Balanceakte und klare Worte zur Woche der Welthungerhilfe 2013

Straßenkunst visualisiert Schlucht zwischen Arm und Reich. © Jungeblodt
Straßenkunst visualisiert Schlucht zwischen Arm und Reich. © Jungeblodt

Passanten am Berliner Bahnhof Friedrichstraße staunten am 14. Oktober nicht schlecht: Mitten in Berlin stolperten sie über einen vertrockneten Acker, dessen Furchen in einer Schlucht mündeten. Auf der anderen Seite ein buntes Schlaraffenland: saftig grüne Salatköpfe, leuchtende Kürbisse, knackige Tomaten. Dorthin kommen? Fast unmöglich. Diese dreidimensional wirkende Märchenlandschaft hatte der Künstler Manfred Stader auf den Fußweg gemalt, um zum Auftakt der Aktionen der Welthungerhilfe auf die ungerechte Verteilung von Nahrung aufmerksam zu machen.

Ich war nun schon zum zweiten Mal als Leiterin der Freiwilligen-Mobilisierung bei der Aktionswoche Woche der Welthungerhilfe dabei. Unter dem Motto »Die Welt isSt nicht gerecht. Ändern wir’s!« haben wir Vereine, Ehrenamtliche, Schulen und Firmen aufgerufen, sich rund um den Welternährungstag sieben Tage lang für das Menschenrecht auf Nahrung stark zu machen.

Zum Auftakt der „Woche“ am Montag, den 14.10. hatten wir uns eine ganz besondere Aktion überlegt: Vor dem Bahnhof Friedrichstraße in Berlin standen die Passanten vor einem ungewöhnlichen Bild. Vor ihnen klaffte eine erschreckend steile dreidimensionale Schlucht – mitten auf dem Fußweg. Beim Balancieren auf dem Straßenkunstwerk konnten Passanten nachempfinden, welch schwindelerregende Kluft viele Menschen weltweit von nahrhaften Lebensmitteln trennt.

Ein Highlight der Straßenaktion war der Besuch von Schauspielerin Michaela May. Sie sprang ebenfalls in das Straßen-Gemälde und erklärte dabei den anwesenden Journalisten und Besuchern, warum sie sich für die Welthungerhilfe und unseren Einsatz für das Recht auf Nahrung einsetzt. »Alle zehn Sekunden stirbt ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen von Mangel- und Unterernährung. Das ist ein Skandal!« Dabei gebe es auf der Welt genug zu essen, um alle zu ernähren, betonte Bärbel Dieckmann, die Präsidentin der Welthungerhilfe.

Sehen Sie sich das Video von unserer Straßenaktion in Berlin an:

Rund um den Welternährungstag versetzten Prominente und zahlreiche Unterstützer ganz Deutschland in Bewegung

Auch machten prominente Unterstützer in Videobotschaft auf das Recht auf Nahrung aufmerksam. Mit dabei: Schauspielerin Michaela May, Moderatorin Bärbel Schäfer und Schauspieler Max Tidorf.

Überrascht waren Bonner Studenten, denen in der Woche vom 14. bis 20.10. ein knallrotes Absperrband den Weg in ihre Mensen versperrte. »Der Zugang zu Nahrung ist nicht selbstverständlich!« stand darauf. Ihr Essen bekamen sie am Ende doch noch, aber die Aktion hat gewirkt: An den Infoständen von Studentenwerk und Welthungerhilfe klingelten die Spendenbüchsen. Toll war auch das große Interesse, eine Hochschulgruppe der Welthungerhilfe zu gründen – wer weiß, was sich daraus noch ergibt.

Schön zu sehen, wie viele unterschiedliche Aktionen und Ideen es gab. Zum Schluss möchte ich noch vom Freiwilligen-Aktionstag am Samstag berichten, denn da setzen Unterstützer ganz Deutschland in Bewegung: in Oberhausen, Bremen und Stuttgart ebenso wie in Pegnitz, Bekond und Lohr. Und mit selbst gebackenen Berlinern und einem Glücksrad lockte die Aktionsgruppe im ostfriesischen Leer Passanten an ihren Stand.

Mehr Infos zum Recht auf Nahrung und unserem Motto „Die Welt isSt nicht gerecht! Ändern wird es!”
gibt es auf unserer neuen Infoplattform.

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