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Somalia erlebt die schlimmste Dürre seit Jahrzehnten. Millionen Menschen leiden Hunger, Hungersnöte sind zu erwarten. In vielen Teilen Somalias ist die Situation lebensbedrohlich. Vor allem Kinder sind gefährdet und leiden an Mangel- und Unterernährung. Bisher haben schätzungsweise circa 700.000 Menschen Somalia verlassen - mit steigender Tendenz.

Die Situation wird verschärft durch die Folgen des Ukraine-Kriegs: Lebensmittelpreise und Transportkosten von Importen durch Weizenmehl steigen, die Menschen können sich keine Grundnahrungsmittel mehr leisten.

Dürre in Somalia: Helfen Sie den Menschen mit Ihrer Spende
Somalia und Somaliland

Im Norden von Somalia befindet sich Somaliland. Die Region hat sich 1991 für unabhängig erklärt, ist jedoch von der Staatengemeinschaft nie anerkannt worden. Die Welthungerhilfe ist in beiden Ländern aktiv.

Somalia ruft den Notstand aus 

Somalia ist nach Angaben des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) eines der am stärksten von Dürre betroffenen Länder am Horn von Afrika. Das Land kämpft bereits mit der dritten Dürre innerhalb eines Jahrzehnts. 90 Prozent des Landes sind betroffen. Circa 4,8 Millionen Somalier*innen direkt.

Die akute Ernährungsunsicherheit in Somalia hat sich seit Anfang 2022 drastisch verschlechtert. Für den Prognosezeitraum April bis Juni 2022 wird laut IPC (Integrated Food Security Phase Classification) mit einer weiteren und schnelleren Verschlechterung der Ernährungssicherheit und der Ernährungslage gerechnet. 

70 Prozent der Familien haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. In einigen Teilen des Landes erleben die Menschen in Somalia die größte Trockenheit seit 40 Jahren.

Eine Karte auf der die Hungersituation weltweit eingezeichnet ist, 2021.

Der Welthunger-Index berechnet und bewertet die globale Hungersituation.

Laut Welthungerindex (WHI) belegt Somalia Platz 116 und ist damit Schlusslicht. Die Hungersituation wird als gravierend eingestuft. Rund 7,7 Millionen Menschen an verschiedenen Orten in Somalia sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Davon leiden immer noch circa 3,2 Millionen Menschen unter den Folgen vorheriger Dürren. 

Bereits im November 2021 hat die Regierung von Somalia den Notstand ausgerufen. Laut OCHA hatte etwa ein Fünftel der Bevölkerung - über zwei Millionen Menschen - viel zu wenig Wasser. Die FAO Somalia sprach von einer „extrem besorgniserregenden“ Lage. In Somaliland hatte die Dürre zur Folge, dass die Landwirt*innen aufgrund extremer Trockenheit nicht aussäen konnten. Circa 50-90 Prozent des Viehbestandes sind gestorben.

Dürre in Somalia: Kinder besonders betroffen

Fehlende Regenzeiten und steigende Hungersnöte – die Folgen des Klimawandels

Viele lokale Gemeinschaften bestehen hauptsächlich aus Bauern und Viehzüchtern. Für ihren Lebensunterhalt sind sie auf den Fluss angewiesen. Dort ist aber schon lange kein Wasser mehr. Durch die Hitze sind fast 700.000 Viehherden verendet. Damit fehlen vielen Menschen nicht nur die Einkommensgrundlage, sondern auch Nahrung und Wasser. 

Da viele Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, greifen sie auf verschmutzte Wasserquellen zurück. Es besteht die Gefahr, dass sie sich mit lebensbedrohlichen Krankheiten anzustecken. Auch die Folgen des Klimawandels werden zunehmend spürbarer: wenn es mal regnet, dann so heftig, dass es zu schweren Überschwemmungen kommt.

Mitte 2018 traf Somaliland ein gewaltiger Zyklon. Windgeschwindigkeiten von über 100 Kilometern pro Stunde und schwere Regenfälle mit bis zu 300 Litern Wasser pro Quadratmeter, rissen Menschen und Tiere mit sich. Häuser wurden zerstört, Ackerland überflutet. Einen Zyklon hatte Somaliland zuvor noch nie gesehen. 

Cover der Publikation: Factsheet - Dürre in Ostafrika Dürre in Ostafrika

Hintergründe und Fakten zur Situation in Ostafrika

Konflikte sind Haupttreiber von Hunger 

Die Menschen in Somalia haben neben Extremwetterereignissen auch mit verheerenden Heuschreckenplagen zu kämpfen. Die Heuschrecken vernichten Ernten, Familien müssen noch mehr hungern. Die Menschen in Somalia leiden bereits seit Jahrzehnten an den Folgen von Naturkatastrophen - mit steigender Intensität. Viele werden mit einer Katastrophe nach der anderen konfrontiert. Sie haben keine Ressourcen und kaum Zeit, um sich zu erholen.

Weitere Herausforderungen sind politische Unsicherheit und jahrzehntelange Konflikte im Land. Es kann Jahrzehnte dauern, gewaltsame Konflikte zu überwinden und zu bewältigen. Konflikte verschärfen die Ernährungssituation der Bevölkerung erheblich. Sie sind vor allem für Kinder verheerend. Daten über Konflikte und Ernährung aus dem Zeitraum 2007 bis 2010 haben gezeigt, dass Konflikte vor allem Wachstumsverzögerung als auch Auszehrung bei Kindern erhöhen. Die Kindersterblichkeit nimmt zu.

Helfen Sie, Perspektiven für die Menschen in Somalia zu schaffen

Dürre in Somalia: Binnenvertriebene auf der Suche nach Wasser und Nahrung  

Somalia hat eine der höchsten Raten an Binnenvertriebenen. Die kritische Wasserknappheit in Somalia durch monatelanges Ausbleiben von Regen und vertrockneten Ernten, führt zu Vertreibungen. Familien sind gezwungen, in städtische oder stadtnahe Zentren abzuwandern. Regionen, in die bereits knapp drei Millionen Menschen aufgrund von Konflikten oder Klimakrise hin geflüchtet sind.

Das hat zur Folge, dass die Preise von Wasser angestiegen sind. Seit November 2021 um bis zu 72 Prozent. Die Flucht in Regionen, wo es Weideland und Wasser gibt, führt wiederrum zu Konflikten zwischen Gemeinschaften. Schätzungsweise werden in den kommenden Monaten weitere 1,4 Millionen Menschen vertrieben.

Oft sind überfüllte Flüchtlingscamps die einzigen Zufluchtsorte. Auch dort kommt es zu Konflikten um knappe Ressourcen wie Wasser. Zusätzlich führen die schlechten Hygienestandards zu Durchfallerkrankungen. Eine ganze Generation somalischer Kinder wächst dort auf. Die Zukunftsaussichten sind schlecht. 

Dürre in Afrika eindämmen, bei Hungersnöten unterstützen – So hilft die Welthungerhilfe  

In akuten Notsituationen wie der derzeitigen dramatischen Dürre reagiert die Welthungerhilfe schnell mit Nothilfemaßnahmen. Wasser und Nahrungsmittel werden beschafft und den Menschen zur Verfügung gestellt. Auch die Tiere bekommen Futter und Medikamente. Darüber hinaus erarbeiten wir zusammen mit anderen Organisationen, Behörden und Gemeinden Konzepte zur Katastrophenvorsorge.

Gemüseanbau in Somaliland
Gemüseanbau in Somaliland: Dank der Bewässerungsmöglichkeiten können die Familien selbst während der Trockenzeit ernten.

Akute Nothilfe für von der Dürre betroffene Somalier*innen

Langfristige Hilfe um dem Teufelskreis aus Dürre, Hunger und Armut zu entkommen

Die Welthungerhilfe hilft Menschen dabei, mit den neuen klimatischen Bedingungen besser zurechtzukommen. Neue Maßnahmen und Techniken sind wichtig, um die Produktion von Nahrungsmitteln auch unter erschwerten Bedingungen zu sichern. Die Menschen nehmen beispielsweise an Schulungen zu optimierten Anbaumethoden mit widerstandsfähigem Saatgut teil oder lernen, wie man Auffangbecken für Regenwasser anlegt.

Naturkatastrophen in Somalia: Weitere Hilfe & Maßnahmen der Welthungerhilfe

Mit Ihrer Spende für Somaliland in Somalia ermöglichen Sie akute Dürre-Nothilfe. Außerdem unterstützen Sie, die Menschen in Somalia und Somaliland dabei, sich besser auf zukünftige Katastrophen vorzubereiten und Perspektiven zu schaffen.

Eine Frau in Somaliland vor ihrem Zelt, 2020.
Dürre und Hunger: Helfen Sie jetzt!
Bitte beachten Sie unseren Mindestspendenbetrag von 5 Euro.
Geprüft und ausgezeichnet

Die Welthungerhilfe steht für Transparenz und Qualität, für sparsamen und zielgerichteten Einsatz der Spenden und verifizierte Informationen. Aus diesem Grund hat uns das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) mit dem Spendensiegel ausgezeichnet. 

Auch darüber hinaus legen wir größten Wert auf Wirtschaftlichkeit und Transparenz. So zeigt unser Jahresbericht detailliert, wofür sämtliche Spendengelder eingesetzt werden und vermittelt einen direkten Einblick in unsere Arbeit.  Im Rahmen der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ legen wir weitere Informationen offen, wie unsere vollständige Satzung, die Namen und Funktionen wesentlicher Entscheidungsträger, unsere Personalstruktur und vieles mehr.

Wir setzen Ihre Spende gezielt und mit großer Verantwortung ein. Sollten wir für ein Projekt mehr Spenden als benötigt erhalten, werden andere Projekte der Welthungerhilfe gefördert, die einer Finanzierung bedürfen.

Transparenz & Qualität

Die Welthungerhilfe legt größten Wert auf einen transparenten und verantwortungsvollen Umgang mit den uns anvertrauten Mitteln. Dafür erhalten wir jährlich das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI).
Lesen Sie hier mehr zum Thema Transparenz und Qualität.

Infografik: Kuchendiagramm mit Aufteilung der Aufwendungen in 2020.
Die Aufwendungen der Welthungerhilfe im Jahr 2020. © Welthungerhilfe
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