+++ Aktuelles: Eskalation im Jemen verschärft humanitäre Situation +++
Seit dem 3. September 2026 haben sich die Kämpfe zwischen den von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen und den vom Iran unterstützten Huthis im Jemen deutlich verschärft. Seitdem wurden laut UN mehr als 112.000 Menschen in Aden, Hudaydah, Abyan und Taiz vertrieben. Die jüngste Eskalation trifft eine Bevölkerung, die bereits seit Jahren von einer der schwersten humanitären Krisen der Welt betroffen ist.
Schon zuvor waren rund 4,8 Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben. Die neuen Vertreibungen finden vor allem in Gebieten statt, in denen bereits zuvor großer Hunger herrschte und die Ernährungslage teilweise als humanitärer Notfall (IPC-Phase 4) eingestuft wurde. Viele der neu Vertriebenen benötigen dringend Nahrung, Unterkünfte und finanzielle Unterstützung.
Die Welthungerhilfe stellt 150.000 Euro aus ihrem Nothilfefonds bereit. Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation Abs Development Organization for Woman and Child (ADO) sollen ab Mitte Oktober rund 220 vertriebene Familien mit Bargeldhilfen unterstützt werden.
Welthungerhilfe im Jemen
Im Jahr 2025 förderten wir im Jemen ein Projekt. Wir haben Partner und Organisationen vor Ort dabei unterstützt, die Zusammenarbeit zwischen humanitärer Hilfe und lang fristiger Entwicklung zu verbessern. Dadurch wurden vor allem Strukturen gestärkt. Dafür haben wir insgesamt 100.000 Euro investiert.
Der Bürgerkrieg im Jemen dauert bereits seit 2015 an. Mehr als 4,8 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes geflohen, um der Gewalt in ihrer Region zu entkommen. Die Lage im Land ist dramatisch: Nahrungsmittel und Trinkwasser sind knapp, fast die Hälfte der Menschen hungert.
Seit 2017 engagiert sich die Welthungerhilfe in Kooperation mit ihren Alliance2015-Partnern und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen im Jemen, um die humanitäre Lage vor Ort zu verbessern.
- Der Jemen belegt im Welthunger-Index 2025 einen der letzten Plätze. Die Hungersituation wird als sehr ernst eingestuft.
- Die Folgen des Krieges im Jemen sind so gravierend, dass laut Schätzungen der Vereinten Nationen im Jahr 2025 rund 19,5 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Circa 17,1 Millionen brauchen Nahrungsmittelhilfe und landwirtschaftliche Hilfe.
- Immer wieder gerät die Zivilbevölkerung in die Schusslinie. Insgesamt starben über 230.000 Menschen, unter anderem auch an Hunger und durch fehlende medizinische Versorgung.
Die Republik Jemen, im Süden der Arabischen Halbinsel, ist die Heimat von über 38 Millionen Menschen. Das Land wird seit 2015 durch einen immer wieder aufflammenden Bürgerkrieg erschüttert. Der bewaffnete Konflikt entstand aus historischen Spannungen, die nach dem sogenannten Arabischen Frühling im Jahr 2011 zu eskalieren begannen. Der Arabische Frühling war eine länderübergreifende Serie von Protesten gegen totalitäre Regimes in der arabischen Welt.
Humanitäre Situation im Jemen ist dramatisch
Die prekäre Lage im Jemen ist beispiellos: Seit 2015 sind mehr als 4,8 Millionen Menschen vor der Gewalt des Bürgerkrieges innerhalb des Jemens geflohen. Der Großteil der Bevölkerung befindet sich jedoch weiterhin im Kriegsgebiet und ist auf Hilfe von außen angewiesen. Dazu kommen steigende Lebensmittelpreise, die nachhaltigen Auswirkungen der Corona-Pandemie und Überflutungen infolge von Niederschlägen. Rund 19,5 Millionen Menschen sind aktuell laut UN-Angaben auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mehr als drei Viertel davon sind Frauen und Kinder.
Zudem kann das Gesundheitssystem eine flächendeckende Versorgung nicht mehr gewährleisten: Nur knapp die Hälfte aller medizinischen Einrichtungen sind noch voll funktionsfähig. Millionen von Menschen haben keinen Zugang zu medizinischer Grundversorgung, was die Ausbreitung von Krankheiten wie Cholera oder Diphterie begünstigt. Sie forderten bereits hunderte Todesopfer.
Lebensmittel sind für die Bevölkerung aufgrund hoher Preise und mangelndem Einkommen kaum noch zu bezahlen, was die Ernährungslage im Jemen zunehmend verschlechtert. Auch die Reduzierung von Hilfsleistungen durch das Welternährungsprogramm und anderer humanitärer Nahrungsmittelhilfe begünstigen die Nahrungsmittelunterversorgung. 17,1 Millionen Menschen sind von Hunger bedroht, mehr als die Hälfte aller Kinder unter 5 Jahren sind mangelernährt.
Eine Verbesserung der Situation ist nicht in Sicht. Immer wieder werden Versorgungszugänge für die rund 200 Hilfsorganisationen im Land blockiert.
