikaweit der Handlungsrahmen für landwirtschaftlichen Wandel, um den Sektor wirtschaftlich und als Instrument gegen Hunger und Armut aufzuwerten.

Als Initiative der Afrikanischen Union unterstützt CAADP die Mitgliedsländer bei der Steigerung von Investitionen und Produktivität im Landwirtschaftssektor. So werden agrarwirtschaftliche Wachstumsraten von über 6 Prozent angestrebt, um Ernährungssicherung und wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben.

2014 hat CAADP einen starken Impuls erhalten: In der sogenannten Malabo-Erklärung haben die AU-Mitgliedsstaaten ihr Engagement für CAADP bekräftigt und sich zur Entwicklung und Umsetzung CAADP-konformer nationaler Agrarinvestitionspläne verpflichtet. Diese länderspezifischen Strategien sollen Investitionen und Produktivität im Landwirtschaftssektor steigern.

Zu den sieben Zielen und zahlreichen Unterzielen gehören die Zusage, zehn Prozent der öffentlichen Mittel in die Landwirtschaft zu investieren und mit dem Schwerpunkt auf Betriebsmittel, Bewässerung und Mechanisierung die Produktivität zumindest zu verdoppeln. Bis 2025 soll über inklusives Wachstum und Wandel in dem Sektor die ländliche Armut halbiert und 30 Prozent jugendlicher Erwerbsfähiger Arbeitsplätze finden. Geförderte Wertschöpfungsketten sollen vorrangig kleine Erzeuger anbinden.

Anfängliche Fortschritte bis 2017 nicht gehalten

Der im Februar 2020 veröffentlichte Fortschrittsbericht zu den Malabo-Einlassungen zeigt, dass der Kontinent als ganzes weit von der Umsetzung entfernt ist. Um auf gutem Weg zu sein, müsste im Durchschnitt ein Score von 6,66 erreicht werden – er liegt indes bei 4,52 von zehn Punkten. Eine bis 2017 zu spürende Dynamik ist abgeflaut.

Nur beim Ausbau des innerafrikanischen Handels liegt der Kontinent (dank des guten Abschneidens von 28 Ländern in Ost-, West- und Zentralafrika) auf Erfüllungskurs. Ostafrika schneidet relativ gut ab, was die Anpassung von Flächen, Weiden und Fischgründen an Klimarisiken angeht. Zentralafrika ist ziemlich abgeschlagen, außer bei der Zahl von Jugendlichen, die in der Landwirtschaft arbeiten. Aus Nordafrika gibt es nicht genug Daten für belastbare Ergebnisse.

Im einzelnen können sich nur vier afrikanische Länder zugute halten, unter Berücksichtigung aller Anfoderungen "on track" zu sein: Das sind Ghana, Mali, Marokko und Ruanda. Im Jahr 2017 waren es noch 20 Staaten. Ebenfalls nur vier Länder waren 2019 auf Kurs zum öffentlichen Ausgabeziel von zehn Prozent zur Förderung des Agrarsektors : Burkina Faso, Burundi, Mali and Mauritania.

Marina Zapf, Journalistin, berichtet seit 20 Jahren aus Berlin über Themen der Außen, Außenwirtschafts- und Entwicklungspolitik.
Marina Zapf Team Welternährung.de
Letzte Aktualisierung 21.08.2020

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