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23.02.2015 | Gastbeitrag

Einweihung einer neuen Landebahn im Kongo

Journalist Peter Seidel war dabei bei der Einweihung der neuen Landebahn in der DR Kongo. Der Flughafen Goma ist ein unersetzlicher Knotenpunkt für das Land.

Außenminister Steinmeier schneidet das blaue Band durch. Damit ist die Landbahn des Flughafen Goma eröffnet. © Reith
Peter Seidel Journalist

Außenminister Steinmeier ist noch nicht da. Die Kapelle für seinen Empfang auf dem Flughafen von Goma wärmt sich schon mal für die Nationalhymne auf, die sie später spielen wird. Vier Trompeten, zwei Posaunen, Schlagwerk und ein Mann mit einem beeindruckenden Tambourcorps-Stab spielen eine peppige afrikanische Melodie und sorgen so für Stimmung unter den bereits zahlreichen Gästen. Der Vulkan Nyiragongo, dessentwegen sich letztendlich heute hier alle versammeln, ist zwar etwas in Dunst eingehüllt, aber seine Ehrfurcht einflößenden Umrisse kann ich in der Entfernung erkennen.

Die alte Landebahn liegt unter Lava begraben

Seine Majestät der Berg, der im Mitte Januar 2002 Lava ausspie und damit auch ein Drittel der Start- und Landebahn des Flughafens im Ost-Kongo unter sich begrub, ist präsent an diesem feierlichen Tag. Ebenso wie etliche Zaungäste: Leute aus dem Stadtviertel Birere, das an den Flughafen angrenzt, sitzen auf den Lavabrocken, die am Rande des Rollfeldes zu einer Art Steindamm aufgeschichtet wurden, neugierig auf das Spektakel, das sich ihnen bietet.

Dann landet Frank-Walter Steinmeier. Kongolesische und Sänger begrüßen ihn und die nationalen Würdenträger. Martin Kobler, Chef der UN-Mission MONUNSCO, feiert in seiner kurzen Ansprache Goma überschwänglich als „Kapitale des Fortschritts“. Steinmeier betont, es habe gute Gründe gegeben, warum Deutschland die Flughafeninstandsetzung, die Verlängerung der Start- und Landebahn auf 2,5 Kilometer, mit 13,2 Millionen Euro gefördert habe. Der Flughafen sichere die Erreichbarkeit der Region für MONUSCO wie für die Zentralregierung und fördere die wirtschaftliche Entwicklung des Ost-Kongo.

Einer lächelt die ganze Zeit

Während der Reden beobachte ich Georg Dörken, den bei der Welthungerhilfe Gesamtverantwortlichen für das Projekt. Georg Dörken sitzt in der ersten Reihe neben einigen Abgeordneten des Bundestags, die Steinmeier auf seiner Afrikareise begleiten, und lächelt. Er lächelt die ganze Zeit. Einer der Redner lobt die Einsatzbereitschaft, den Mut und die Hartnäckigkeit der Welthungerhilfe, die das Projekt seit 2009 in die Tat umsetzte. Sie ließ sich auch nicht entmutigen, als im Herbst 2012 M23-Rebellen Goma einnahmen, Plünderer das Baustellenlager der Welthungerhilfe auf dem Flughafen heimsuchten und dabei einen Schaden von 900.000 Euro anrichteten. Georg Dörken weiß das alles. Er war ja dabei und sorgte dafür, dass es auch nach der Plünderung weiterging. Ein anderer Redner erwähnt Georg persönlich und dankt ihm. Völlig zu Recht, denke ich.

Letzte Aktualisierung 23.02.2018

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