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Energiesparende Modernisierungen in Tadschikistan, 2014.
Tadschikistan

Mit Strom den Wald retten

Projektstatus laufend
Projektbudget 845.991 €
Themenschwerpunkt
Landwirtschaft & Umwelt Mehr erfahren
Kerstin Bandsom Team Communications

Zohir Zohirov ist 51 Jahre alt und lebt mit seinen fünf Kindern in dem Dorf Dehisor in der abgelegenen Bergregion von Kuhistoni Mastchoh. In der Bergregion mangelt es an Elektrizität. Das nationale Stromnetz erreicht nicht die Dörfer im oberen Zarafshan-Tal, wo die Winter lang und hart sind. Die Folgen sind gravierend: Zum Heizen und Kochen sind die Menschen auf Brennholz, getrockneten Dung und Kohle angewiesen. Abholzung der Wälder, Erosion der Weiden und hohe Raten von Atemwegserkrankungen, insbesondere bei Frauen, sind die Folge.

Effiziente Öfen vom Kartoffelbauer

Früher arbeitete Zohir Zohirov ausschließlich als Kartoffelbauer, doch als er an einer Informationsveranstaltung der Welthungerhilfe über modifizierte Kochherde teilnahm, beschloss er sofort, sich für Schulungen zu bewerben: "Ich habe nur 3 Jahre lang die Schule besucht. Da sie sehr weit von unserem Dorf entfernt war, hatte ich nicht die Möglichkeit, einen Abschluss zu machen. Aber ich habe mich immer für das Handwerk interessiert, und als ich von den Schulungen hörte, beschloss ich, mich in diesem Bereich zu versuchen."  

Zohir Zohirov beim Bau des Ofens. Nach einer Schulung der Welthungerhilfe baut der ehemalige Kartoffelbauer nun Öfen für die Dörfer in der Region. © Welthungerhilfe
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Sorgfältig mauert Zohir Zohirv die Außenwände des Ofens. © Welthungerhilfe
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Die neuen Öfen sind effizienter und brauchen daher weniger Brennmaterial. Auch der Qualm wird über ein Rohr nach oben abgeleitet. © Welthungerhilfe
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Und seine Öfen erfreuen sich großer Beliebtheit. Das ist nicht verwunderlich, denn die neuen Öfen haben jede Menge Vorteile. Sie sind nicht nur effizienter und brauchen weniger Brennmittel, auch die Rauchbelastung wird drastisch reduziert. Zusätzlich erleichtern sie das Kochen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass Lebensmittel verbrennen, ist geringer. Der positive Einfluss auf die Umwelt ist groß. Die Projekte der Welthungerhilfe in Tadschikistan sparen jährlich mehr als 20.000 Tonnen CO2-Emissionen ein. Das entspricht dem jährlichen ökologischen Fußabdruck von etwa 2.700 EU-Bürgern. Die verbesserten Kochstellen tragen zu 71 Prozent zu dieser Zahl bei.

Eine Hausfrau in Tadschikistan vor ihrem neuen Ofen.

Der Kochherd ist bei uns sehr beliebt und die Dorfbewohner verbringen weniger Zeit mit dem Sammeln von Feuerholz und Dung.

Sailiniso Schodizoda ist sehr zufrieden mit ihrem neuen Ofen.

Inzwischen baut Zohir Zohirov Kochherde nicht nur in seinem Heimatdorf Dehisor, sondern auch in den umliegenden Gemeinden. "Ich bin der Einzige in der Gegend von Dehisor, der Kochherde baut, also fahre ich manchmal bis zu 20 Kilometer in andere Dörfer, um sie zu installieren." 

Nicht nur Öfen, sondern auch Strom

Die effizienteren Öfen sind dabei nur ein Bestandteil des Projektes in Tadschikistan. Von der schlechten Versorgung mit Elektrizität sind nämlich auch Schulen, Krankenhäuser und andere staatliche Einrichtungen betroffen. Sie können ohne Strom nicht einmal grundlegende Dienstleistungen erbringen. Stabile und erschwingliche Elektrizität ist der Schlüssel zum Erfolg von Werkstätten und kleinen Unternehmen. Die Abhängigkeit von Generatoren für alle elektrischen Geräte und die damit verbundenen Kosten behindern den Markteintritt lokaler Unternehmer, und entsprechend hoch sind die Transport- und Reisekosten für die Bevölkerung.

Ein Kleinwasserkraftwerk am Zufluss des Zarafshan. So kann der lokal erzeugte Strom wichtige Infrastrukturen wie Krankenhäuser mit Energie versorgen. © Welthungerhilfe
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Auch kleine Solaranlagen versorgen Haushalte und Schulen mit Strom. © Welthungerhilfe
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Lokale Meister wie der 28 jährige Timurjon aus dem Dorf Rog werden befähigt, die Systeme instand zuhalten. © Welthungerhilfe
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Um das zu ändern, nutzt die Welthungerhilfe erneuerbare Energien — allen voran Wasserkraft aus den Zuflüssen des Zarafshan. Zusammen mit der Partnerorganisation Bargi Sabz werden Kleinwasserkraftwerke und Solarsysteme errichtet, die es den Dorfbewohnern ermöglichen, die Energiekrise vor Ort zu überwinden und ein erhebliches Entwicklungshindernis nachhaltig zu beseitigen.

Projektinhalte

Alle Fakten zum Projekt

Jan 2021 Projektbeginn
Apr 2023 Projektende
389.004 € Projektbudget 2021
845.991 € Projektbudget insgesamt
Themenschwerpunkte
Nothilfe
Landwirtschaft & Umwelt
Ernährung
Wasser & Hygiene
Wirtschaftliche Entwicklung
Stärkung der Zivilgesellschaft
Projekt-ID TJK 1122-20

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