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Hundertmillionen Tiere, Schwärme so groß wie das Saarland: Ostafrika und Südasien werden derzeit von einer der schlimmsten Heuschreckenplagen seit 25 Jahren heimgesucht. In nur wenigen Minuten fressen sie ganze Felder und Weideflächen kahl.

Vor allem für die ländliche Bevölkerung stellt dies eine enorme Bedrohung dar: Viehhirten finden kaum noch Futter für ihre Tiere, Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sorgen sich um ihre Ernten. Wurde die Aussaat bereits begonnen, besteht wenig Chance, dass die Insekten die Ackerflächen verschonen. Wer keine Reserven hat, findet sich in einer dramatischen Notlage wieder. 

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Bild von Matthias Späth.

Die schweren Regenfälle und Überschwemmungen haben die Verfügbarkeit von Grundnahrungsmitteln ohnehin schon sehr beeinträchtigt. Die Lebensmittelpreise steigen und jetzt kommen noch die Heuschrecken dazu. Es ist eine Katastrophe!

Matthias Späth Welthungerhilfe-Länderdirektor in Äthiopien

13 Millionen Menschen gefährdet

Heuschreckenschwärme, die Ernten und Weideland bedrohen, sind für viele Länder des Globalen Südens nichts Neues. Eine Plage dieses Ausmaßes hat es jedoch seit 25 Jahren nicht mehr gegeben. Begünstigt wurde sie durch extreme Klima-Schwankungen. Bis Juni könnte die Heuschrecken-Population um das 500-fache steigen. Die Plage trifft weite Teile Ostafrikas bereits jetzt sehr hart. Laut den Vereinten Nationen leben in den von den Heuschrecken verheerten Gebieten über 10 Millionen Menschen, die ohnehin schon von Hunger bedroht sind. Wenn sich die Plage auf den Südsudan und Uganda ausweitet, wären sogar mehr als 13 Millionen in Gefahr. Die UNO rechnet mit einer dramatischen Verschlimmerung der Hungerkrise in den betroffenen Ländern.  

„Wenn keine geeigneten Kontrollmaßnahmen getroffen werden, wirkt sich der Heuschreckenbefall verheerend auf die Ernten, die Viehwirtschaft und natürlich auf die Versorgung der betroffenen Menschen mit Nahrungsmitteln aus. In einigen Bezirken könnten bis zu 65 Prozent der Anbaugebiete von der Heuschreckeninvasion betroffen sein“, so Kelvin Shingles, Welthungerhilfe-Landesdirektor in Kenia.

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Eine Landkarte von Ostafrika mit der eingezeichneten Verbreitung der Heuschrecken.

Die Heuschreckenplage betrifft aktuell weite Teile Ostafrikas. Die grüne Fläche zeigt die Ausbreitung der Schwärme. Bei Klick auf die Karte öffnet sich die interaktive Grafik der FAO zum Thema.

Das unternimmt die Welthungerhilfe

Die Welthungerhilfe ist in den betroffenen Ländern aktiv und unterstützt die Menschen, die besonders hart von der Heuschreckenplage getroffen wurden. Sowohl die Sicherung der Ernährung als auch Unterstützung für den Erhalt der Viehbestände sind oberste Priorität der Aktivitäten vor Ort.

Unterstützen Sie die Menschen vor Ort mit einer Spende. Helfen Sie jetzt, die Folgen der Heuschreckenplage zu bekämpfen, um das Schlimmste zu verhindern!

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FAQ zur Heuschreckenplage in Ostafrika und Südasien

Welche Länder sind von der Heuschreckenplage betroffen?

Neben Äthiopien, Somalia, Kenia, Eritrea, Dschibuti und dem Sudan ist auch Pakistan von der Insektenplage betroffen. Alle Länder haben etwas gemeinsam: Sie sind seit Jahren bereits von klimawandelbedingten Extremwetterphänomenen wie Dürren und teilweise auch Überschwemmungen betroffen. Meist befindet sich die Landbevölkerung dadurch ohnehin bereits in einer kritischen Ernährungssituation. Die Heuschreckenschwärme verschärfen die bedrohliche Lage zusätzlich.

Wie ist die Lage in den betroffenen Ländern?

Kolleg*innen aus den jeweiligen Länderbüros der Welthungerhilfe geben ihre Einschätzung:

Bis Juni ist davon auszugehen, dass die Tiere sich weiter vermehren und Pflanzen schädigen.

Wo kommen die Heuschrecken her?

Die aktuelle Heuschreckenplage hat ihren Ursprung im Oman und im Jemen, wo bereits im Oktober 2018 die Regenfälle des Zyklons Luban für üppige Vegetation und somit rasche Vermehrung der Tiere gesorgt hatte. Die Plage war also absehbar – doch Regierungen und Behörden zahlreicher Länder haben viel zu spät darauf reagiert. Hinzu kommt, dass einige Brutgebiete in Ländern liegen, in denen bewaffnete Konflikte eine Bekämpfung erschweren. Nun müssen Regierungen mit Unterstützung einheimischer und internationaler Landwirtschaftsexperten schnellstmöglich versuchen, die weitere Ausbreitung der Schädlinge einzudämmen.

Wie werden die Heuschrecken derzeit bekämpft?

Kenia versucht, die Plage durch Pestizide aus der Luft in den Griff zu bekommen. Der Griff zur Chemie ist allerdings gefährlich. Nicht nur die Heuschrecken, sondern auch Nützlinge werden getötet. Die beste Möglichkeit wären Vorsorgemaßnahmen: also die Gebiete ausfindig zu machen, in denen die Heuschrecken vor der Schwarmbildung noch als Einzelgänger unterwegs sind. Die regelmäßige Beobachtung möglicher Brutgebieten ist dabei zentral. Außerdem können dann biologische Schädlingsbekämpfungsmittel statt der Chemiekeulen zum Einsatz kommen, die für Menschen, Tiere und Pflanzen weniger schädlich sind.

Können die Heuschrecken als Nahrung gegen den Hunger dienen?

Heuschrecken sind reich an Eiweiß und werden auch in vielen Ländern gegessen. Dennoch lässt sich bei Heuschreckenplagen das Einfangen und Verwerten nicht so einfach umsetzen, da die riesigen Schwärme über Regionen im wahrsten Sinne des Wortes herfallen. So ist in Kenia ein Heuschrecken-Schwarm unterwegs, der fast so groß ist, wie das Saarland – 2400 Quadratkilometer. Die Massen an Tieren lassen sich gar nicht so schnell einfangen, wie sie zerstören. Außerdem können Heuschrecken allein den Ernährungsplan der Menschen nicht decken. Und bei der Bekämpfung gibt es noch ein weiteres Dilemma: Das Vernichten der Tiere geht einher mit der Belastung der Landwirtschaft durch Gift. Vergiftete Tiere sollten aus gesundheitlichen Gründen nicht von Menschen verspeist werden.

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In unserem Jahresbericht finden Sie detailliert, wofür wir sämtliche Spendengelder einsetzen. So bekommen Sie einen direkten Einblick in unsere Arbeit. Wir legen großen Wert auf Wirtschaftlichkeit und Transparenz. Weitere Informationen veröffentlichen wir im Zuge der Initiative Transparente Zivilgesellschaft. Beispielsweise unsere Satzung, Namen und Funktionen wesentlicher Entscheidungsträger, unsere Personalstruktur und vieles mehr.

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