Die Menschen in Pakistan brauchen unsere Hilfe – jetzt erst recht!

Auch Monate nach der Flutkatastrophe in Pakistan sind die Opfer auf Hilfe von außen angewiesen. Die Tötung Osama bin Ladens durch ein amerikanisches Einsatzkommando darf die internationale Solidarität nicht gefährden. © Grossmann
Auch Monate nach der Flutkatastrophe in Pakistan sind die Opfer auf Hilfe von außen angewiesen. Die Tötung Osama bin Ladens durch ein amerikanisches Einsatzkommando darf die internationale Solidarität nicht gefährden. © Grossmann

Schon wieder blickt die Weltgemeinschaft gebannt auf Pakistan. Das Land kommt einfach nicht aus den Schlagzeilen. Waren es im Sommer 2010 die zerstörerischen Folgen der Flut, die die Welt in Atem hielt, ist es in diesen Tagen die spektakuläre Tötung von Osama bin Laden durch die amerikanischen Navy Seals. Viele Fragen werden jetzt zu Recht gestellt. Ist die Erschießung von Amerikas Staatsfeind Nr. 1 völkerrechtlich legitim? Muss jetzt weltweit mit Racheakten gerechnet werden? Warum konnte Osama bin Laden solange unerkannt und scheinbar unbehelligt in Abbottabat in unmittelbarer Nähe zum pakistanischen Militär ein privilegiertes Leben führen? Und auch die vielfach zu beobachtenden Jubelstürme angesichts der Tötung eines Menschen verursachen Unbehagen, bei allem Verständnis für die tiefen Wunden, welche al-Qaida in der Welt geschlagen hat.

Auf alle diese Fragen gibt es keine einfachen Antworten. Und sie verdrängen vielleicht die wichtigste Frage, die nach der Sicherheit und der Zukunft der Menschen in Pakistan. Denn immer noch braucht die von der Flutkatastrophe besonders stark betroffene Dorfbevölkerung unseren Beistand. Dank der großzügigen Spenden der Deutschen für die Flutopfer hat die Welthungerhilfe mit der tatkräftigen Unterstützung der einheimischen Partnerorganisationen den Wiederaufbau begonnen. Im Rahmen der Nothilfemaßnahmen wurden über 6.000 Tonnen Nahrungsmittel, 50.000 Planen und 350 Tonnen Weizensaatgut verteilt. Und erste Erfolge sind sichtbar. Viele Menschen haben wieder ein Dach über dem Kopf und in der Provinz Punjab blühen grüne Weizenfelder so weit das Auge reicht. Die Menschen hoffen auf eine gute Ernte. Ich habe es selbst erlebt, als ich die Projekte der Welthungerhilfe besuchte: Die Menschen lechzen nach Frieden, nach einem würdevollen Leben, nach Anerkennung auch der vielen positiven Entwicklungen, die es in dem Lande bereits gibt. Gerade die Flutkatastrophe hat bewirkt, dass viele Menschen in Solidarität miteinander den Wiederaufbau vorangetrieben haben, dass Frauen und Männer gleichberechtigt angepackt haben, dass das Wohl der Kinder in den Vordergrund getreten ist.

Und die Solidarität der Welt mit den Flutopfern hat sehr viel Sympathie und Offenheit hervorgerufen – dies ist eine riesige Chance, die es zu nutzen gilt.

Es ist nun an uns,  weiterhin Solidarität mit den Menschen in Pakistan zu zeigen. Andernfalls droht die zerstörerische Abwärtsspirale weiterzugehen und es besteht die Gefahr, dass radikale Islamisten die Überhand gewinnen.
In Pakistan sind weiterhin Menschen in Not, und so wie wir sie 2010 nicht den Folgen der Fluten überlassen haben, müssen wir jetzt mit ganzer Kraft den Wiederaufbau weiter voranbringen. Denn Wiederaufbau heißt auch neuen Katastrophen vorbeugen, damit die Menschen langfristig aus eigener Kraft leben können. Hierfür bitte ich Sie um Sympathie und Unterstützung.

Herzlichst, Ihr
Wolfgang Jamann

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2 Kommentare

  • Karin Rieger sagt:

    Die Menschen in Pakistan und überall auf der Welt, wo Menschen in Not sind,
    brauchen tagtäglich unser Gebet:
    Tischgebet
    Barmherziger Vater sättige alle in der Welt, die hungern nach Brot, nach Liebe,
    nach Geborgenheit, nach Frieden, nach Gerechtigkeit, nach der Wahrheit.
    Segne unsere Tischgemeinschaften und öffne unsere Herzen danmit wir miteinander teilen. Amen

  • Louisa Huber sagt:

    ich hoffe so sehr, dass die Solidarität weiterhin anhält und Pakistan weiter unterstützt wird. Leider verschwinden Katastrophen immer so schnell wieder aus den Köpfen derjenigen, die „so weit weg sind und denen es gut geht“. Danke also für den Artikel, der hoffentlich einigen in Erinnerung ruft, dass weithin Hilfe notwendig ist.

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