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05.10.2015 | Blog

Bedeuten mehr Kriege auch mehr Hunger

Armut, Hunger, Klimawandel, Krieg: Die Welthungerhilfe schaut auf die Wechselwirkungen von Hunger und bewaffneten Konflikten.

Im Jahr 2014 mussten mehr als dreizehn Millionen Menschen ihre Heimat verlassen. Die meisten von ihnen flohen vor bewaffneten Konflikten in Syrien, Afghanistan und Somalia. Länder mit kriegerischen Auseinandersetzungen zeigen laut Welthunger-Index 2015 in der Regel auch besonders beunruhigende Hungerwerte.    

Bewaffnete Konflikte untergraben die Ernährungssicherheit der Menschen in vielerlei Hinsicht: 

Fast zwei Drittel aller Kinder, die an chronischer Unterernährung leiden, leben heute in Entwicklungsländern, die von bewaffneten Konflikten betroffen sind. Vor zwanzig Jahren war es noch weniger als die Hälfte. Auf nationaler Ebene werden häufig die Militärausgaben erhöht und Ressourcen aus entwicklungsrelevanten Bereichen wie der Landwirtschaft, der ländlichen und sozialen Infrastruktur abgezogen. Der Konfliktforscher Paul Collier errechnete, dass sich das Wirtschaftswachstum eines Landes mit jedem Jahr, in dem es sich in einem bewaffneten Konflikt befindet, durchschnittlich um 2,3 Prozent reduziert und es 17 Jahre dauert, bis es diesen Verlust wieder aufgeholt hat.

Hunger erhöht das Konfliktrisiko

Aber ist Ernährungsunsicherheit auch ein Auslöser für gewaltsame Konflikte? Die sogenannten "Hungerrevolten" als Reaktion auf Nahrungsmittelpreiserhöhungen im Jahr 2008 in Haiti oder die Aufstände des Arabischen Frühlings 2011 legen diesen Schluss nahe.

Doch die Realität ist komplexer und die Verknappung von Lebensmitteln ist in der Regel nur einer von mehreren Gründen, die für den Ausbruch von gewaltsamen Konflikten verantwortlich sind. Dies gilt insbesondere in Ländern, die stark von Nahrungsmittelimporten abhängen. 

Armut ist einer der Hauptfaktoren, die zu bewaffneten Konflikten führen.

Schwache staatliche Strukturen, ein stagnierendes Wirtschaftswachstum, eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und der ungleiche Zugang zu Einkommen, Land und natürlichen Ressourcen bilden die Grundlagen für die Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsgruppen und schaffen ein Klima der Perspektivlosigkeit, das Menschen empfänglicher für Gewaltstrategien macht. 

Wie hängen Klimawandel und Konflikte zusammen? 

Ein viel debattierter Zusammenhang besteht auch zwischen Konflikten und den Folgen des Klimawandels. Es gibt große Überschneidungen zwischen Ländern, die besonders anfällig für klimabedingte Katastrophen sind und solchen mit wiederkehrenden bewaffneten Konflikten, so zum Beispiel die erweiterte Region um das Horn von Afrika (Äthiopien, Kenia, Somalia, Sudan und Südsudan) und die Sahelzone Westafrikas. Extreme Wetterereignisse wie Dürren und darauffolgende Nahrungsmittelknappheit können Konflikte entstehen lassen oder verschärfen. Dennoch scheint vor allem die Fähigkeit, beziehungsweise Unfähigkeit von Regierungen, die Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen an Entwicklungsprozessen zu gewährleisten und angemessen auf humanitäre Krisen zu reagieren, ausschlaggebend.  

Wie kann der Kreislauf von Hunger und Krieg durchbrochen werden? 

Letzte Aktualisierung 26.03.2018

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