Pressemappe: Neue Hungerzahlen erschienen – Weltweite Ernährungslage 2015

Kaum Fortschritte im Kampf gegen Hunger

Weltweit hungern 795 Millionen Menschen, davon leben 780 Millionen in Entwicklungsländern. G7-Staaten in der Pflicht

Ab 2015 muss der Fokus mehr auf den ländlichen Räumen und den Kleinbauern in Entwicklungsländern liegen, denn drei von vier Hungernden leben auf dem Land. © Felschen
Ab 2015 muss der Fokus mehr auf den ländlichen Räumen und den Kleinbauern in Entwicklungsländern liegen, denn drei von vier Hungernden leben auf dem Land. © Felschen

(27.05.2015) Der heute in Rom veröffentliche Bericht zur Lage der Welternährung (The State of Food Insecurity in the World 2015) von FAO, IFAD und WFP zeigt nach Ansicht der Welthungerhilfe „kaum Fortschritte in der weltweiten Hungerbekämpfung“, so die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann. „Setzt sich der Trend der letzten zehn Jahre fort, rückt unser Ziel – eine Welt ohne Hunger bis 2030 – in weite Ferne. Dann wären wir erst nach dem Jahr 2060 so weit.“

Laut FAO, IFAD und WFP hungern immer noch 795 Millionen Menschen, davon leben 780 Millionen in Entwicklungsländern. Mit Blick auf das bevorstehende G7-Gipfeltreffen auf Schloss Elmau am 7./8. Juni fordert Dieckmann: „Die G7-Regierungen müssen eine deutliche Trendwende einleiten, ihre Bemühungen verstärken und die staatlichen Mittel zur Hungerbekämpfung bis 2030 kontinuierlich erhöhen.“

Immer weniger Mittel für den Kampf gegen Hunger

Nach dem von der Welthungerhilfe entwickelten „ODA-Tracker“ stellen die G7-Staaten insgesamt für Ernährungssicherung und ländliche Entwicklung seit 2010 immer weniger Mittel zur Verfügung. Die Gesamtsumme fiel von 11,3 Milliarden Dollar 2010 auf 8,65 Milliarden 2013. Während die Herausforderungen für die globale Ernährungssicherung nicht zuletzt wegen des Klimawandels zunehmen, stellen die sieben reichsten Nationen immer weniger für diese Zukunftsfrage der Menschheit bereit. 

„Bei der Hungerbekämpfung müssen vor allem die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern stärker in den Fokus rücken“, so Dieckmann weiter. „Kleinbauern produzieren rund drei Viertel aller Nahrungsmittel in Entwicklungsländern. Mit mehr Unterstützung können sie mehr produzieren und mehr Einkommen erwirtschaften und so den Hunger in ihren Ländern besiegen.“

Bärbel Dieckmann kommentiert die aktuellen Zahlen der Vereinten Nationen

Bärbel Dieckmann kommentiert die aktuellen Zahlen der Vereinten Nationen

2015 - Jetzt ist die Zeit zu handeln!

Hunger beenden, Folgen des Klimawandels mindern und nachhaltige Entwicklung finanzieren - wie ist das möglich? Erfahren Sie hier mehr über Hintergründe und unsere Forderungen.

Infografik: Wie lässt sich der Hunger bis 2030 beenden?
Infografik: Wie lässt sich der Hunger bis 2030 beenden? Indem Kleinbauern mehr Aufmerksamkeit erhalten! Klicken Sie auf das Bild, um die Grafik in einem neuen Fenster zu öffnen.
Global Trends: Unterernährung - wo und in welchen Maße gab es Fortschritte? © FAO SOFI 2015
Global Trends: Unterernährung - wo und in welchen Maße gab es Fortschritte? © FAO SOFI 2015

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland. Sie leistet Hilfe aus einer Hand: Von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit einheimischen Partnerorganisationen nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Seit der Gründung im Jahr 1962 wurden mehr als 7.350 Projekte in 70 Ländern mit 2,66 Milliarden Euro gefördert – für eine Welt ohne Hunger und Armut.

Mehr zum Gipfeljahr 2015

Unsere Forderungen

So wird 2015 das Jahr der Gerechtigkeit!

2015 ist ein wichtiges Jahr für die Entwicklungspolitik und könnte diese langfristig verändern. Das sind unsere Forderungen zu den Gipfeln.

KONZERT ZUM G7-GIPFEL

United against Poverty in München

Am Samstag vor dem G7-Gipfel in Bayern standen Weltstars, Politiker und sieben stille Helden im Kampf gegen Armut gemeinsam auf einer Konzertbühne. 

Sensenmann bei den G7

Aktion zeigt, wie ernst die Lage ist

Ernte statt Ende: So eng liegen Leben und Tod für viele Kleinbauern auf der Welt beieinander!

Kontakt
Simone Pott

Simone Pott

Leiterin
Kommunikation/ Pressesprecherin

+49 228-2288 132

Bettina Beuttner

Bettina Beuttner

Pressereferentin

0228-22 88 204

0173-51 72 979