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Drei Männer bei der Müllbeseitigung: Ein Mann wirft mit einer großen Schaufel etwas in eine grüne Tonne.
Libanon

Für ein sauberes Flüchtlingscamp

Projektstatus laufend
Projektbudget 350.000 €
Themenschwerpunkt
Kerstin Bandsom Team Communications

Noureddine und seine Familie leben im Flüchtlingscamp Ein El-Hilweh im Libanon. Sie sind vor Jahren aus Syrien geflüchtet und leben seitdem im Camp ohne Perspektive. Bereits im Alter von 13 Jahren musste Noureddine nach der Schule arbeiten gehen, damit die Familie über die Runden kommt. Nach der Schule sammelte er Eisenwaren aus Müllcontainern, um sie für etwas Geld zu verkaufen.

Als er eines Tages im Müll nach verkaufsfähigem Material suchte, fand er einen kleinen Gegenstand aus Metall. Er holte es heraus und begann, ihn zu untersuchen. Dann geschah das Unerwartete: Das Metallobjekt war ein Sprengkörper - und explodierte in Noureddine’s Händen. Er verlor seine linke Hand und erlitt auch eine schwere Verletzung am Bein. Als er die Schule beendete, hatte er Schwierigkeiten, einen Job zu finden. Weil er nur eine Hand hat, dachten viele, er könne nicht arbeiten.

Im April 2021 schloss er sich daher einer sogenannten Cash for Work-Initiative an, die gemeinsam von der Welthungerhilfe, der Christoffel-Blindenmission und der lokalen Organisation Jafra ins Leben gerufen wurde. Die Teilnehmer*innen werden in der Abfallbeseitigung geschult und mit den notwendigen Werkzeugen, Sicherheitsausrüstungen wie Handschuhen, Masken und Desinfektionsmitteln ausgestattet.

Durch Müllbeseitigung Geld verdienen

In kleinen Teams säubern sie anschließend die Straßen in den Flüchtlingscamps. Ein wichtiger Job: Er trägt dazu bei, dass alle Bewohner*innen und vor allem die Kinder, die auf den Straßen spielen, gesund bleiben. Als Lohn erhalten die Teilnehmer*innen 50.000 Libanesische Pfund (rund 29 Euro), die zur Deckung ihrer Grundbedürfnisse beitragen. Menschen, die beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen nicht am Cash for Work-Programm teilnehmen können, erhalten eine bedingungslose finanzielle Unterstützung.

Ein Foto von Noureddine.

Unsere Arbeit ist sehr wichtig für das Camp. Wir halten die Straßen und Viertel sauber.

Noureddine Lebt mit seiner Familie in einem Flüchtlingscamp im Libanon

Mehrheit der Geflüchteten im Libanon lebt unterhalb der Armutsgrenze

Die Welthungerhilfe unterstützt im Libanon sowohl syrische und palästinensische Flüchtlinge als auch die Gastgemeinde mit Bargeld und Ausbildungsmöglichkeiten. Fast jede*r fünfte Einwohner*in im Libanon ist Flüchtling. Dies ist eine enorme Belastung für die ohnehin schon geschwächte Wirtschaft des Landes und führt auch zu gesellschaftlichen Konflikten. Nahrungsmittel und Alltagsgüter sind knapp und teuer, die Löhne gering und die Arbeitslosenquote enorm hoch. Die Mehrheit der Geflüchteten und knapp 45 Prozent der libanesischen Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Sie sind nicht in der Lage, die stark steigenden Preise für Lebensmittel und Grundbedarfsartikel aufzubringen.  

Der Job als Reinigungskraft mag nur eine kleine Entlastung für Noureddine und die anderen Teilnehmer*innen sein. Jedoch gibt ihm die Ausbildung, die er erhalten hat, neues Wissen, neue Motivation und Selbstvertrauen, die er für seine Zukunft gut gebrauchen kann.

So hilft die Welthungerhilfe den Menschen im Libanon

Alle Fakten zum Projekt

Aug 2020 Projektbeginn
Mär 2023 Projektende
0 € Projektbudget 2022
350.000 €
Themenschwerpunkte
Nothilfe
Landwirtschaft & Umwelt
Ernährung
Wasser & Hygiene
Wirtschaftliche Entwicklung
Stärkung der Zivilgesellschaft
Projekt-ID LBN 1004-20

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