+++ Aktuell: Monsun-Überschwemmungen in Pakistan fordern Todesopfer +++
In Pakistan sind seit Ende Juni über 1.000 Menschen bei Überschwemmungen ums Leben gekommen. Weiter gibt es seit Beginn der Monsunzeit noch mehr Verletzte, mehr als 5.000 Häuser wurden zerstört. Die meisten Todesopfer gibt es in der besonders heftig getroffenen Region Khyber Pakhtunkhwa im Norden des Landes. Insgesamt sind knapp 7 Millionen Menschen sind von der Katastrophe betroffen, fast 3 Millionen mussten sogar ihre Heimat verlassen.
Die Welthungerhilfe und ihre Partner sind in mehreren betroffenen Gebieten aktiv. Um schnell Hilfe leisten zu können, wurden in einem ersten Schritt 500.000 Euro für diesen Zweck bereitgestellt. Unsere Kolleg*innen konzentrieren sich darauf, die Menschen vor Ort mit sauberem Wasser, Lebensmitteln und provisorischen Unterkünften zu versorgen. Die Lage bleibt angespannt, da befürchtet wird, dass weitere Regenfälle die Flusspegel noch weiter ansteigen lassen könnten.
Welthungerhilfe in Pakistan
Im Jahr 2024 hat die Welthungerhilfe in Pakistan 18 Projekte mit einer Gesamtsumme von 10,2 Millionen Euro gefördert. In diesen Projekten haben wir insgesamt 4,17 Millionen Menschen erreicht. Das Landesbüro der Welthungerhilfe in Pakistan befindet sich in der Hauptstadt Islamabad.
Unsere Hilfsprojekte und Unterstützung vor Ort
- Nach schweren Überschwemmungen im Sommer 2022 leistet die Welthungerhilfe gemeinsam mit Alliance2015-Partnern Nothilfe in den betroffene Gebieten. Zum Beispiel werden Lebensmittel, Trinkwasserfilter, Moskitonetze und Hygieneartikel verteilt. Außerdem erhalten die Menschen Unterstützung bei den Reparaturen ihrer beschädigten Häuser.
- Im Rahmen unserer langfristigen Projekte in Pakistan werden Landwirt*innen Getreide-, Gemüse- und Obstsorten vorgestellt, die nährstoffreich und besonders widerstandsfähig gegenüber Dürren sind.
- In neu gebauten Getreidelagern werden landwirtschaftliche Erzeugnisse und Saatgut für die nächste Aussaat verwahrt.
- Auf Versuchsfeldern sammeln Landwirtschaft-Betreibende praktische Erfahrungen in innovativen Anbaumethoden sowie ressourcenschonenden Bewässerungstechniken.
- Für die Frischwasserversorgung der Bevölkerung und der landwirtschaftlichen Nutzflächen werden Brunnen mit Solarpumpen ausgestattet.
- Geplant ist zudem die Unterstützung bei der Entwässerung, um damit die Ausbreitung von durch Wasser übertragbare Krankheiten (Malaria, Cholera oder Durchfall) zu verhindern.
- Die Welthungerhilfe leistet gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen Aufklärungsarbeit in den Bereichen Hygiene, Gesundheit und Ernährung.
Welthungerhilfe Projekt in Pakistan
Pakistan zwischen politischer Instabilität und Naturkatastrophen
- Pakistan rief 1956 die erste islamisch geprägte Republik der Welt aus.
- Der Welthungerindex (WHI) bewertet die Hungersituation im Land als ernst.
- 16,5% aller Menschen in Pakistan sind unterernährt.
- Fast 40% der pakistanischen Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze.
- Viele Kinder werden zur Kinderarbeit gezwungen, um ihre Familien finanziell zu unterstützen.
- Der Human Development Index (HDI) listet Pakistan auf Platz 161 von insgesamt 191 Ländern.
- Ein großer Teil der Bevölkerung Pakistans ist nicht alphabetisiert.
Die Islamische Republik Pakistan liegt an der westlichen Grenze Indiens. Mit einer Fläche von 796.095 Quadratkilometern ist das Land größer als Japan und Deutschland zusammen. In Pakistan leben circa 240 Millionen Menschen, es gehört zu den bevölkerungsreichsten Ländern der Welt. Der Staat Pakistan entstand im Jahr 1947 aus überwiegend muslimischen Teilen Britisch-Indiens.
In den 1950er und -60er Jahren ruhten auf Pakistan große Erwartungen, wirtschaftlich eines der ertragreichsten Länder Asiens zu werden. Diese Erwartungen konnte das Land jedoch nicht erfüllen: Schwankende Wachstumsraten, politische Instabilität und Korruption sind unter anderem dafür verantwortlich, dass heute etwa ein Drittel der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt. Bei Pakistans Einwohnerzahl sind das rund 70 Millionen Menschen. Weitere Faktoren für die schwache Wirtschaft Pakistans sind Naturkatastrophen, wie die verheerende Flut im Jahr 2010, eine Energiekrise und das gleichzeitig sehr hohe Bevölkerungswachstum von durchschnittlich 2,2 Prozent.
Vor allem die Naturkatastrophen sind ein wesentlicher Grund für viel Leid in der Bevölkerung Pakistans: Knapp 40 Prozent der Menschen sind direkt oder indirekt abhängig vom landwirtschaftlichen Sektor. Große Flutkatastrophen in den Jahren 2010, 2015, 2017 und 2022 haben in einigen Regionen zu massiven Zerstörungen geführt. Vor allem kleinbäuerliche Familien sind immer wieder betroffen: Ganze Existenzen werden einfach weggeschwemmt; Häuser, Felder und Ernten zerstört. Auch heute fehlt es vielen weiterhin an Nahrungsmitteln, sodass 16,5 Prozent der Bevölkerung unterernährt ist. Die Welthungerhilfe unterstützt die Bevölkerung Pakistans mit Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge und Projekten zur landwirtschaftlichen Entwicklung, um ihnen dabei zu helfen, sich langfristig eine bessere Zukunft zu erarbeiten. So bauen die Menschen sich nachhaltig ein neues Leben auf und sind im Ernstfall für zukünftige Naturgewalten gewappnet. Helfen Sie jetzt, indem Sie für Pakistan spenden!
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Ernährung: Die Welthungerhilfe schult Landwirt*innen in bodenschonenden Anbautechniken und hilft beim Wiederaufbau der Infrastruktur.

Landwirtschaft & Umwelt: In Tharparkar hilft die Welthungerhilfe dabei, neue Einkommensquellen zu erzielen und auf diesem Weg Landflucht entgegenzuwirken.
