• Jeder soll satt werden!

    Weil viele Kinder mit leeren Mägen in den Unterricht kommen, stellt die Welthungerhilfe, wie hier in einer Schule in Mali, ein kostenloses Mittagessen zur Verfügung.

  • Hungersnot im Südsudan?

    #ByTheEndOfSeptember

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Hunger und Ernährungssicherung – Kernthema der Welthungerhilfe

Was ist Hunger?

Zwei Milliarden Menschen leiden an Mangelernährung

Nach Definition der Welternährungsorganisation (FAO) ist Hunger ein quantitativer Begriff: Hunger tritt ein, wenn die tägliche Energiezufuhr für einen längeren Zeitraum unter dem Bedarf liegt, der für einen gesunden Körper und ein aktives Leben benötigt wird.

 

Als Schwellenwert gibt die FAO 1.800 Kilokalorien täglich an. Doch nicht nur eine ausreichende Energiezufuhr ist für ein gesundes Leben entscheidend, sondern auch eine ausgewogene Ernährung. Nahezu zwei Milliarden Menschen leiden aufgrund von Vitamin- und Mineralstoffmangel an Mangelernährung. Der Welthunger-Index berücksichtigt in der Bemessung von Hunger auch diesen "versteckten Hunger".

Chronische Unterernährung ist häufig nicht auf den ersten Blick sichtbar, denn viele betroffene Menschen sind dünn, wirken aber nicht abgemagert. Die Folgen sind dennoch dramatisch: Der Körper gleicht unzureichende Ernährung dadurch aus, dass er körperliche und geistige Aktivitäten einschränkt, dadurch den Menschen ihre Initiative und Konzentrationsfähigkeit raubt und sie apathisch werden lässt. Bei Kleinkindern wird durch chronische Unterernährung die geistige und körperliche Entwicklung unumkehrbar beeinträchtigt.



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Kontakt

Dr. Rafaël
Schneider

Fachreferent

Tel.: +49 (0)228-22 88 147

Mit POWA gegen den Hunger

Der Kampf gegen den Hunger wird auf dem Land entschieden – G8-Nationen müssen sich stärker engagieren! Zum 2015 in Deutschland stattfindenden G7/G8-Gipfel fordern die Welthungerhilfe und ihre Partner mehr Unterstützung für kleinbäuerliche Landwirtschaft in Entwicklungsländern. Darum geht es beim Projekt POWA.

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Hunger und Ernährungssicherung – Mehr zum Thema

Das Recht auf Nahrung

Ein Instrument zur Bekämpfung des Welthungers

Jeder Mensch hat ein Recht auf Nahrung. Hierzulande, wo wir in Supermärkten zwischen dutzenden verschiedenen Joghurtsorten wählen können, kommt uns das reichlich abstrakt vor. Doch für 842 Millionen Menschen ist der tägliche Kampf ums Überleben bittere Realität. 

 

Hunger hat gravierende Folgen: Er schwächt die Menschen und fügt damit auch der Wirtschaft in den Entwicklungsländern gravierende Schäden zu. Das Recht auf Nahrung ergibt sich aus Artikel 11 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (WSK-Pakt), den die Generalsversammlung der Vereinten Nationen 1966 verabschiedet hat. Bis zum Jahr 2011 haben mehr als 160 Staaten diesen Vertrag unterzeichnet. Im November 2004 haben 187 Nationen im Rat der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) die "freiwilligen Leitlinien" zum Recht auf angemessene Nahrung einstimmig angenommen.

Reiszubereitung in Sengaratoppu, Indien. © Lohnes
Reiszubereitung in Sengaratoppu, Indien. © Lohnes

Industrieländer müssen Verantwortung übernehmen

Verantwortlich sind also zunächst die Regierungen in den Hungerländern selbst. Allzu oft regiert dort jedoch eine städtische Elite, die sich wenig um die Sorgen und Nöte der hungernden Bevölkerung schert. Dabei ist es eine erschreckende Tatsache, dass gerade dort gehungert wird, wo Nahrungsmittel erzeugt werden – drei von vier Hungernden leben auf dem Land!
Die Verantwortung für das Recht auf Nahrung trifft aber auch uns in den Industrieländern. So werden zum Beispiel für die sogenannten Biokraftstoffe Pflanzen in Energie umgewandelt. Die landwirtschaftliche Fläche, die Investoren in Entwicklungsländern zum Anbau von Energiepflanzen im großen Stil aufkaufen, steht nicht mehr für die Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung.

Ernährung langfristig sichern

Recht auf Nahrung bedeutet nicht nur, satt zu sein. Im WSK-Pakt steht die Würde des Menschen im Mittelpunkt. In der Schlange stehen, um sich eine Monatsration abzuholen - das kann kein Dauerzustand sein. Die Ernährung muss langfristig gesichert sein: Die Menschen benötigen genügend Ackerflächen, Saatgut und Wissen, um Nahrung für sich und ihre Familien anbauen zu können; oder sie müssen Arbeit finden, um genug für ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Es bedeutet auch, dass die Nahrungsmittel an die kulturellen Gewohnheiten der Menschen angepasst sind und alle notwendigen Nährstoffe enthalten . Nach Schätzungen von Ernährungswissenschaftlern der Universität Hohenheim bei Stuttgart leiden weltweit 2,5 Milliarden Menschen an einer chronischen Unterversorgung mit lebenswichtigen Mikronährstoffen wie Zink, Eisen und Jod. Dieser "verborgene" Hunger führt vor allem bei Kleinkindern zu Gesundheitsschäden.

Überprüfen ob sich Hunger vergrößert

Wünschenswert ist, dass das Recht auf Nahrung mehr normatives Gewicht erhält. Umso wichtiger ist es, dass wir im Norden es zu einem wichtigen Leitstern machen. Jedes staatliche Handeln sollte daraufhin überprüft werden, ob es den Hunger vergrößert, und jeder Einzelne sollte verantwortlich mit Ressourcen umgehen. Es ist Ziel der Welthungerhilfe, Menschen zu befähigen, sich selbst zu helfen und das Recht auf Nahrung von den eigenen Regierungen einzufordern. Der Hunger wurde von Menschen gemacht, er kann auch von ihm besiegt werden.



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Warum gibt es Hunger?

Hunger ist die Folge von Armut und Ungerechtigkeit

Viele glauben, dass Menschen hungern, weil es nicht genug Nahrung für alle gebe. Das ist falsch. Weltweit werden genug Lebensmittel produziert, um die ganze Menschheit ernähren zu können.

 

 
Eigentlich gäbe es genug zu für alle zu essen. Viele Menschen können sich die Nahrungsmittel nicht leisten. © Rottenecker

Hunger ist vielmehr die Folge von Armut, schlechter Regierungsführung, Krieg, Vertreibung, Ungerechtigkeit und von Naturkatastrophen. Wer kein ausreichendes Einkommen hat, sich aus der eigenen Landwirtschaft nicht angemessen ernähren kann und in einem Land lebt, wo es keine Sozialhilfe gibt, rutscht schnell in Armut und Hunger ab.

Hunger hat oft mehrere Ursachen

Häufig treffen gerade in armen Ländern mehrere Faktoren zusammen: Ist ein ohnehin armes Land von einer Naturkatastrophe betroffen, fehlen den Menschen oftmals die Mittel, um die Schäden allein zu beseitigen und ihre Lebensgrundlagen wieder aufzubauen. Dann sind die Betroffenen vorübergehend auf Hilfe aus anderen Ländern angewiesen.

Doch die Ursachen von Hunger sind in unserer globalisierten Welt bei Weitem nicht nur in den Entwicklungsländern zu suchen. So erschwert der von den Industrienationen ausgelöste Klimawandel Fortschritte in der Ernährungssicherung. Außerdem konterkarieren politische und wirtschaftliche Entscheidungen der Industrienationen die Hungerbekämpfung: 

  • Die massive Subventionierung unserer Landwirtschaft verhindert die Entwicklung der Kleinbauern in Hungerländern,
  • der explosionsartig zunehmende Einsatz von Biokraftstoffen führt zu Landraub in Entwicklungsländern,
  • die Spekulation auf Agrarrohstoffe macht Grundnahrungsmittel für arme Menschen unbezahlbar.

 

 



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Land Grabbing führt zu Hunger

Felder und Weiden werden an ausländische Investoren vergeben

In mehreren Ländern sind Bauern, mit denen die Welthungerhilfe im Rahmen von ländlichen Entwicklungsprojekten zusammenarbeitet, direkt durch "Land Grabbing" betroffen.

 

Dort wo sie leben, wo sie ihre Felder haben und ihr Vieh weiden lassen, werden große Ackerflächen an ausländische Investoren vergeben, die das Land "entwickeln" wollen. Sie legen Plantagen an, auf denen Lebensmittel oder Energiepflanzen für den Export angebaut werden. Die lokale Bevölkerung verliert ihre Lebensgrundlage. Die einzige Alternative ist die Arbeit als Tagelöhner auf den Plantagen der Investoren.

Reisernte in Sierra Leone

Zum Beispiel vergibt die Regierung Kambodschas großzügig Landkonzessionen ohne Rücksicht auf die Bevölkerung. Die leidet Hunger und Armut, während die Investoren Profit machen. Auch in Sierra Leone wird das Landgeschäft ohne Beteiligung der lokalen Bevölkerung abgewickelt. Anfängliche Hoffnungen auf eine Verbesserung der Infrastruktur und des Arbeitsangebots wurden bisher enttäuscht. Stattdessen haben die Familien ihr Land verloren und ihre Ernährungssituation hat sich verschlechtert.

"Die Welthungerhilfe verurteilt Land Grabbing in Gänze. Koordinierte großflächige Landinvestitionen sollten mit Beteiligung von lokalen Organisationen und Kleinbauern umgesetzt werden", betont die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann. "Sie müssen sozial verträglich sein und den Menschen eine Perspektive bieten. Alternative Modelle landwirtschaftlicher Entwicklung wie Genossenschaften und Vertragsanbau müssen stärker in Betracht gezogen werden."

 

Weiterführende Links zum Thema Land Grabbing

Landraub in Kambodscha


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Ausmass und Folgen von Hunger

Die Mehrheit der Betroffenen lebt in Entwicklungsländern

Weltweit hungern rund 842 Millionen Menschen. Die Mehrheit von ihnen lebt in Entwicklungsländern

 
In Zeiten großen Hungers suchen Notleidende Hilfe in Flüchtlingslagern in den Städten. © Meissner

Auch in Industrieländern gibt es Hungernde – immerhin 19 Millionen.

Etwa zwei Drittel aller Hungernden leben auf dem Land und damit ausgerechnet dort, wo Nahrung produziert wird. Die meisten von ihnen leben in kleinbäuerlichen Familien, die sich jedoch von dem, was sie anbauen, ernten und verkaufen, nicht ausreichend ernähren können. Besonders Frauen sind von Hunger betroffen. Wenn die Männer auf der Suche nach einem besseren Einkommen in die Städte ziehen, werden sie mit den Kindern zurückgelassen. Dann sind sie allein für das Überleben der Familie – und damit für Haushalt und Landwirtschaft – verantwortlich. Zwar steigt die Anzahl der städtischen Hungernden in vielen Teilen der Welt aufgrund des Verstädterungsprozesses rapide an, doch noch bis Mitte dieses Jahrhunderts wird die Mehrzahl der Hungernden in ländlichen Räumen leben.

Hunger bedeutet auf der einen Seite enormes individuelles Leid, auf der anderen Seite stellt er eine ungeheure Belastung für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung eines Landes dar. Insbesondere der Verlust an Produktivität und Arbeitskraft wirkt sich auf das ganze Land aus: Eine Gesellschaft, die von Hunger geprägt ist, kann sich wirtschaftlich und sozial nicht entwickeln.



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Was kann man gegen Hunger tun?

Ländliche Räume in Entwicklungsländern stärken

Hunger und Armut haben viele Ursachen, die meist miteinander verknüpft sind. Deshalb kann es auch keine einfachen Lösungen für eine nachhaltige Ernährungssicherung geben. Zugang zu ausreichender und angemessener Nahrung ist ein Menschenrecht.

 
Nur in Notsituationen verteilt die Welthungerhilfe Nahrungsmittel an Hungernde. © Pilar

Es verpflichtet Regierungen von Hunger betroffener Länder dazu, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Menschen ermöglichen, aus eigener Kraft Zugang zu ausreichender, gesunder und kulturell angepasster Nahrung zu erhalten. Eine Chance auf Erfolg besteht nur, wenn ernst zu nehmende Bemühungen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene miteinander koordiniert und umgesetzt werden. Dabei müssen die Gründe für den Hunger wie auch seine Folgen bekämpft werden. Eine entscheidende Rolle spielen in diesem Zusammenhang:

  • die Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion (bessere Ernten, Vermeidung von Nachernteverlusten) in armen, ländlichen Regionen,
  • der Erhalt und die Sicherung des Zugangs zu natürlichen Ressourcen und die Anpassung an den Klimawandel,
  • der Ausbau von Infrastruktur und Märkten im ländlichen Raum,
  • Förderung des Selbsthilfepotenzials durch Wissenstransfer und Stärkung der Zivilgesellschaft

Auch Regierungen der reichen Länder stehen bezüglich des Menschenrechts auf Nahrung in der Pflicht: Politische Entscheidungen dürfen keine Verschärfung der Hungersituation in anderen Ländern zur Folge haben. Dies ist beispielsweise bei einer massiven Subventionierung der Landwirtschaft (Marktverzerrung) oder der verstärkten Nutzung von Bioenergie (Konkurrenz um Anbauflächen) genau zu prüfen.



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