Unterstützung in Bangladesch im Überblick
-
Klimawandel & Umwelt: Bangladesch gehört zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Ländern der Welt. Überschwemmungen und steigender Meeresspiegel gefährden Ernten und Wohnraum – innovative Anbaumethoden wie schwimmende Beete und klimaangepasstes Saatgut sollen helfen, die Lebensgrundlagen zu sichern.
-
Rohingya-Flüchtlingskrise: Mehr als eine Million Rohingya leben im Flüchtlingslager Cox’s Bazar. Die Welthungerhilfe unterstützt mit Nothilfe, Hygiene-Schulungen und dem Ausbau sanitärer Infrastruktur, um die Grundversorgung der Geflüchteten aufrechtzuerhalten.
-
Sozioökonomische Lage: Trotz wirtschaftlicher Fortschritte bleiben Armut, Unterernährung und schwache Versorgungssysteme verbreitet. Besonders betroffen sind Kinder – fast jedes dritte Kind unter fünf Jahren ist mangelernährt.
Welthungerhilfe in Bangladesch
Im Jahr 2024 hat die Welthungerhilfe in Bangladesch 12 Projekte mit einer Gesamtsumme von 3 Millionen Euro gefördert. In diesen Projekten haben wir insgesamt 160.000 Menschen erreicht. Die Arbeit der Welthungerhilfe in Bangladesch wird aus dem Country Office India in Neu Delhi gesteuert. Zentral für die Arbeit mit Rohingya ist unser Büro in Cox's Bazar. Die Welthungerhilfe ist seit 1975 in Bangladesch aktiv.
Projekt im Fokus
Die Situation in Bangladesch: viele Flüchtlinge, wenig Kapazitäten
- Die hohe Bevölkerungsdichte macht Bangladesch zu einem der am dichtesten besiedelten Staaten der Welt.
- Die Joint Rivers Commission zählte über 400 Flüsse, die durch das ganze Land fließen.
- Der Welthungerindex (WHI) bewertet die Situation hier insgesamt als mäßig. Allerdings werden zwei der vier zugrunde liegenden Kennzahlen, Wachstumsverzögerung und Auszehrung bei Kindern, als „sehr ernst“ bewertet.
- Rund 10,4 Prozent der Bevölkerung ist unterernährt.
- Auf dem Human Development Index (HDI) belegt Bangladesch den 130. Rang von 191 Ländern.
Die Volksrepublik Bangladesch liegt östlich von Indien in Südostasien. Das Land wird westlich, nördlich und östlich von seinem großen Nachbarn umschlossen und grenzt im Süden an Myanmar. Auf einer Fläche von insgesamt 147.570 Quadratkilometern leben ungefähr 170 Millionen Menschen. Das entspricht über 1.000 Einwohner*innen pro Quadratkilometer. Zum Vergleich: Das sind fast fünf Mal so viele wie in Deutschland pro Quadratkilometer.
Von der Kolonialzeit zur Unabhängigkeit
Bis 1947 war Bangladesch Teil Britisch-Indiens und wurde nach der Unabhängigkeit als Ostbengalen dem neuen Staat Pakistan zugeteilt – später Ostpakistan. Zwischen Ost- und Westpakistan bestanden große kulturelle, sprachliche und wirtschaftliche Unterschiede, die zu wachsendem Unmut führten. Trotz wirtschaftlicher Stärke wurde Ostpakistan im Gesamtstaat benachteiligt, etwa bei Ressourcenverteilung und politischer Mitbestimmung. Der Widerstand gegen diese Ungleichbehandlung mündete in einer Unabhängigkeitsbewegung, die 1971 in einem blutigen Krieg mit Westpakistan gipfelte. Mit Unterstützung Indiens erlangte Bangladesch am 16. Dezember 1971 seine Unabhängigkeit. Der Unabhängigkeitskrieg von 1971 hat ein tiefes nationales Selbstbewusstsein geschaffen und ist bis heute die zentrale Gründungslegende Bangladeschs. Gleichzeitig wirkt er stark in die Politik hinein: Die großen Parteien beziehen sich unterschiedlich auf seine Deutung, was zur anhaltenden politischen Polarisierung beiträgt. Auch die Entwicklung demokratischer Strukturen war lange von Instabilität geprägt. Zudem sind die gesellschaftlichen Traumata des Krieges und die Aufarbeitung von Kriegsverbrechen weiterhin präsent. Außenpolitisch spielt insbesondere die Beziehung zu Indien bis heute eine wichtige Rolle.
Der Klimawandel verschärft Armut und Hunger in Bangladesch
Bangladesch ist durchzogen von Flüssen und liegt an einem der größten Flussdeltas der Welt. Das überwiegend flache Tiefland wird durch den ansteigenden Meeresspiegel, den der Klimawandel mit sich bringt, immer wieder überflutet. Auch der jährliche Monsun trägt regelmäßig dazu bei, dass es in Bangladesch „Land unter“ heißt. Die Überschwemmungen zerstören die Lebensgrundlage vieler Menschen und sorgen für Hunger.
Bangladesch hat sich wirtschaftlich stark entwickelt und gehört heute nicht mehr zu den ärmsten Ländern der Welt. Armut ist jedoch weiterhin weit verbreitet. Rund ein Viertel der Bevölkerung ist von sogenannter multidimensionaler Armut betroffen: Das bedeutet, dass es ihnen nicht nur an Einkommen fehlt, sondern z. B. auch an Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig sind etwa 16 Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. Besonders Kinder sind gefährdet: Etwa jedes vierte Kind unter fünf Jahren ist chronisch mangelernährt. Zudem sieht sich das Land aktuell mit der Mammutaufgabe konfrontiert, mehr als eine Million geflüchtete Rohingya zu versorgen. Die Bedürfnisse so vieler Menschen zu bedienen überstieg schon nach kurzer Zeit die Kapazitäten des Landes.
Unsere Arbeit in Bangladesch: nachhaltig und vor Ort
Die Welthungerhilfe ist seit dem Jahr 1975 in Bangladesch tätig. Aktuell liegt der Fokus unserer Projekte zur Unterstützung der Menschen auf dem Aufbau einer nachhaltigeren Landwirtschaft, der Vermittlung von Methoden zur Anpassung an den Klimawandel und nachhaltiger Ernährungssicherung. Zusätzlich leisten wir Nothilfe in der Stadt Cox’s Bazar, um Bangladesch in der Flüchtlingssituation unter die Arme zu greifen und den Geflüchteten ein würdigeres Leben zu ermöglichen. Helfen Sie dabei, die Menschen in Bangladesch nachhaltig zu unterstützen und Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen. Jetzt für Bangladesch spenden!
Direkte Hilfe durch Ihre Spende für Bangladesch
Für Bangladesch spenden und Hilfsprojekte direkt unterstützen

Nothilfe: Wir haben im größten Flüchtlingscamp der Welt geholfen, indem wir Lebensmittel, Hygieneartikel und Brennstoffe verteilt haben. Dadurch konnten wir das Leben der Menschen vor Ort verbessern. Zusätzlich wurde eine sanitäre Infrastruktur geschaffen und begonnen, die Menschen im Bereich Hygiene zu schulen. Auch die Wasserversorgung und die Entsorgung von Fäkalschlamm wurden verbessert.

Landwirtschaft & Umwelt: Pflanzen wachsen in vielen Dörfern in den Projektgebieten der Welthungerhilfe mittlerweile direkt auf dem Wasser. Verschiedene Gemüsesorten werden in speziellen, beweglichen Beeten angebaut, die gegen Überschwemmungen resistent sind.
Bangladesch ist ein winziges Land. Es hat den globalen Klimawandel nicht verursacht und kann ihn nicht alleine stoppen.
Farid Uddin Ahmed Agrarforscher und Leiter der Arannayk Foundation in Dhaka, die sich dem Schutz der Biodiversität widmet.














