Bei einem Nothilfe-Einsatz weiß man nie, welche Situation einen vor Ort erwartet

Zerstörte Insel, zerstörtes Haiti. Noch Jahre wird es dauern, bis die Spuren der Katastrophe verwischen werden. © Aberle
Zerstörte Insel, zerstörtes Haiti. Noch Jahre wird es dauern, bis die Spuren der Katastrophe verwischen werden. © Aberle

Die ersten Meldungen, die uns in der Bonner Zentrale der Welthungerhilfe von unseren Kollegen aus Haiti erreicht haben, sind dramatisch: Das schwerste Erdbeben seit 200 Jahren in Haiti soll es sein. Tausende Opfer, ungezählte Tote, schwerste Schäden. Bereits am Mittwochvormittag war deshalb klar: Ich werde gemeinsam mit Birgit Zeitler und Rüdiger Ehrler vom Nothilfeteam so schnell wie möglich nach Haiti reisen. Als Pressesprecherin der Welthungerhilfe werde ich die Kollegen vor Ort unterstützen, indem ich alle Medienanfragen übernehme. Eine Entlastung, die dringend notwendig ist, denn schon jetzt haben unsere Mitarbeiter in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince alle Hände voll zu tun.

Haiti ist nicht mein erster Nothilfeeinsatz. Doch jedes Mal ist so ein Einsatz wieder eine neue Herausforderung. Man weiß nie, welche Situation einen vor Ort erwartet.

Wir hatten Glück und konnten gestern die letzten drei Plätze in einer Maschine von Deutschland in die Dominikanische Republik reservieren. Der Flughafen von Port-au-Prince ist zerstört, deshalb müssen wir den Umweg über den Nachbarstaat nehmen. Im Flugzeug sitzen viele Touristen, entspannt und glücklich, auf dem Weg in ihren Urlaub. Aber auch den einen oder anderen Journalisten kann ich ausmachen.

Heute am frühen Morgen sind wir in der Santo Domingo gelandet. Es ist seltsam: In der dominikanischen Hauptstadt geht das Leben seinen gewohnten Gang weiter. Auch hier hat die Erde gebebt, aber nur leicht und keine Schäden sind entstanden. Unfassbar, dass nur etwas mehr als 200 Kilometer Luftlinie entfernt alles in Schutt und Asche liegt.

Jetzt müssen wir sehen, dass wir möglichst schnell weiter nach Haiti kommen. Die kürzeste Verbindung ist ein Flug mit einem kleinen Flugzeug. Es gibt zwar auch zwei Wege über Land. Der kurze führt über den Süden. Doch wir wurden vorgewarnt, dass dort zehntausende Menschen in Richtung Grenze geflohen sind. Der Weg über den Norden ist zwar ruhig und befahrbar, aber wir würden mindestens einen Tag brauchen, bis wir in Port-au-Prince ankommen. Zeit, die wir nicht haben. Die Kollegen in Haiti brauchen Unterstützung und die Überlebenden schnelle Hilfe. Sie haben ja alles verloren und Benötigen dringend Essen und ein Dach über dem Kopf. Deshalb fliegen wir gleich in das Katastrophengebiet. Hoffentlich klappt alles.

Damit wir schnell handeln und die Erdbebenopfer mit Hilfsgütern versorgen können, brauchen wir auch Sie: Bitte spenden Sie für unsere Arbeit im Haiti.
Herzliche Grüße aus Santo Domingo

Ihre

Simone Pott

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