05.11.2015 | Blog

Der Treibhauseffekt

Jeder kennt den Treibhauseffekt. Nur wenige kennen die Auswirkungen, die menschliches Verhalten zeigt. Wie der Treibhauseffekt funktioniert und wie der Mensch ihn verändert.

Landgrabbing / Blockfarming in Sierra Leone: Palmoelmuehle von Socfin im Distrikt Pujehun, angeblich die groesste Palmoelmuehle Afrikas, ging Anfang 2015 in Betrieb. © Welthungerhilfe
Michael Kühn Team Politik und Außenbeziehungen

Ohne den natürlichen Treibhauseffekt gäbe es kein Leben auf der Erde: Er sorgt für Wärmespeicherung in der Atmosphäre und verhindert ein Einfrieren des Planeten. Ohne den Treibhauseffekt läge die Durchschnittstemperatur nicht bei den derzeitigen plus 15°C, sondern bei minus 18°C! Der Treibhauseffekt entsteht durch verschiedene Gase in der Erdatmosphäre. Vorwiegend durch Wasserdampf (H2O) und eine Reihe von Spurengasen. Sie halten die Wärmestrahlung auf der Erde – daher sind ihre Konzentration und ihre Wechselwirkungen von großer Bedeutung für unser Klima.

Was sind Treibhausgase?

Diese Treibhausgase — mit Ausnahme von FKW — kommen in natürliche Quellen vor; sie werden aber zusätzlich durch uns Menschen verursacht. Und das ist der Knackpunkt für die Veränderungen unseres Klimas.

Ozon ist ebenfalls ein klimarelevantes Gas, es entsteht unter Einfluss der Sonnenstrahlung in der Atmosphäre und bildet die Ozonschicht. Diese Schicht absorbiert die UV-Strahlung und schützt so unsere Erde.

Wärmehaushalt funktioniert ähnlich wie ein Treibhaus:

Die Treibhausgase umgeben die Erde wie eine schützende Gas-Hülle. Durch sie kann die Lichtstrahlung von der Sonne weitgehend passieren; doch die Wärmestrahlung der Erdoberfläche — wenn sich Landmassen und Meere durch Sonnenstrahlen erwärmen, senden sie Wärmestrahlen aus — hält die Hülle zurück.

Die Gase wirken also ähnlich wie das Glasdach eines Treibhauses: Sie lassen das Sonnenlicht durch, aber halten die von der Erdoberfläche abgestrahlte Wärme zum Teil zurück. Erde und Luft heizen sich so weiter auf. So funktioniert der natürliche Treibhauseffekt, der erst Leben auf unserem Planeten ermöglicht.

Anthropogener Treibhauseffekt: Von Menschen verändert

Wenn sich die Konzentration an Treibhausgasen durch menschliche Aktivitäten erhöht, verändert sich die Treibhauswirkung und die Temperatur der Erde steigt — dann sprechen wir von einem vom Menschen verursachten Klimawandel. Fakt ist: Im Verlauf der Jahrtausende gab es immer wieder Schwankungen der globalen Durchschnittstemperatur von einem bis zwei Grad. Seit der Industrialisierung sind die Temperaturen aber außergewöhnlich schnell angestiegen.

So verstärkt der Mensch den Treibhauseffekt:

Durch unser Wirtschaften, zum Beispiel durch das Verheizen fossiler Brennstoffe bei der Energiegewinnung und im Verkehr, setzen wir große Mengen an Kohlendioxid frei.
Durch Massenviehhaltung, intensive Landwirtschaft und wachsende Müllberge gelangt immer mehr Methan in unsere Luft – viel mehr als von Pflanzen, Ozeanen und Gesteinen gebunden werden kann. Die Konzentration der Gase steigt. In der Folge wird immer mehr  Wärmestrahlung zurückgehalten. Die Temperaturen steigen und wir sprechen vom anthropogenen, also vom menschgemachten, Treibhauseffekt.

Kohlendioxid als Hauptverursacher des Klimawandels

Unser moderner Lebensstil führt dazu, dass immer mehr Treibhausgase entweichen. Inzwischen ist der Wachstumsgigant China zum größten Emittenten an Kohlendioxid geworden und hat die USA abgelöst. Hauptverursacher der Treibhausgas-Emissionen ist die Energiewirtschaft, die Strom- und Wärmeerzeugung, Raffinerien sowie die Herstellung von Festbrennstoffen. Ihr Anteil lag 2012 bei 47 Prozent. (Quelle: Internationale Energieagentur, IEA)

Die Emissionen, die auf unseren Lebensstil zurückzuführen sind, steigen beängstigend an. Wie sieht es mit der Verantwortung der Industrieländer aus? Denn die Herstellung energie- und emissionsintensiver Güter in Entwicklungs- und Schwellenländern und deren Import für unseren Konsum führen zu mehr Kohlenstoffdioxid-Ausstoß. Auch Verkehrsmittel sowie der Müll- und Abwassersektor verursachen einen großen Anteil der Klimagase.

Zerstörung natürlicher CO₂- Speicher heizt den Treibhauseffekt weiter an

CO₂ wird aber auch freigesetzt, wenn Wald gerodet und verbrannt wird, bei intensiver Landwirtschaft und beim Einsatz von Pestiziden, beim Abbau von Torf und ebenso bei der Verschmutzung der Meere und Flüsse. Boden, Meer und Pflanzen sind natürliche CO₂-Speicher: Zerstören oder verändern wir diese hat es direkte Folgen auf den Treibhauseffekt und unser Klima.

2, 3 oder doch 4 Grad Erwärmung?

Noch im Jahr 2007 ging der Weltklimarat davon aus, dass die weltweite Treibhauswirkung bis zum Jahr 2100 lediglich einen Temperaturanstieg um zwei bis vier Grad bedeutet. Heute schätzen Klimaexperten die Situation bedrohlicher ein: Durch den wachsenden Energieverbrauch steigt der globale Kohlendioxid-Austoß rascher an als je zuvor.

Was passiert, wenn wir so weitermachen wie bisher?

Die globale Temperaturerhöhung hat Auswirkungen auf die Umwelt und das Leben der Menschen. Hitzewellen, Stürme, Überschwemmungen und Dürren treten häufiger auf. Durch den Klimawandel werden sich Ökosysteme verändern oder gar zusammenbrechen.

Der Energiehunger der Menschen hat schwerwiegende Folgen

Die daraus folgenden Probleme wie Trinkwassermangel, gravierende Ernteausfälle und Wüstenbildung treffen oftmals nicht die eigentlichen Verursacher des Klimawandels in den Industrienationen, sondern die Bewohner in Entwicklungsländern. Die Mitarbeiter der Welthungerhilfe und unsere Partner vor Ort haben mit diesen Herausforderungen jeden Tag zu tun.

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Letzte Aktualisierung 26.03.2018

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