+++ Aktuell: Erdbeben in Afghanistan +++
Ein schweres Erdbeben hat Anfang November den Norden Afghanistans erschüttert. Das Epizentrum befand sich etwa 30 Kilometer südöstlich der Stadt Masar-e Scharif. In vielen betroffenen Regionen wurden Häuser zerstört oder so stark beschädigt, dass sie nicht mehr bewohnbar sind – und dass zu Beginn der kalten Wintermonate.
„Viele Häuser sind zerstört und der Winter steht vor der Tür”, sagt Welthungerhilfe-Landesdirektor Thomas tenBoer und warnt: „Das Land liegt am Boden und ist für Katastrophen in keiner Weise gewappnet. Das Erdbeben verschärft die humanitäre Situation für die Menschen weiter.”
Die Welthungerhilfe hat umgehend Teams in die zerstörten Dörfer entsendet und 200.000 Euro Soforthilfe für erste Hilfsmaßnahmen bereitgestellt. Der Fokus liegt dabei auf Bargeldhilfe, Wintertauglichkeit und der Versorgung besonders schutzbedürftiger Familien.
Erdbeben kommen in Afghanistan häufig vor. Zuletzt hatte es am 31. August 2025 ein schweres Beben im Osten des Landes mit mehr als 2.200 Toten gegeben. Die wiederholten Naturkatastrophen haben viele Familien ihrer letzten Reserven beraubt und ihre Widerstandskraft vor dem Winter weiter geschwächt.
Afghanistan braucht Ihre Unterstützung
- Humanitäre Lage: In Afghanistan sind etwa 23 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter Millionen Kinder, die unter akuter und chronischer Unterernährung leiden.
- Bildungskrise: Ungefähr 4 Millionen Kinder, insbesondere Mädchen, haben keinen Zugang zu Schulbildung; die Alphabetisierungsrate bei Erwachsenen liegt nur bei etwa 37 %.
- Projekte vor Ort: Die Welthungerhilfe ist seit 1980 in Afghanistan aktiv und führt derzeit über 10 Projekte durch, unter anderem in den Bereichen Ernährungssicherung, Infrastrukturaufbau, Landwirtschaft und Bildung.
Afghanistan nach der Machtübernahme der Taliban
Im August 2021 haben die islamistischen Taliban in Afghanistan wieder die Macht übernommen. Seitdem hat sich die humanitäre Lage im Land extrem verschlechtert: Ende 2025 sind rund 23 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Besonders kritisch ist die Ernährungslage: Im Winter 2025/26 werden 17,4 Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein. Insbesondere die Jüngsten leiden: Etwa 860.000 Kinder unter fünf Jahren benötigen eine Behandlung aufgrund von Mangelernährung.
Afghanistan befindet sich in einer dramatischen Gesamtlage. Über 95 Prozent der Bevölkerung wissen nicht, wie sie sich ernähren sollen. Hinzu kommt, dass tausende Menschen aus dem Iran nach Afghanistan zurückkommen und auch untergebracht sowie versorgt werden müssen. Die Wirtschaft liegt brach, die Versorgungslage für die Menschen ist generell sehr schwierig.
Thomas ten Boer Landesdirektor der Welthungerhilfe in Afghanistan.Die Welthungerhilfe hat seit 1980 ununterbrochen im Land Hilfe geleistet. Dazu gehört die Verteilung von Nahrungsmitteln, Bargeld und Hygienepaketen an bedürftige Familien, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Unterstützung von Frauen gelegt wird. Die Flucht von gut ausgebildeten Afghan*innen hat dazu geführt, dass wir mehr als 90 % unseres Personals neu eingestellt haben, darunter auch weiterhin qualifizierte Mitarbeiterinnen.
Konflikte und Probleme in Afghanistan – Ihre Spende hilft
- Humanitäre Situation: Im August 2021 haben die islamistischen Taliban in Afghanistan wieder die Macht übernommen. Seitdem hat sich die humanitäre Lage im Land extrem verschlechtert: Ende 2025 sind rund 23 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Besonders kritisch ist die Ernährungslage: Im Winter 2025/26 werden 17,4 Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein. Insbesondere die Jüngsten leiden: Etwa 860.000 Kinder unter fünf Jahren benötigen eine Behandlung aufgrund von Mangelernährung.
- Wirtschaftliche Situation: Seit der Machtübernahme der Taliban ist die Wirtschaft stark geschrumpft, in manchen Bereichen um fast ein Drittel. Nach Angaben von UNICEF waren 2023 62,3% der Bevölkerung von multidimensionaler Armut betroffen, d.h. sie litten unter gravierenden Einschränkungen bei Einkommen, Gesundheit, Bildung oder Lebensstandard (Wohnsituation, Wasser- und Stromversorgung, sanitäre Einrichtungen u.a.) Die Fähigkeit vieler Menschen, grundlegende Güter und Dienstleistungen zu bezahlen, ist aus diesen Gründen stark eingeschränkt.
- Geschlechterapartheid: Mädchen ist der Zugang zu weiterführender Bildung untersagt, und Frauen werden aus dem öffentlichen Leben verdrängt.
- Klimawandel: Afghanistan ist stark vom Klimawandel betroffen. In den letzten Jahren verursachten starke Regenfälle und Überschwemmungen erhebliche Schäden. Zudem sind viele Provinzen von schweren Dürren betroffen.
Unsere Hilfsprojekte und Unterstützung vor Ort
Die Welthungerhilfe hat in den den letzten Monaten zahlreiche Nothilfe-Maßnahmen umgesetzt. Zum Beispiel haben wir Nahrungsmittelpakete, Hygienesets, Heizmaterial, warme Decken und Kinderbekleidung verteilt. Im Rahmen von Cash-for-Work-Maßnahmen erwirtschaften Familien ein kleines Einkommen und tragen zugleich zum Aufbau der Infrastruktur bei, unter anderem von Bewässerungssystemen. Bäuer*innen erhalten zudem Saatgut und Nutztierpakete, damit sie sich wieder eine eigenständige Existenz aufbauen können.
In den letzten Jahren haben wir mit den Menschen in Afghanistan folgende Projekte umgesetzt:
- Frauen lernen, unter erschwerten Bedingungen Geflügel zu züchten oder Gemüse anzubauen.
- Spezielle Spielplätze und Jugendgruppen vermitteln Kindern und Jugendlichen soziale Kompetenzen und helfen bei der Bewältigung von Traumata.
- Rund 25.000 Menschen lernen in der Provinz Kabul Lesen und Schreiben.
- Junge Afghan*innen nehmen an einem Ausbildungsprogramm teil, erhalten kaufmännisches Training oder Start-up-Kredite.
Welthungerhilfe in Afghanistan
Seit 1980 ist die Welthungerhilfe in Afghanistan aktiv; damals mit Soforthilfe für afghanische Flüchtlinge. Die Aktivitäten der Welthungerhilfe in Afghanistan werden aus dem Landesbüro in Kabul gesteuert. Hier führt die Welthungerhilfe aktuell mehr als 10 Projekte durch. 2024 wurden mit einem Gesamtbudget von 11,8 Millionen Euro 760.000 Menschen erreicht.
Der Schrecken ist Alltag – jetzt für Afghanistan spenden!
- Im Welthungerindex belegt Afghanistan den 109. Platz von 123 Ländern. Die Hungersituation bewertet der WHI als ernst.
- Schätzungsweise 4 Millionen Kinder gehen in Afghanistan nicht zur Schule.
- 4 von 10 Kindern unter fünf Jahren sind chronisch unterernährt.
- Afghanistan ist einer der größten Produzenten von Opium und Cannabis.
- Der Human Development Index listet Afghanistan auf Platz 181 von 193.
- Nur 37 Prozent der Erwachsenen sind alphabetisiert.
Die islamische Republik Afghanistan ist ein Binnenstaat und liegt im südlichen Asien, genau an der Schnittstelle zu Zentralasien. Das Land ist umgeben von den Staaten Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, China, Pakistan und Iran. Mit einer Fläche von 652.860 Quadratkilometern ist Afghanistan fast doppelt so groß wie die Bundesrepublik Deutschland, besteht aber zu drei Vierteln aus schwer zugänglichen Gebirgsregionen, die teilweise nahezu menschenleer sind. Die meisten der Einwohner*innen leben in einem von sieben größeren Ballungsgebieten.
Bereits im frühen 19. Jahrhundert geriet Afghanistan zunehmend ins Visier der Großmächte Russland und Großbritannien, die im sogenannten „Great Game“ um Einfluss in Zentralasien konkurrierten. Mehrere blutige Anglo-Afghanische Kriege konnten eine vollständige Besetzung des Landes jedoch verhindern. Unter der Herrschaft von Abdur Rahman Khan, der als Begründer des modernen Afghanistan gilt, wurden Ende des 19. Jahrhunderts die heutigen Grenzen des Landes festgelegt, darunter auch die umstrittene Durand-Linie zu Britisch-Indien. Diese Grenzziehung trennte viele paschtunische Siedlungsgebiete und birgt bis heute Konfliktpotenzial. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Afghanistan offiziell zum Königreich erklärt und schritt in Richtung politischer Selbstständigkeit, die 1919 mit der vollständigen Unabhängigkeit von Großbritannien gesichert wurde.
Der Alltag vieler dieser Menschen ist geprägt von Krieg, Terror und Armut. Seit über vier Jahrzehnten erschüttern Krisen das Land. Diese haben dazu geführt, dass Afghanistan zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Erde gehört. Seit 2021 steht Afghanistan wieder unter der Herrschaft der radikalislamischen Taliban – wie zuvor schon einmal zwischen 1996 und 2001. Die humanitären Fortschritte, die das Land in der Zeit der Anwesenheit westlicher Truppen von 2001 bis 2021 verzeichnen konnte, sind großenteils gestoppt oder zunichte gemacht. In dieser Lage wurde Afghanistan in den letzten Jahren mehrmals von Flutkatastrophen und Erdbeben getroffen.
Die Lage ist ernst: Im Winter 2025/26 befinden sich rund 4,7 Millionen Menschen in einer akuten Ernährungsnotlage, insgesamt 17,4 Millionen Menschen sind von schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen. Rund 23 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Ein Großteil der Bevölkerung lebt unterhalb der nationalen Armutsgrenze.
Seit 1980 ist die Welthungerhilfe in Afghanistan aktiv und hilft, das Leben der Menschen vor Ort zu verbessern. Die aktuellen Schwerpunkte unserer Arbeit liegen auf der Vermittlung von Bildung, Stärkung und der Zivilbevölkerung, humanitärer Hilfe und Förderung der Landwirtschaft. Seit 1992 wurden mehr als 150 Projekte durchgeführt und über 150 Millionen Euro investiert. Mit Ihrer Spende für Afghanistan ermöglichen Sie uns auch weiterhin, einem zerrütteten Land zu mehr Stabilität zu verhelfen.
Winter in Afghanistan
Direkte Hilfe durch Ihre Spende für Afghanistan
Für Afghanistan spenden und Hilfsprojekte direkt unterstützen

Nothilfe: Modernere Öfen für die afghanische Landbevölkerung sparen Holz, heizen besser und helfen den Familien durch den kalten afghanischen Winter.

Wirtschaftliche Entwicklung: Ausbildungsprogramme schulen junge Frauen und Männer und geben ihnen eine berufliche Perspektive für die Zukunft.

Stärkung der Zivilgesellschaft: Entwicklungspolitische Grundlagenarbeit vermittelt Kindern demokratische Prozesse und soziale Kompetenzen. Bildungsmaßnahmen schulen Erwachsene im Lesen, Schreiben und in ökonomischen Prozessen.
Die Menschen in Afghanistan, mit denen ich gesprochen habe, fragen nicht nach kostenlosem Essen, sondern nach Frieden.
Thomas ten Boer Welthungerhilfe Landesdirektor Afghanistan
