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Welthunger-Index

Wie steht es um die Hungersituation weltweit? Wurden Fortschritte erzielt oder sind Rückschläge zu verzeichnen? Mit dem Welthunger-Index lässt sich die globale Hungersituation berechnen und bewerten.

Miriam Wiemers Team Politik und Außenbeziehungen

Der Welthunger-Index (WHI, auf Englisch: Global Hunger Index, GHI) misst und vergleicht jährlich die Ausprägung von Hunger und Unterernährung  in der Welt, verschiedenen Regionen und einzelnen Ländern. Er soll zu einer stärkeren Wahrnehmung und einem besseren Verständnis des Kampfes gegen den Hunger führen und lenkt die Aufmerksamkeit auf jene Weltregionen, in denen zusätzliche Ressourcen am dringendsten benötigt werden, um den Hunger zu beenden.

Welthunger-Index 2020: Fortschritte und Rückschritte

Der Hunger in der Welt ist seit dem Jahr 2000 lange Zeit zurückgegangen – doch in vielen Ländern hat sich der Trend umgekehrt und die Situation ist wieder schlechter geworden. Die Fortschritte sind zu langsam und die Hungersituation bleibt in vielen Ländern und Regionen ernst. Diese Länder sind besonders anfällig für die Folgen der Gesundheits-, Wirtschafts- und Umweltkrisen des Jahres 2020. Selbst vor der Corona-Pandemie reichten die weltweiten Fortschritte in der Hungerbekämpfung nicht aus, um "Zero Hunger by 2030", das zweite der 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung, zu erreichen.

Welthunger-Index 2020

Bericht, Kurzfassung, Factsheet: Alles zum Download oder Bestellen.

Der weltweite Hunger, repräsentiert durch einen Welthunger-Index-Wert von 18,2, liegt in der Kategorie „mäßig“. Vor 20 Jahren noch war die globale Hungersituation mit einem Wert von 28,2 als „ernst“ eingestuft. Weltweit leiden immer noch zu viele Menschen an Hunger: fast 690 Millionen Menschen sind unterernährt; 144 Millionen Kinder leiden unter Auszehrung, einem Zeichen akute Unterernährung; 47 Millionen Kinder leiden unter Wachstumsverzögerung, ein Zeichen für chronische Unterernährung; und im Jahr 2018 starben 5,3 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag, in vielen Fällen als Folge von Unterernährung.

Krisen, Konflikte und Klimawandel hindern Zero Hunger

Der Welthunger-Index 2020 zeigt, dass 37 Länder auf Grundlage ihrer jüngsten Entwicklungen bis 2030 wahrscheinlich nicht einmal niedrige Hungerwerte erreichen werden. In mehreren Ländern ist der Hunger heute noch schlimmer als in 2012. Dies ist auf Konflikte, Armut, Ungleichheit, Gesundheitskrisen und den Klimawandel zurückzuführen. Ende 2019 litten fast 690 Millionen Menschen unter chronischem Hunger, weitere 135 Millionen Menschen waren von einer akuten Ernährungskrise betroffen. Im Krisenjahr 2020 hat sich die Situation noch verschlimmert.

Die weltweite Corona-Pandemie, eine verheerende Heuschreckenplage in Teilen Ostafrikas und Südasiens sowie ein wirtschaftlicher Abschwung, der jeden Winkel der Welt betrifft. Die verheerenden Auswirkungen dieser multiplen Krisen führen zu einer schnellen Eskalation der Nahrungsmittel- und Ernährungsunsicherheit für Millionen von Menschen – vor allem aber für diejenigen, die ohnehin schon am gefährdetsten sind.

Prognosen zufolge könnte der pandemiebedingte Wirtschaftseinbruch allein in 2020 bei bis zu 80 Millionen Menschen zusätzlich zu Unterernährung führen. Die Zahl der Kinder, die an Auszehrung leiden könnte um 6,7 Millionen anwachsen. Jeder Prozentpunkt, den das globale Bruttoinlandsprodukt sinkt, kann für weitere 700.000 Kinder Wachstumsverzögerung zur Folge haben. Es könnte zu 130.000 zusätzlichen Todesfällen bei Kindern kommen.

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Wir müssen Ernährungssysteme umgestalten, um „Zero Hunger“ bis 2030 zu erreichen

Die Corona-Pandemie hat außerdem viele Schwachstellen der derzeitigen globalen Ernährungssysteme offengelegt, die nicht mehr ignoriert werden können. Sie sind weder krisenfest noch gerecht oder nachhaltig. Unser Handeln wirkt sich zunehmend negativ auf unseren Planeten aus – etwa durch Bodendegradation, Treibhausgasemissionen und Biodiversitätsverlust – und unsere Ernährungssysteme sind Teil des Problems. Vielen ländlichen Gemeinschaften, indigenen Völkern, Frauen und Randgruppen fehlt es an sicherem Zugang zu Land und landwirtschaftlicher Bildung. Und mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist im Krisenfall nicht sozial abgesichert.

Ein Mädchen wäscht sich die Hände und schaut dabei in die Kamera. Website des Welthunger-Index

Alle aktuellen Zahlen, eine interaktive Karte sowie alle WHI-Berichte der letzten Jahre.

Um das Recht auf eine ausreichende und gesunde Ernährung für alle zu gewährleisten und den weltweiten Hunger zu beenden, ist ein integrierter Ansatz der Bereiche Gesundheit, Landwirtschaft und Ernährung erforderlich. Der Schlüssel liegt darin, ein gesundes und gerechtes Ernährungsumfeld mit fairen und auskömmlichen Einkommen für Kleinbäuerliche Landwirt*innen zu schaffen. Unsere Ernährungssysteme müssen fair, gesund und umweltfreundlich sein, um einerseits die aktuellen Krisen zu bewältigen, sowie andererseits weitere Gesundheits- und Ernährungskrisen zu vermeiden – und letztlich einen Weg zu finden, den weltweiten Hunger bis 2030 zu beenden.

Wo ist der Hunger am größten? 

Der diesjährige Welthunger-Index veranschaulicht, dass die Hungersituation in vielen Staaten noch immer dringend Aufmerksamkeit benötigt.

In elf Ländern wird die Hungersituation als „sehr ernst“ eingestuft. Für drei Ländern – Tschad, Timor-Leste und Madagaskar – basiert diese Einschätzung auf WHI-Werten. In einigen Ländern liegen nicht ausreichend Daten vor, um einen WHI-Wert zu berechnen. Doch auf Basis bekannter Daten wurde die Situation in acht weiteren Ländern als „sehr ernst“ eingestuft, und zwar in Burundi, der Zentralafrikanischen Republik, den Komoren, der Demokratischen Republik Kongo, Somalia, Südsudan, Syrien und im Jemen.

Welthunger-Index 2020: Die analysierten Länder können in Kategorien einsortiert werden, je nachdem, ob die Hungersituation gravierend, sehr ernst, ernst, mäßig oder gering ist. © Welthungerhilfe
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Welthunger-Index 2020, WHI-Wert nach Regionen: In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara und in Südasien ist die Hungersituation am schlimmsten. © Welthungerhilfe
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Welthunger-Index 2020: Die Vorreiter in der Hungerbekämpfung sind Sierra Leone und Äthiopien. Die Schlusslichter sind Madagaskar und Venezuela. © Welthungerhilfe
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Wie wird der Welthunger-Index berechnet? 

Die Hungersituation in den untersuchten Ländern wird anhand von vier Indikatoren als gravierend, sehr ernst, ernst, mäßig oder niedrig eingestuft. Je höher der Wert, desto stärker der Hunger im jeweiligen Land. 

Die 4 Indikatoren des Welthunger-Index

Der Bericht wird gemeinsam von der Welthungerhilfe und dem Alliance2015-Partner Concern Worldwide herausgegeben.

Digitale Pressemappe Welthunger-Index 2020

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Letzte Aktualisierung 14.10.2020

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