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Eine Frau steht mit den Händen in den Hüften vor einem kleinen Laden, sie schaut lächelnd in die Kamera.

Women Empowerment­

Die Geschlechtergleichberechtigung ist entscheidend für soziale, politische & wirtschaftliche Entwicklung

Der 23. Mai 1949 ist für Frauen in Deutschland ein historisches Datum, denn an diesem Tag wurde der Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ ins Grundgesetzbuch (Artikel 3, Absatz 2) aufgenommen. Das haben wir dem Einsatz von Elisabeth Selbert zu verdanken, die sich lange dafür stark gemacht hat, Frauen dieselben Rechte zu ermöglichen wie sie die Männer hatten.  

Man sollte meinen, im 21. Jahrhundert wären wir so weit fortgeschritten in unseren kulturellen und sozialen Kompetenzen, dass das Thema Gleichberechtigung zur Selbstverständlichkeit geworden wäre. Wäre da nicht der Konjunktiv. Die Tatsache, dass wir explizit über Frauenrechte sprechen, sagt schon viel aus. Sind denn Menschenrechte nicht auch Frauenrechte? Offensichtlich nicht überall.

Was hat es mit der Women Empowerment auf sich?

Um Missverständnissen vorzubeugen: Empowerment bedeutet nicht etwa „Frauen an die Macht“. Es ist kein feministischer Aufschrei. Women Empowerment bedeutet, Frauen und Mädchen weltweit Chancengleichheit zu bieten, Bildung zu erhalten und respektiert zu werden. Es geht um die Förderung von Frauen im sozialen sowie wirtschaftlichen Bereich und um die Stärkung ihres Selbstvertrauens. Empowerment of Women heißt gleichzeitig, Hürden zu überwinden und Geschlechterrollen aufzulösen, die vielen Frauen im Weg stehen, ein eigenständiges Leben zu führen.   

Der Unterschied zwischen Mann und Frau − der Global Gender Gap Report

Selbst in westeuropäischen Ländern ist die Kluft zwischen Mann und Frau in vielen Bereichen immer noch unbefriedigend groß. Dem Global Gender Gap Report zufolge, der seit 2006 jährlich vom Weltwirtschaftsforum ermittelt wird, liegt Deutschland im Ranking auf Platz 10 und ist im Vergleich zum Vorjahr um vier Plätze gestiegen. Durch Women Empowerment, also den weltweiten Einsatz mehr für ihre Geschlechtergleichberechtigung, tut sich etwas, aber bei Weitem nicht genug.

Ungerecht: Die durchschnittlie weltweite Einkommensverteilung zwischen Männern und Frauen

Geht es in diesem Tempo weiter, dauert es noch über 100 Jahre, bis die wirtschaftliche Lücke zwischen Mann und Frau geschlossen ist (Quelle: Weltwirtschaftsforum).

Die Gleichberechtigung der Frau im Globalen Süden

Schaut man sich die Länder des globalen Südens an, wird eindeutig klar, dass wir mit der Gender Equality noch lange nicht am Ziel sind. Denn in vielen Ländern werden Frauen und Mädchen in allen Lebensbereichen benachteiligt, sodass sie kaum eine Chance haben, sich selbst zu versorgen, geschweige denn ein gutes Leben zu führen. Die kulturellen Geschlechterrollen sind zum Nachteil der Frauen verteilt. Sie erhalten seltener eine Schulbildung, sind weniger erwerbstätig und sind dadurch viel öfter von Hunger und Armut betroffen.

Zudem sind Frauen im Globalen Süden, besonders in den ländlichen Gebieten, dem Mann unterstellt und erfahren Unterdrückung durch ihre Ehemänner, Brüder und Väter. Die häufigsten Faktoren, die im Zusammenhang mit der Unterdrückung stehen, sind:

Infografik: Frauen leiden weltweit häufiger unter Hunger als Männer

Projekte der Welthungerhilfe sollen helfen, die Gleichberechtigung der Frau im Zuge der Women Empowerment voranzutreiben. So wurde das EVA Projekt ins Leben gerufen, das den Mädchen und Frauen in Uganda Zugang zu Hygieneartikeln während ihrer Periode verschafft, genauer gesagt die Menstruationstasse, damit sie keinen Erwerbs- oder Schulausfall in Kauf nehmen müssen. Die weibliche Menstruation gilt in der Region nämlich als unrein, wodurch Frauen während ihrer Periode vom sozialen Umfeld ausgeschlossen werden und zu Hause bleiben müssen.

Frauen und Entwicklung Factsheet: Frauen und Entwicklung

Chancengleichheit und Gleichberechtigung sind notwendig für die Bekämpfung von Hunger und Armut.

Schülerinnen erhalten die Menstruationstasse kostenlos. Dadurch fehlen sie weniger in der Schule und haben durch die Bildung bessere Chancen auf einen Beruf. Frauen fallen in ihrem Job nicht aus und haben keine Gehaltsverluste. Eine einfache und kleine Hilfe hat in diesem Fall einen enormen Mehrwert für die Frauen in Uganda. Dabei steht im Zusammenhang mit der Tasse nicht nur die Hygiene im Vordergrund, sondern auch die Aufklärung über die Sexualität der Frau. 

Um Aufklärung geht es auch beim Centre for World Solidarity (CWS), einer Partnerorganisation der Welthungerhilfe. Diese setzt sich dafür ein, die Menschen in Indien, besonders junge Mütter, zum Thema „Gesunde Ernährung“ zu schulen und somit die Gesundheit ihrer Familien zu verbessern. Besonders in kleinen Dörfern herrschen oft Fehlinformationen zur Ernährung vor, die dazu führen, dass schwangere Frauen und ihre Babys mangelernährt sind.  

Generell unterstützt das CWS die Menschen mit Schulungen zur Landwirtschaft und Ressourcenschutz, denn der Zugang zu Lebensmitteln ist grundlegend für eine gesunde Ernährung. 

Ausgewählte Projekte: Women Empowerment

Geschlechtergerechtigkeit ist der Schlüssel für Entwicklung

Women Empowerment ist im vollen Gange. Die UNO-Kommission für die Stellung der Frau, im Englischen Commission on the Status of Women, hat es sich seit ihrer Gründung zum Ziel gemacht, die Stellung der Frauen in den wirtschaftlichen, politischen sowie sozialen Bereichen zu stärken. Die Förderung der Frau und die Chancengleichheit weltweit haben oberste Priorität.

Zudem verabschiedeten die Regierungschefs der UN 2015 die Agenda 2030, die sich mit nachhaltiger Entwicklung, den Sustainable Development Goals (SDGs) beschäftigt. Punkt 5 der 17 aufgestellten Punkte zur nachhaltigen Entwicklung umfasst die Geschlechtergleichstellung. Diese ist essenziell für eine nachhaltige Entwicklung. Denn in einer Welt mit Geschlechtergerechtigkeit, in der Frauen finanziell und sozial unabhängig sind, gibt es weniger Hunger und Armut.

Die SDGs sollen Frauen zu mehr Rechten und somit zu mehr Selbstbestimmung verhelfen. Das bedeutet auch, bessere Bildung und letztendlich mehr Chancen im Berufsleben. Statistiken zeigen beispielsweise, dass Frauen immer noch viel zu wenig in Führungspositionen vertreten sind. Gleichzeitig verdienen Frauen im Durchschnitt bis zu 20 % weniger als Männer für die Verrichtung derselben Arbeit. 

Zwei Frauen in blauen Anzügen reparieren ein Gerät.
Schülerinnen bei der Mechaniker-Ausbildung im Rahmen des Skill up!-Programmes in Kenia. © Philipp Brandstätter

Dafür setzt sich auch die Organisation UN Women im Rahmen der Women‘s Empowerment Principles (WEP) ein. Die Präsenz der Frauen in politischen und wirtschaftlichen Führungspositionen weltweit soll gefördert und gestärkt werden. Dafür muss aber das Bewusstsein für die ungerechte Verteilung zwischen Mann und Frau geschaffen werden. Mit den sieben Prinzipien der WEP's soll das gelingen. 2015 riefen die Regierungschefs der G7 Unternehmen dazu auf, diese sieben Grundsätze in ihrem täglichen Geschäft zu integrieren.  

Dabei geht es nicht darum, eine Frauenquote zu erfüllen, sondern das Potenzial auszuschöpfen, das Frauen bieten, wenn sie Gleichberechtigung erfahren. Denn die globale Beteiligung der Frauen an der Wirtschaft fördert ihr Wachstum und damit auch den Fortschritt. Es fehlt Frauen nicht an Selbstvertrauen, sondern an Chancen und Beachtung. Der Weltfrauentag alleine reicht hier nicht aus. Es muss eine größere Aufmerksamkeit auf dieses Thema gelegt werden, damit es entscheidende Veränderungen gibt. „Empower Women“ lautet die Devise.

Die sieben Prinzipien des WEP's
Deutsche Welthungerhilfe e. V., Sparkasse KölnBonn IBAN DE15 3705 0198 0000 0011 15, BIC COLSDE33