07.11.2014 | Blog

Haiti steuert auf Hungerkrise zu

Regierung bittet um internationale Hilfe - Welthungerhilfe verteilt Saatgut

Nach Hurrikan Sandy sind die Folgen für die Menschen in Haiti verheerend: Der Karibikstaat steuert auf eine Hungerkrise zu. Die heftigen Regenfälle, die auf Sandy folgten, haben 70 Prozent der Anbaufläche des Landes zerstört, Obst und Getreide, dass die Menschen essen und weiterverkaufen wollten, ist vernichtet.

Besonders dramatisch ist dieser Verlust, da bereits in den vergangenen Monaten Tropensturm Isaac sowie längere Trockenzeiten im Südwesten des Landes enorme Ernteverlusten bewirkt haben. Die kargen Vorräte, die die Menschen hatten, gehen jetzt aus. Im Moment gibt es zwar noch Nahrungsmittel zu kaufen – allerdings steigen Nachfrage und in der Konsequenz auch die Preise beständig an. Arme Menschen werden es sich bald nicht mehr leisten können, Essen auf Märkten zuzukaufen.

„Eigentlich beginnt jetzt im November die Anbauperiode. Der Boden müsste für die nächste Ernte im Mai bearbeitet und Saatgut eingepflanzt werden. Doch die Realität sieht anders aus“, sagt Welthungerhilfe Mitarbeiterin Bettina Iseli, die die Sturmschäden besichtigt hat. „Felder sind überschwemmt, fruchtbarer Boden und frisch ausgebrachte Saat weggespült. Alles ist begraben unter Unrat, zähem Schlamm und abgeknickten Bäumen.“

Haitis Regierung hat den Notstand ausgerufen und um internationale Unterstützung gebeten. Damit eine Hungerkatastrophe verhindert wird, hilft auch die Welthungerhilfe mit: Sie teilt Saatgut an die Bauern aus. Regionale Katastrophenschutzkomitees werden bei den Aufräum- und Aufbauarbeiten unterstützt. Bei diesen Arbeiten helfen auch die Sturmopfer mit. Für ihre Hilfe erhalten sie einen kleinen Lohn und können damit das Überleben ihrer Familien sichern.  

Damit die Bevölkerung auf Wetterextreme wie Wirbelstürme, Starkregen und Trockenzeiten, die in Haiti regelmäßig vorkommen, besser vorbereitet ist, hat die Welthungerhilfe in drei Gemeinden Komitees zum Katastrophenschutz aufgebaut. Die Arbeit der Schutzkomitees zeigt nach Sturm Sandy erste Erfolge: Hilfsmaßnahmen wurden besser koordiniert und Schäden schneller aufgenommen.

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