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Welthunger-Index

Wie steht es um die Hungersituation weltweit? Wurden Fortschritte erzielt oder sind Rückschläge zu verzeichnen? Mit dem Welthunger-Index lässt sich die globale Hungersituation aussagekräftig berechnen und bewerten.

Welthunger-Index 2019
Welthunger-Index 2019: Verteilung des Hungers weltweit © Welthungerhilfe
Fraser Patterson Team Politik und Außenbeziehungen

Der Welthunger-Index (WHI, auf Englisch: Global Hunger Index, GHI) misst und vergleicht die Ausprägung von Hunger und Unterernährung mehrdimensional in verschiedenen Ländern und Regionen. Er soll zu einer stärkeren Wahrnehmung und einem besseren Verständnis des Kampfes gegen den Hunger führen und lenkt die Aufmerksamkeit auf jene Weltregionen, in denen zusätzliche Ressourcen am dringendsten benötigt werden, um den Hunger zu beenden.

Fakten über Hunger 2019
Fakten über Hunger 2019

Welthunger-Index 2019: Fortschritte und Rückschritte

Der Welthunger-Index 2019 zeigt, dass seit 2000 auf globaler Ebene sukzessive Fortschritte in der Reduzierung des Hungers erzielt wurden, in vielen Ländern jedoch weiterhin Hunger herrscht oder gar Rückschritte zu verzeichnen sind. Insgesamt fallen Hunger und Unterernährung weltweit auf die Schwelle zwischen den Kategorien „mäßig“ und „ernst“. Der Wert sank von 29,0 im Jahr 2000 auf 20,0 im Jahr 2019. Dies entspricht einem Rückgang um 31 Prozent in diesem Zeitraum. 

Cover des Welthunger-Index 2019: Ein Mann watet durch kniehohes Wasser und transportiert mit einer Tragstange Gemüse. Welthunger-Index 2019

Bericht, Kurzfassung, Factsheet: Alles zum Download oder Bestellen.

Von den Ländern, zu denen Daten vorliegen, ist die Zentralafrikanische Republik als einziges Land von gravierendem Hunger betroffen. Vier weitere Länder – Tschad, Madagaskar, Jemen und Sambia – weisen eine sehr ernste Hungersituation auf. 43 der 117 berücksichtigten Länder weisen ernste Hungerwerte auf. Neun Länder in den Kategorien mäßig, ernst, sehr ernst, oder gravierend haben heute höhere Werte als 2010, einschließlich Zentralafrikanische Republik, Madagaskar, Venezuela und Jemen.  

Die globale Verbreitung von Unterernährung stagniert seit 2015 und die absolute Anzahl der unterernährten Menschen ist sogar von 785 Millionen im Jahr 2015 auf 822 Millionen im Jahr 2018 gestiegen. Insbesondere in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara, die von Konflikt und Dürren betroffen sind, stiegen die Zahlen. 

Wie der Klimawandel den Hunger verstärkt 

Der diesjährige Bericht beleuchtet die Folgen des Klimawandels – eine stetig steigende Gefahr für hungernde Menschen auf der ganzen Welt, die umgehende politische Maßnahmen erfordert. 

Unser Ziel ist es, im nächsten Jahrzehnt das Ziel 2 der Agenda für nachhaltige Entwicklung zu erreichen: „Kein Hunger bis 2030“. Doch die hart erkämpften Fortschritte auf dem Weg zu diesem Ziel sind nicht nur gefährdet, sondern unterliegen sogar Rückschlägen. Der Welthunger-Index (WHI) 2019 verdeutlicht, dass sich in mehreren Ländern die aktuelle Hungersituation gegenüber 2010 noch verschärft hat und circa 45 Länder Gefahr laufen, auch nach 2030 noch ein hohes Hungerniveau aufzuweisen. Konflikte, Ungleichheit und die Auswirkungen des Klimawandels haben allesamt zu einem anhaltend hohen Maß an Hunger und Ernährungsunsicherheit auf der ganzen Welt beigetragen.

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Klimawandel und Hunger – eine Frage der Gerechtigkeit 

Viele Länder, die unter verbreitetem Hunger leiden, sind gleichzeitig stark vom Klimawandel betroffen. Länder mit hohen WHI-Werten sind oft besonders gefährdet, aber nur begrenzt in der Lage, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen. Gleichzeitig haben sie oft am wenigsten zu seiner Entstehung beigetragen. Seit den Anfängen der 1990er Jahren hat sich die Anzahl der Extremwetterereignisse, wie etwa Stürme, Dürren, Brände und Überflutungen, verdoppelt. Dies führt zu geringeren Ernteerträgen der wichtigsten Nutzpflanzen und trägt zu höheren Lebensmittelpreisen und Einkommensverlusten bei. Die Katastrophen treffen einkommensschwache Menschen unverhältnismäßig stark und vermindern deren Zugang zu Nahrung.

Portrait: Mary Robinson

Es ist die größte Ungerechtigkeit des Klimawandels, dass die Menschen, die die geringste Schuld daran tragen, am meisten darunter leiden.

Mary Robinson Honorarprofessorin für Klimagerechtigkeit am Trinity College Dublin, ehemalige UN-Hochkommissarin für Menschenrechte und frühere Staatspräsidentin Irlands
Website des Welthunger-Index

Alle aktuellen Zahlen, eine interaktive Karte sowie alle WHI-Berichte der letzten Jahre.

„Der diesjährige Welthunger-Index veranschaulicht, wie die Klimakrise die Ernährungssysteme schädigt und eines der grundlegendsten Rechte jedes einzelnen Menschen gefährdet: das Recht  auf angemessene und ausreichende Nahrung”, schreibt Mary Robinson, Honorarprofessorin für Klimagerechtigkeit am Trinity College Dublin, ehemalige UN-Hochkommissarin für Menschenrechte und frühere Staatspräsidentin Irlands im Vorwort des WHI 2019. 

Wo ist der Hunger am größten? 

Der diesjährige Welthunger-Index veranschaulicht, dass die Hungersituation in vielen Staaten noch immer dringend Aufmerksamkeit benötigt.

In vier Ländern – Tschad, Madagaskar, Jemen und Sambia – ist die Hungerlage sehr ernst, während sie in der Zentralafrikanischen Republik als einzigem Land und das zweite Jahr in Folge als gravierend eingestuft wird. 

Darüber hinaus wissen wir, dass Hunger in vielen anderen Staaten weit verbreitet ist, unter anderem in der Demokratischen Republik Kongo, Somalia, im Südsudan und in Syrien. Für diese Länder konnte aufgrund unzureichender Datenlage kein WHI-Wert bestimmt werden. Die Lage vor Ort gibt jedoch Grund zu erheblicher Besorgnis. Die Menschen in diesen Krisenländern brauchen dringend dauerhafte politische Lösungen.  

Welthunger-Index 2019: Die analysierten Länder können in Kategorien einsortiert werden, je nachdem, ob die Hungersituation gravierend, sehr ernst, ernst, mäßig oder gering ist. © Welthungerhilfe
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Welthunger-Index 2019: Die Vorreiter in der Hungerbekämpfung sind Äthiopien, Malawi und Nepal. Die Schlusslichter sind Madagaskar, Jemen und Zentralafrikanische Republik. © Welthungerhilfe
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Welthunger-Index 2019, WHI-Wert nach Regionen: In Südasien und in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara ist die Hungersituation am schlimmsten. © Welthungerhilfe
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Welthunger-Index 2019, Klimawandel und Gefährdung: Die Zentralafrikanische Republik, Niger und Tschad sind stark durch die Folgen des Klimawandels gefährdet und haben eine geringe Vorsorgefähigkeit. © Welthungerhilfe
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Welthunger-Index 2019: Verteilungen nach Schweregrad (Detailansicht) © Welthungerhilfe
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Wie wird der Welthunger-Index berechnet? 

Die Hungersituation in den untersuchten Ländern wird anhand von vier Indikatoren als gravierend, sehr ernst, ernst, mäßig oder gering eingestuft. Je höher der Wert, desto stärker der Hunger im jeweiligen Land. 

Die 4 Indikatoren des Welthunger-Index

Der Bericht wird gemeinsam von der Welthungerhilfe und dem Alliance2015-Partner Concern Worldwide herausgegeben.

Digitale Pressemappe Welthunger-Index 2019

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Letzte Aktualisierung 14.10.2019

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