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Azim Choragabov (65) in seinem Garten in Pokhut, Nord-Tadschikistan.
Tadschikistan

Pflanzen wachsen hören

Projektstatus laufend
Themenschwerpunkt
Landwirtschaft & Umwelt Mehr erfahren
Annika Toerne Länderbüro Tadschikistan

Azim Choragabov ist Gärtner mit Herz und Seele. Wie die Mehrheit der tadschikischen Bevölkerung lebt er als Kleinbauer von seinen landwirtschaftlichen Erträgen. Doch der Klimawandel und die ungezügelte Nutzung der Böden bedrohen seine Existenz.

Monotone Landwirtschaft laugt den Boden aus

Azims Heimatland Tadschikistan besteht fast ausschließlich aus hohen Bergen, sodass Landwirtschaft nur in den Tälern möglich ist. Durch die intensive  Nutzung und Monokulturen werden die Böden zunehmend ausgelaugt. Sie können nicht mehr genügend Wasser und Nährstoffe speichern und bieten den Bäumen keinen ausreichenden Halt mehr, um den Boden vor Erosion zu schützen. Die Folge sind Erdrutsche. Ganze Ernten werden immer wieder zerstört und führen zu Versorgungsenpässen. Ein Teufelskreis von Armut und Mangelernährung entsteht.

Teilnehmerinnen einer Farmer Field School in Rasht, Tadschikistan.
Teilnehmerinnen einer Farmer Field School in Rasht, Tadschikistan. © Welthungerhilfe

Gemeinsam mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit arbeitet die Welthungerhilfe daran, die Artenvielfalt in Tadschikistan zu bewahren und traditionelle Anbaumethoden in Agrarlandschaften nachhaltig zu fördern. So werden beispielsweise traditionelle Techniken und Saatgut wieder eingeführt, um die Landnutzung wieder vielfältiger und die angeplanzten Obst- und Getreidearten ausgewogener zu machen. Das schützt die natürlichen Ressourcen nachhaltig. Das Projekt "Biodiversität und Ökosystemleistungen in agrarischen Landschaften" ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). Es wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) unterstützt und von der lokalen Partnerorganisation IPD (Innovation and Participation for Development, Tadschikistan) umgesetzt.

"Als jemand, der die lokale Sprache der Landwirtschaft versteht, wollte ich an diesem Projekt teilnehmen", sagt Azim. Auf seinem Grundstück wird eine Vielzahl von Obstbäumen und Pflanzen durch einen alten Steinkanal aus sowjetischer Zeit bewässert. Mit den Samen, die von der Welthungerhilfe geliefert und über IPD verteilt werden, baut Azim eine Mischung aus Kartoffeln, Bohnen, Ringelblumen, Weizen, Kürbissen und Pferdebohnen an.

Mit der Saatgutbank altes Wissen weitergeben

"Die Leute haben früher oft Pferdebohnen angebaut, sie helfen bei Diabetes. Jetzt habe ich angefangen, sie wieder anzubauen; ich verkaufe sie und tausche sie mit den Nachbarn aus." Er möchte einige seiner Pferdebohnen zu der Samenbank hinzufügen, die das Projekt etablieren will. Mit der Saatgutbank können Kleinbauern ihre Saatgutsorten untereinander auszutauschen, gleichzeitig werden alte Sorten wiedereingeführt, die heute kaum noch genutzt werden. Wie Azim heute weiß, sind sie wertvolle natürliche Heilmittel und tragen dazu bei, die Ernährungsbedürfnisse der Gemeinschaft zu decken. Sie sind resistenter und liefern ertragreichere Ernten.

Azim Choragabov (65) in seinem Garten in Pokhut, Nord-Tadschikistan.
Azim Choragabov (65) in seinem Garten in Pokhut, Nord-Tadschikistan. © Welthungerhilfe

Wenn er sich heute in seinem Garten aufhält, ist Azim völlig in das vertieft, was er tut. Er ist ein Mann voll innerer Ruhe und Gefasstheit. Manchmal scheint es, als ob er seinen Pflanzen beim Wachsen zuhörte. Sein Wissen und seine Liebe zum Anbau einheimischer Sorten gibt er an seine sechs Kinder weiter, die ihm im Garten helfen. Während seine Enkel unter den Bäumen spielen, sieht er zuversichtlich und hoffnungsvoll in die Zukunft.

So hilft die Welthungerhilfe in Tadschikistan:

(Projektnummer: TJK 1105)

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