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Winterhilfe - Spenden Sie Schutz vor Hunger und Kälte

Ein IDP Camp, Provinz Idlib, Syrien. Nur eine dünne Zeltwand trennt Abo Khalids Familie von den eisigen Temperaturen und der alles durchdringenden Feuchtigkeit. Die klammen Kleider, der Hunger und die Kälte lassen vor allem die Kinder zittern. Ihre neue Zuflucht vor Verfolgung und Bomben ist kalt und nagt an der Hoffnung auf ein sicheres Leben. Wenn in Syrien die Temperaturen sinken und der Regen einsetzt, beginnt für viele Flüchtlinge die härteste Zeit des Jahres. Die Camps versinken buchstäblich im Schlamm und die provisorischen Behausungen bieten wenig Schutz. Doch trotz der zunehmend winterlichen Temperaturen der letzten Wochen bleiben die Öfen bei vielen Geflüchteten diesen Winter kalt.

Ein Mann brennt ein Stück Karton an, im Hintergrund stehen kleine Kinder.

Wir mussten Äste und Abfälle von der Straße einsammeln und verbrennen, um unser Zelt zu heizen. Meine Kinder litten an Atemwegsinfektionen.

Abo Khalid Abo Khalid und seine Familie im IDP Camp in Idlib erhielten letzen Winter Unterstützung durch die Welthungerhilfe.

Millionen Syrer*innen sind seit Jahren auf der Flucht

Den Menschen, die seit Jahren auf der Flucht vor Krieg und Gewalt in ihrem eigenen Land sind, ist der Kampf ums Überleben nur allzu vertraut. Seit 2011 herrscht in Syrien Bürgerkrieg. In Nordwesten von Syrien leben derzeit 4 Millionen Menschen, davon sind mehr als die Hälfte (2,8 Millionen) auf lebensrettende Humanitäre Hilfe angewiesen. Fast 1,5 Millionen Menschen harren in Camps und informellen Zeltsiedlungen im Nordwesten Syriens aus. Gerade im Winter kehrt die Angst um das eigene und das Überleben der Kinder selbst in die vermeintlich sicheren Flüchtlingscamps zurück. 

Im Rahmen ihrer Winterhilfe verteilt die Welthungerhilfe zusammen mit ihrem lokalem Partner IhsanRD deshalb Gutscheine an 7,500 Flüchtlingsfamilien in der Provinz Idlib. Sie lassen sich in lokalen Märkten für Heizstoffe, Lebensmittel und Winterkleidung eintauschen.

Ein Stück Brot ist unbezahlbar

Syrien befindet sich seit einiger Zeit in einer schweren wirtschaftlichen Krise und muss gleichzeitig mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie kämpfen. Die Landeswährung befindet sich im freien Fall. Die Preise für Lebensmittel sind innerhalb eines Jahres um 240% gestiegen, ebenso wie die Preise für Hygieneprodukte, Heizöl und Benzin. Ein Stück Brot ist fast unbezahlbar. In Syrien leben 80 Prozent der Menschen unter der Armutsgrenze.

Drei Kinder hocken auf dem schlammigen Boden in einem Camp für Binnenflüchtlinge in Nord-Aleppo, Syrien.
Besonders für geflüchtete Kinder stellen die prekären Bedingungen in den Camps und das kalte Winterwetter eine Gefahr dar. © Welthungerhilfe

Eine syrische Familie im Norden des Landes braucht theoretisch jeden Monat 86 Euro, um satt zu werden. Die meisten Familien in den Flüchtlingscamps haben oft nicht die Möglichkeit, Geld zu verdienen, da sie auch aufgrund der Corona-Krise immer weniger Arbeit finden. Die Syrer*innen müssen im Müll nach Essen suchen oder betteln gehen. Oft bleibt ihnen nichts anderes übrig, als Mahlzeiten zu reduzieren oder gar nichts zu essen, damit wenigstens etwas für die Kinder übrigbleibt.

Heizmittel oder warme Kleidung können sie sich daher erst recht nicht leisten. Um sich trotzdem vor der Kälte zu schützen, verbrennen viele notgedrungen Kleider und Möbel oder sogar Plastiktüten für ein wärmendes Feuer.

Besonders prekär ist die Situation im Nordwesten Syriens. Mehr als 900.000 Menschen haben nach UN-Angaben seit Anfang Dezember 2019 ihre Heimat aus Angst vor den Kämpfen Richtung Norden verlassen. Nach Einschätzung der Welthungerhilfe handelt es sich um die schlimmste Flüchtlingskrise seit Ausbruch des Bürgerkriegs vor fast neun Jahren. Einige Monate später, Juli 2020, hat das Coronavirus schließlich den Nordwesten von Syrien erreicht. Auch in Flüchtlingscamps steigen die Infektionszahlen rasant an. Die Pandemie traf die Region zum schlimmstmöglichen Zeitpunkt. Die Flüchtlingscamps nahe der türkischen Grenze sind inzwischen vollkommen überfüllt. Das Einhalten internationalen Hygieneempfehlungen wie „social distancing“ ist unmöglich. 

Auch im Norden der Provinz Aleppo plant die Welthungerhilfe notleidende Familien mit Gutscheinen zu unterstützen, die je nach Bedarf anschließend für beispielsweise Hygieneartikel, Lebensmittel, sowie Winterbedarfsartikel wie warme Kleidung, Heizöl und Decken eingetauscht werden können.

Leben im Matsch bei Minusgraden - Bilder aus in Idlib

Eine Frau in einem syrischen Flüchtlingscamp. Die Wintermonate sind für die vertriebenen Menschen besonders hart. © HIHFAD/Welthungerhilfe
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Zusammen mit dem lokalten Partner HiHFAD verteilt die Welthungerhilfe dringend benötigte Brotlaibe an Geflüchtete südlich von Idlib. Bei Verteilungen im Januar wurden täglich bis zu 17.200 Brote ausgegeben. © HiHFAD
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Schlamm, Regen, Kälte: Für die Flüchtlingsfamilien in Syrien ist das Leben in den Flüchtlingscamps im Winter ein Kampf ums Überleben. © HIHFAD/Welthungerhilfe
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Winter in den syrischen Flüchtlingscamps: Eine Frau wärmt sich an einem notdürftigen Feuer. Benzin ist knapp, deshalb verbrennen die Menschen teilweise ihre Klamotten oder Haushaltsgegenstände. © HIHFAD/Welthungerhilfe
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Die Welthungerhilfe verteilt im Winter Benzin an Flüchtlingsfamilien, damit sie ihre Öfen beheizen können. © HIHFAD/Welthungerhilfe
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Endlich warm im Zelt: Ein Junge freut sich, dass der Ofen Wärme spendet. © HIHFAD/Welthungerhilfe
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Ihre Spende kommt an: Helfen Sie jetzt den Menschen in Syrien!

FAQ zur Winterhilfe in Syrien

Was bedeutet Winterhilfe?

Sobald der Winter naht, spitzt sich vor allem für die Menschen, die bereits durch Flucht und Armut geschwächt sind, die Lage gefährlich zu: Sie leiden Hunger und haben der klirrenden Kälte körperlich nichts entgegenzusetzen. Im Rahmen der Winterhilfe versorgt die Welthungerhilfe die Familien, die besonders vom Frost und aktuell den gestiegenen Preisen für Grundnahrungsmittel und Benzin betroffen sind. Es werden bspw. Gutscheine für lebensnotwendige Nahrungsmittel, warme Kleidung und Heizmaterial verteilt. Familien in Flüchtlingscamps in Idlib erhalten jeweils 50 USD für Heizmaterialien, 100 USD für Kleidung und 60 USD für Lebensmittel.

Wo werden die Menschen mit der Winterhilfe unterstützt?

Aktuell profitieren Flüchtlingsfamilien in Syrien von der Winterhilfe der Welthungerhilfe. Die Gutscheine werden in Syrien vorzugsweise an Familien im Flüchtlingscamp verteilt, die besonders bedürftig sind und sich nach den Strapazen der Flucht und dem Zurücklassen der Heimat an das neue, fremde Umfeld gewöhnen müssen. Die Lebensmittel und "Heiz-Gutscheine" helfen ihnen dabei, diese belastende Zeit zu überbrücken.

Wann beginnt die Winterhilfe?

Die Heiz- Lebensmittel und Kleidergutscheine werden in den Winterhilfeprojektstandorten in der Provinz Idlib in den kältesten Monaten Dezember und Januar verteilt. Die Vorbereitungen für dieses Nothilfeprojekt starteten bereits Anfang November 2020 gestartet. 

Auch für die Unterstützung der Familien im Norden der Provinz Aleppo laufen die Vorbereitungen bereits an. Um notleidende Syrer*innen bestmöglich in den harten Wintermonaten unterstützen zu können, wird derzeit geprüft, welche Camps und aufnehmenden Gemeinden welche Art der Unterstützung benötigen.

Wie kann ich für die Winterhilfe spenden?

Nutzen Sie ganz einfach unser Formular für Online-Spenden und wählen Sie per Verwendungszweck das Winterhilfe-Projekt, das Ihnen besonders am Herzen liegt. Auch eine Spende per Überweisung ist selbstverständlich möglich. Nutzen Sie dafür die folgenden Kontodaten und tragen Sie als Verwendungszweck "Winterhilfe Syrien" ein:

Deutsche Welthungerhilfe e.V., Sparkasse KölnBonn
IBAN: DE15 3705 0198 0000 0011 15, BIC: COLSDE33

Oder rufen Sie unseren Spenderservice unter der Telefonnummer +49 228-2288-176 an und erteilen Sie der Welthungerhilfe telefonisch eine Einzugsermächtigung über die Abbuchung Ihrer Spende zur Winterhilfe. Weitere Spendenmöglichkeiten finden Sie hier.

Kommt meine Spende zur Winterhilfe auch wirklich an?

Ja, Ihre projekt- und landesgebundene Spende kommt an. Entscheiden Sie sich für eine Förderpartnerschaft, wird Ihre regelmäßige Spende dort verwendet, wo Sie am dringensten gebraucht wird (freie Spende).

Die Welthungerhilfe berichtet regelmäßig im Jahresbericht über die Hilfsprojekte, damit Sie wissen, was mit Ihren Spenden passiert. Informieren Sie sich außerdem über den Weg einer Spende, damit Sie alle Schritte nachvollziehen können.

Kann ich warme Kleidung oder Lebensmittel für Flüchtlinge spenden?

Wir schätzen Ihren Wunsch sehr, Flüchtlinge in Syrien mit warmer Winterkleidung oder Lebensmittelspenden zu unterstützen. Von Sachspenden bitten wir jedoch aus einem wichtigen Grund Abstand zu nehmen: Die Welthungerhilfe hat es sich zur Leitlinie gemacht, Hilfsgüter wie Kleidung oder Nahrungsmittel für ihre Hilfsprojekte in den jeweiligen Ländern zu kaufen in denen sie tätig ist. Dies ist nicht nur kostengünstiger, sondern bindet die einheimische Wirtschaft ein und berücksichtigt die einheimischen Traditionen und kulturellen Gegebenheiten.

Ihre Ansprechpartner*innen
Bankverbindung

Deutsche Welthungerhilfe e. V.
Sparkasse KölnBonn
IBAN DE15 3705 0198 0000 0011 15
BIC COLSDE33

DZI Spendensiegel

Das DZI Spenden-Siegel bescheinigt der Welthungerhilfe seit 1992 den effizienten und verantwortungsvollen Umgang mit den ihr anvertrauten Mitteln.

Die Welthungerhilfe ist beim Finanzamt als gemeinnützige Organisation anerkannt und von der Körperschaftssteuer befreit. Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE812801234.