Bildung

Schulkinder in Madagaskar. © Kropke
Schulkinder in Madagaskar. © Kropke
Bildung, da sind sich alle einig, ist der Schlüssel für Armutsreduzierung und das Abwenden von Hunger. Bildung, besonders von Mädchen und Frauen, ist die Voraussetzung für eine bessere Gesundheit, für Produktionssteigerung, für mehr Verteilungsgerechtigkeit, für Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen, für Demokratisierung und Innovation.
 

"Ich habe Schulkinder gesehen, die habe ich so beneidet. Wenn ich nicht lesen und schreiben kann, habe ich keine Zukunft," so Lakshmi, eine 10-jährige Schülerin, die dank der indischen Organisation M. Venkatarangaiya Foundation (MVF) in Pradesh, Südindien, zur Schule gehen kann. Bereits mit sechs Jahren hat Lakshmi oft bis zu 12 Stunden täglich auf dem Feld mitgearbeitet. Sie ist nun die erste in der Familie, die Lesen und Schreiben lernt.


Bildung - Investition in die Zukunft

Derzeit hungern 923 Millionen Menschen, weltweit gibt es rund 780 Millionen Analphabeten. Bildungsarmut und eine damit einhergehende Häufigkeit von Hunger konzentriert sich insbesondere in den ländlichen Regionen der Entwicklungsländer. Hier leben auch die meisten Kinder, die nicht zur Schule gehen. Das ist besonders dramatisch, da gerade in den Entwicklungsländern oft 50 bis 70 Prozent der Gesamtbevölkerung unter 25 Jahre alt ist. Von dieser Gesellschaftsgruppe wird es perspektivisch abhängen, ob der dringend nötige soziale und politische Wandel in ihren Gesellschaften gelingt.

 

Schreibunterricht in einer Schule in Tadschikistan. © Irrgang
Schreibunterricht in einer
Schule in Tadschikistan.
© Irrgang

Ein besseres Leben mit Bildung

Das Bildungsangebot in den meisten Entwicklungsländern reicht nicht aus, um arme Menschen dazu zu befähigen, ihre Existenz zu sichern. Dabei profitieren arme und von Hunger bedrohte Haushalte und Gemeinschaften in ländlichen Regionen signifikant durch Investitionen in Bildung. Dazu einige Fakten:

  • Das Ausmaß von Unterernährung nimmt proportional mit der Fähigkeit ab, lesen und schreiben zu können
  • Das durchschnittliche Einkommen von jungen Frauen in armen Ländern wächst mit jedem zusätzlich absolvierten Schuljahr um 10 bis 20 Prozent.
  • Angaben aus Südasien und Afrika südlich der Sahara belegen, dass eine abgeschlossene Grundbildung die Produktivität von Kleinbauern um acht Prozent erhöht. 
  • Bildung ist der beste soziale Impfstoff gegen HIV/Aids: Pro Jahr könnten 700.000 HIV-Neuinfektionen verhindert werden, wenn alle Kinder eine Grundschulbildung erhielten. 
  • Kinder von Müttern, die lesen und schreiben können, haben eine um 50 Prozent höhere Chance, älter als fünf Jahre zu werden, als Kinder, deren Mütter Analphabetinnen sind.

 

Kinderprojekte der Welthungerhilfe

Die Welthungerhilfe ist überzeugt von der zentralen Bedeutung von Bildung zur Überwindung von Armut. Darum fokussiert sie im Rahmen ihre Millenniums-Initiative, einen Beitrag zum Millenniumsentwicklungsziel Nummer Zwei zu leisten: "Universale Grundschulbildung für alle Mädchen und Jungen bis 14 Jahren". 

Denn Grundschulbildung legt den Grundstein für lebenslanges Lernen, damit die Menschen ein langes, gesundes und kreatives Leben führen können. Die Welthungerhilfe unterstützt Programme und Projekte, die arme Kinder erfolgreich in das formale Schulsystem integrieren, vor allem in die Grundschule. Die Mobilisierung der lokalen Gemeinschaften für dieses Ziel spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg dieser Maßnahmen.

 

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