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Die Welthungerhilfe in Mosambik

Bauernschulen gegen den Klimawandel

Mit einfachen Mitteln sichern Kleinbauern ihre Ernährungsgrundlage

Mosambik besitzt fruchtbare Böden und wertvolle Bodenschätze, trotzdem gehört es zu den ärmsten Ländern der Welt. Fast die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren sind chronisch unterernährt. 70 Prozent der Bevölkerung leben von kleinbäuerlicher Landwirtschaft, doch ihr Wissen und ihre Techniken sind extrem veraltet. Zusätzlich zerstören extreme Naturereignisse wie Zyklone, Überschwemmungen oder Dürren regelmäßig ihre Ernten.

Maria Anduaze bei der Feldarbeit
Maria Anduaze lernt in einer Farmer Field School alles über nachhaltige Anbaumethoden. © Macilau

Moderne Anbaumethoden erhöhen die Erträge

Seit Jahren kämpft Maria Anduaze auf ihrem Feld gegen Dürren und Überschwemmungen durch den Klimawandel. „2015 fiel meine Maisernte wegen der Trockenheit komplett aus“, sagt die hagere Frau. Ein Jahr zuvor verrotteten ihre Pflanzen, weil das Feld unter Wasser stand. Die verwaisten Enkelkinder aßen nur noch eine Mahlzeit am Tag. Inzwischen sind die beiden Mädchen wieder kräftig genug, um in die Schule zu gehen. Ihre Großmutter ist Mitglied der Selbsthilfegruppe „Nhenhele“ – „Ameise“. Hier lernen 22 besonders bedürftige Menschen, wie sie ihre Äcker effektiver bestellen können. Die meisten von ihnen sind Witwen und alleinerziehende Mütter.

Die Welthungerhilfe schult die Kleinbauern in nachhaltigen Anbaumethoden. In sogenannten Farmer Field Schools ziehen sie Gemüse unter niedrigen Strohdächern vor, legen einfache Bewässerungssysteme an und nutzen natürlichen Dünger. Das gejätete Unkraut verstreuen sie auf den Feldern und halten somit die Feuchtigkeit in den Böden. Werkzeug wie Spaten, Gießkannen oder einfache Tretpumpen stammen aus den Projektmitteln. 

Dürreresistentes Saatgut verbessert die Ernährungssituation

Die zentrale Provinz Zambezia gehört zu den vergessenen Regionen des Landes. Die Wirtschaftsmetropole Maputo liegt 1.000 Kilometer weiter südlich. Einnahmen aus dem Abbau von Rohstoffen oder anderen Geschäften kommen bei den Kleinbauern in der Provinz nicht an. In den Bauernschulen fördert die Welthungerhilfe 4.650 Familien. Damit verbessert sich die Ernährungsgrundlage von mehr als 30.000 Menschen.

Tomaten in einem Topf
Aus selbst angebauten Tomaten kochen die Kleinbauern leckeres Püree, das bis zu drei Monate haltbar ist. © Macilau
Zwei Frauen in Quelimane holen Wasser aus einem Brunnen.
Zwei Frauen in Quelimane holen Wasser aus einem Brunnen. Gießkannen und einfache Tretpumpen stammen aus den Projektmitteln der Welthungerhilfe. © Macilau

So hilft die Welthungerhilfe:

  • Die Welthungerhilfe schult die Menschen in nachhaltigen Anbaumethoden. Dazu gehören bodenschonende Maßnahmen, die Aufzucht von Gemüsesetzlingen, einfache Bewässerungssysteme und die Verwendung von natürlichem Dünger.  

  • In den Bauernschulen lernen die Kleinbauern dürreresistente und nährstoffreiche Feldfrüchte kennen. Sie bauen Soja an und verarbeiten diese zu proteinhaltiger Milch für ihre Kinder. Süßkartoffeln schützen mit ihrem hohen Provitamin A-Gehalt vor Augenkrankheiten. Kohl, Tomaten und andere Gemüsesorten verbessern die Nährstoffversorgung der Familien. 

  • Mit dem Anbau und Verkauf von Sesam können die Menschen ein zusätzliches Einkommen erwirtschaften.

  • In Kochkursen erfahren die Kleinbauern, wie sich eine gesunde Mahlzeit zusammensetzt. Sie lernen grundlegende Hygienemaßnahmen kennen und konservieren ihre Produkte: Tomatenpüree und Süßkartoffelmarmelade halten sich bis zu drei Monate und können verkauft werden. 

  • Um die wirtschaftliche Situation der Menschen zu verbessern, erhalten einige Bauerngruppen Ziegen für die Zucht.

Maria Anduaze hat im vergangenen Jahr 250 Kilogramm Mais geerntet. So viel hatte sie noch nie. Einen Teil davon verkauft sie als Maismehl auf dem Markt. Mit dem Geld baut sie ein stabiles Haus mit Wellblechdach und richtigem Putz. Jetzt blickt sie gespannt auf die Nebensaison. Ihre Gruppe hat Tomaten, Zwiebeln, Süßkartoffeln und Soja ausgesät – die nährstoffreichen Produkte könnten die Mangelernährung im Dorf bald beseitigen.

(Projektnummer: MOZ-1081)

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Kontakt
Kerstin Bandsom

Kerstin Bandsom

Informationsstelle

+49 228-22 88 127

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