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09.03.2022 | Pressemitteilung

Der Krieg in der Ukraine verschärft den Hunger weltweit

Beim Treffen der G7-Agrarminister am 11.03.2022 sollen die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die weltweite Ernährungssicherung analysiert und Ansätze zur Stabilisierung der Agrarmärkte diskutiert werden.

Zentralafrikanische Republik Central African Republic, Ngoulekpa und Boussamoa: Marktplatze, market
Eine Frau verkauft ihre Produkte auf einem Markt in der Zentralafrikanischen Republik. Die durch den Krieg ausgelösten explodierenden Nahrungsmittelpreise bedrohen auch die Ernährungssituation von Menschen in Ländern des Globalen Südens. © Kai Loeffelbein

Bonn/Berlin, 09.03.2022. Die Welthungerhilfe begrüßt die Initiative des Bundesministers für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir, zu einem Sondertreffen am kommenden Freitag. Beim Treffen der G7-Agrarminister sollen die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die weltweite Ernährungssicherung analysiert und Ansätze zur Stabilisierung der Agrarmärkte diskutiert werden. Die globalen Nahrungsmittelpreise waren bereits vor Ausbruch des Krieges auf Rekordkurs. Der UN-Preisindex, der die global am meisten gehandelten Nahrungsmittel abbildet, ist 2021 auf den höchsten Stand seit 2011 gestiegen. Russland und die Ukraine gehören zu den weltweit größten Getreide-Exporteuren, allein Afrika bezieht rund 30% seiner Weizenimporte aus den beiden Ländern.

„Es ist ein richtiges Zeichen im Rahmen der G7 gemeinsam nach Lösungen zur Stabilisierung der Agrarmärkte und der dramatischen Verschärfung der globalen Hungersituation zu suchen. Wir beobachten die Situation in der Ukraine mit großer Sorge und befürchten, dass der Krieg nicht nur in der Ukraine, sondern auch weltweit zu Menschenrechtsverletzungen führen wird. Das Menschenrecht auf angemessene Ernährung wird für Millionen Menschen in fahrlässiger Weise bedroht. Gerade die Ärmsten in vielen Ländern des Globalen Südens werden von den gravierenden Engpässen auf dem Weltmarkt und den explodierenden Nahrungsmittelpreisen besonders betroffen sein. Die Corona-Pandemie mit Einkommensverlusten und gestörten Lieferketten, Wetterextreme und Ernteausfälle in Folge der Klimakrise haben bereits dazu geführt, dass die Zahl der Hungernden weltweit auf bis zu 811 Millionen gestiegen ist. Weitere Preisanstiege durch den Krieg in der Kornkammer Europas werden die Ernährungslage für Millionen Menschen erheblich verschlimmern. Deutschland muss seine Unterstützung für die Hungerbekämpfung sofort ausbauen und sein finanzielles Engagement für Nahrungsmittelhilfe steigern. Gleichzeitig muss in die ländliche Entwicklung investiert und Exportstopps für Agrarprodukte vermieden werden. In den betroffenen Ländern müssen die Lagerbestände durch Importe aus anderen Ländern wie z.B. Australien erhöht und eventuell auch Nahrungsmittel subventioniert und verteilt werden“, betont Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe.

Die Welthungerhilfe leistet in der Ukraine und den angrenzenden Nachbarländern gemeinsam mit ihren europäischen Partnern der Alliance2015 Soforthilfe. Dazu gehören Hilfslieferungen u.a. mit Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln, die dringend gebraucht werden.

Die Welthungerhilfe wird in diesem Jahr 60 Jahre alt. Sie ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie setzt sich mutig und entschlossen für eine Welt ohne Hunger ein. Seit ihrer Gründung am 14.12.1962 wurden 10.369 Auslandsprojekte in rund 70 Ländern mit 4,2 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.

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